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Test: Champions Online
Wir haben die neueste Superheldenaction von Cryptic bis zum Maximallevel gespielt.
Schon als Kind hat mancher davon geträumt, einmal ein Superheld zu sein. Bereits in City of Heroes bzw. Villains (kurz CoX) machten die Cryptic Studios diese Träume wahr und nun blasen sie mit dem Nachfolger erneut zum Angriff auf die MMO-Konkurrenz.Erschaffe deinen Helden…So ein richtiger Superheld will bis ins kleinste Detail gestaltet sein. War die Charaktererstellung in CoX bereits sehr umfangreich, bieten sich in Champions Online schier unzählige Möglichkeiten. Entsprechend begegnet man in der Spielwelt auch stets unterschiedlichen Charakteren, mal abgesehen von den unzähligen Kopien „realer“ Helden.Passend dazu hat man auch viele Wahlmöglichkeiten wenn es um die Kräfte des eigenen Recken geht. Laserschwerter, Feuerbälle, Gedankenkontrolle, hier sind kaum Grenzen gesetzt, wobei man im Laufe der Heldenlaufbahn sämtliche Kategorien untereinander mischen kann. Da die Entwickler mit dem Releasepatch viele Fähigkeiten z.T. massiv verschlechtert haben, besteht aber leider die Gefahr Kräfte zu wählen, mit denen man nicht mal mehr eine Gruppe Handlanger aufmischen kann (man hat jedoch jederzeit die Möglichkeit, ungeliebte Fertigkeiten beim Trainer, gegen Geld, wieder abzustoßen). … und deinen GegnerIm Tutorial erlernt man die grundlegenden Prinzipien, erledigt die ersten Quests und mischt natürlich zahlreiche Schergen der Unterwelt auf. Danach geht es entweder ab in die Wüste oder ins eisige Kanada, wo abermals zahlreiche Quests auf ihre Erfüllung warten, um den Helden mit Erfahrung zu überhäufen, die wiederum in höheren Stufen und neuen Kräften resultiert.Die Missionen sind meist recht unspektakulär, z.B. wenn man als hochgelobter Superheld beauftragt wird, einige verlorene Dokumente zu suchen, die irgendwo auf dem Boden liegen. Immer mal wieder, gibt es jedoch besondere Aufträge, die einen in eine private Instanz schicken, welche meist mit viel Liebe zum Detail und abwechslungsreich gestaltet ist. Hierzu zählen auch die Nemesis-Missionen für die man sich ab der 25. Stufe einen persönlichen Widersacher schafft (mit demselben Charaktereditor). Zugang zu diesen Missionen erhält man über dessen Handlanger, die einen in zufälligen Abständen attackieren und dann gerne einen Hinweis auf die Pläne ihres Vorgesetzten fallen lassen. Leider greifen diese oft in den unpassendsten Momentan an, z.B. wenn man sich gerade im Kampf mit anderen Halunken befindet. So viele Missionen man während seines Heldendaseins auch bestreitet, stößt man zwischendurch unweigerlich auf größere Questlöcher, aus denen man sich etwa durch Grinding heraushelfen muss. Ein Held kommt meist alleinNeben obigem Content, den man größtenteils alleine bestreiten kann, gibt es auch ein paar Gruppeninstanzen, die ein komplettes Superheldenteam aus fünf Leuten erfordern. Auch diese wissen zu überzeugen, man gewinnt aber dennoch den Eindruck, dass dieses Spiel nicht primär für Gruppenspieler entworfen wurde. Weil typische Rollen wie etwa Tank oder Heiler nicht funktionieren, ist echtes Teamplay selten. Erschwert ist zudem die Gruppensuche, denn mitunter existieren über 20 verschiedene Abbilder einer Zone (immerhin gibt es weltweit nur einen Server), zwischen denen man meist hin- und herspringen muss, bis man endlich fünf Helden zusammen hat (wenn überhaupt). Einen Kopieübergreifenden Chat gibt es genauso wenig wie ein sinnvolles System zur Spielersuche.Passend dazu besteht der PvE Endgame Content lediglich aus zwei Gruppeninstanzen, die zwar schön gestaltet, aber wegen kaum vorhandener Belohnungen die Mühe nicht wert sind. Um Zugang zu diesen zu erhalten, darf man sich zuvor durch eine Reihe viel zu kurzer, repititiver Soloinstanzen quälen. Hier sollte schnellstmöglich nachgelegt werden. Alternativ gibt es noch ein paar PvP Modi, die jedoch mehr ein kurzer Zeitvertreib als ein ernstzunehmendes Feature sind. Noch lange nicht fertigGrafisch ist der Titel durchaus gelungen, vor allem die detaillierten Charaktere und knalligen Effekte. Lediglich die steifen Animationen trüben hier den Eindruck. Leider führt die Grafik auch zu einem gesteigerten Hardwarehunger. Besitzt man die notwendige Hardware ist ein lagfreier Spielablauf dennoch nicht garantiert, denn CO kämpft vor allem in privaten Instanzen und der 32+ Zone Lemuria (von den Spielern „Lagmuria“ getauft) mit erheblichen Lags und teilweise sogar kompletten Verbindungsabbrüchen. Dass das Spiel (wie so viele MMOs bei Release) vor Bugs nur so strotzt, erwähne ich hier nur am Rande, diese aufzuzählen würde den Rahmen sprengen.Soundtechnisch kann man hingegen kaum meckern, in einigen Hauptmissionen gibt es sogar (englische) Sprachausgabe. Die Texte sind hingegen größtenteils ins Deutsche übersetzt, aber auch hier gibt es zahlreiche Fehler und unterschiedliche Bezeichnungen für ein und das selbe Objekt. Fertig ist das Spiel also an allen Ecken und Enden nicht, hier wird Cryptic noch einiges an Entwicklungszeit benötigen. |
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