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Test: Venetica
Auf nach Venedig - ein Urlaub der actionreichen Art wartet!
Wer den Sensenmann mal von seiner fast menschlichen Seite erleben möchte, kann den Roman Die Bücherdiebin lesen (übrigens sehr zu empfehlen), oder sich zum Beispiel in Venetica, das neuste Werk der Ankh - und Jack Keane -Macher bei Deck 13, stürzen. Da darf man den Ausdruck Gevatter Tod durchaus wörtlich nehmen, denn der ist im Spiel nicht nur für den ordnungsgemäßen Abtransport mausetoter Seelen zuständig, sondern auch Papa einer hübschen Tochter namens Scarlett.Auch der Tod braucht ein paar RegelnGerade als der aktuelle Reaper in Frieden ruhen, nämlich in Rente gehen und dem nächsten würdigen Zeitgenossen das Unternehmen überlassen, soll (endlich mal eine echt krisensichere Branche – gestorben wird immer), reißt sich ein unverschämter Nekromant die besonderen Fähigkeiten unter den Nagel, nur um damit Chaos und Zerstörung zu säen. Dass fiese Meuchelmörder Scarletts Herzblatt Benedict das Lebenslicht auspusten, schlägt dem Fass dann den Boden aus, und die anfangs noch völlig friedliche, nun aber überraschend wehrhafte Lady startet Gegenmaßnahmen in Form von ganz viel Haue beziehungsweise Schwert-Pieks.Ihr Weg führt sie ins schöne Venedig, wo herabfallende Taubenexkremente auf dem Markusplatz anders als in der namensgebenden Stadt unserer Welt aber längst nicht das schlimmste zu erwartende Übel sind. Gerade zu nächtlicher Stunde treibt sich allerhand Ganovenvolk in den mittelalterlichen Straßen herum, welches fachgerecht zerlegt werden will. Das passiert hier in der Verfolgerperspektive in Form von actionlastigen Echtzeit-Kämpfen. Gesteuert wird wahlweise per Maus und Tastatur oder mit dem Xbox 360-Controller, was mir persönlich noch ein wenig lockerer von der Hand ging. Die linke Maustaste bewirkt Angriffe mit der aktuellen Waffe, die rechte lässt sich - wie auch die Zahlenreihe - mit Zusatzfertigkeiten oder hilfreichen Objekten für die Schnellauswahl belegen. Geklickt wird also ziemlich fleißig, ein bisschen Timing ist aber vonnöten, um wirklich effektiv zu sein – werden Folgeattacken im richtigen Moment ausgelöst, legt Scarlett feine Kombos aufs Parkett (Achtung, Wortspiel...), die teilweise von schicken Effekten wie einer Nahansicht begleitet werden. RPG LightAuch das Ausweichen durch Richtungsangaben in Kombination mit der Leertaste wird eifrig praktiziert, um hartnäckige Widersacher an ihren ungeschützten Stellen zu erwischen. Etwas mehr Genauigkeit bei der Steuerung wäre da nicht schlecht gewesen, weil man ab und zu schon mal ins Leere rollt bzw. die Kamera rumzickt. Eine Lock-On-Funktion hätte vielleicht Abhilfe geschaffen. Insgesamt machen die Gefechte aber Spaß und werden durch verschiedene Waffengattungen mit den jeweiligen Besonderheiten aufgepeppt. Während Schwerter nur so durch die Gegnerschar sausen, kommen Hämmer nur langsam im Fahrt, überzeugen dann aber dank cooler Reichweite und ordentlich Durchschlagskraft. Außerdem zertrümmern letztere auch so manche brüchige Tür, Klingen kappen dafür Halteseile praktischer Leitern.Beim eher einfach gehaltenen Aufleveln lassen sich lediglich vier Charakterwerte für Gesundheit, magische Energie/Kraft und Angriffsstärke ausbauen, von diversen Trainern kann sich die Protagonistin außerdem durch Fähigkeitspunkte allerlei Kniffe aneignen. Diese reichen von zusätzlichen Kombogliedern für die einzelnen Waffen über Tritte in die Weichteile bis zum Ausnehmen erlegter Tiere, deren Leder und sonstige Überbleibsel sich gewinnbringend verkaufen lassen. Zwei WeltenEine wichtige, weil einzigartige Rolle nimmt aber vor allem die so genannte Mondklinge ein, denn nur sie ist in der Lage, Untoten endgültig den Garaus zu machen und durch besiegte Feinde eine spezielle Energie zu sammeln. Von ihrem ungewöhnlichen Papa hat Scarlett nämlich ein paar Fähigkeiten abbekommen – mithilfe der Magie kann sie sich nach Missgeschicken wiederbeleben und siegessicheren Bösewichten so unangenehme Überraschungen bescheren. Doch auch Bossgegner machen nach der ersten Kampfrunde und ihrem eigentlich Ableben in der Unterwelt munter weiter und zeigen, von unheimlichem Nebel umwabert ihre hässlichsten Fratzen.Die Wiederbelebung bleibt dann auch längst nicht die einzige den Geist betreffende Spezialfähigkeit. Einige gibt es bei zauberkundigen NPCSs zu erlernen, an manchen Stellen gelangt Scarlett außerdem zum ermordeten Geliebten, der ihr neue Errungenschaften für den magischen Talentbaum spendiert. Unter anderem kann man per „Schattenpfad“ das Totenreich betreten, um dort Portale zu entdecken und hinter Feinde zu schleichen, sich von einem Raben den Weg zum nächsten Ziel zeigen lassen, Übeltäter durchs Beschwören ihrer Ahnen einschüchtern oder ihnen Lebenskraft entziehen. Doch ebenso warten auch eher gewöhnliche, zumindest genretypische Skills auf ihre Entdeckung - Alchemie und das diebische Schlösserknacken in Form eines Minigames, bei dem man sich die Reihenfolge der berührten Dietriche merken muss. Die Truheninhalte lohnen den Aufwand allerdings meistens nicht – die paar Goldmünzen und Schmuckstücke können sich die Venezianer sonstwohin stecken, Scarlett mangelt es normalerweise eh nicht an Kohle. Helfer und DiebeWas nicht passt, wird passend gemacht – den Umgang mit Rüstungen handhabt Venetica ein wenig realistischer als die gängige Praxis, denn erbeutete Leder- oder Metallklamotten müssen vor dem Tragen erst mal gegen Gebühr vom Schmied zurechtgehämmert werden. Wieso sollte ein stämmiger Räuber denn auch zufällig Kettenhemdchen in Größe 36 tragen? Generell nehmen Ausrüstungsgegenstände im Spiel aber sowieso einen vergleichsweise geringen Stellenwert ein. Die Auswahl an Waffen und Schutzkleidung ist überschaubar (einzelne Fundstücke wirken dafür schon fast besonders), ansonsten gibt es nur gelegentlich mal einen hilfreichen Ring zu entdecken. Sammelwahn und der damit verbundene knapp werdende Platz im Inventar sind für Lady Tod also ein Fremdwort. |
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84%
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Venetica

Rollenspiel
von dtp, Deck 13
USK-Freigabe ab 12 Jahren
von dtp, Deck 13
USK-Freigabe ab 12 Jahren
| PC | September 2009 | |
| PS3 | September 2010 | |
| 360 | Dezember 2009 |
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