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Test: A-Train 8

Müssen Railroad Tycoon & Co zittern?
 A-Train 8
In Japan seit 1985 populär – bei uns jetzt in der aktuellen Version A-Train 8 mal wieder im Regal: Kann die fernöstliche Eisenbahn-Wirtschaftssimulation auch den westlichen Spieler verzücken?

Wo A-Train drauf steht ist kein Sim City drin!

Meist wird A-Train immer zuerst mit Sim CityWeitere Infos verglichen. Doch die Tatsache, dass man nicht Bürgermeister ist, sondern als Chef eines Eisenbahnunternehmens seine Firma voranbringen muss, deutet viel mehr auf eine Verwandtschaft zu Railroad TycoonWeitere Infos oder RailroadsWeitere Infos hin. Und so geht es auf den rund zehn vorgefertigten Karten (per Editor können schnell weitere erstellt werden) auch immer nur um das Ziel eine Billion zu erwirtschaften. Mehrstellige rote Zahlen verursachen hingegen ein Game Over. Konkurrenzfirmen gibt es nicht, auch komplizierte Warenkreisläufe braucht der Spieler nicht zu beachten. Es reicht anfangs eine Fabrik bei Bahnhof 1 und ein Lager am Bahnhof 2, dazwischen ein Gleis plus Güterzug und schon kommt das erste Geld in die Kasse. Und weil das Gleis nun einmal liegt, kann man gleich noch einen der zig nach japanischen Vorbildern animierten Personenzüge kaufen, um den Kunden das Geld abzuknöpfen. Dabei sind Einnahmen nicht gleich Gewinn: Abgezogen werden Steuern, Unterhalt für die Strecken und Züge, etc. Einfluss auf die Gelder in Form von Ticketpreisen, Personalkosten, usw. hat man leider nicht.
Ist genügend Material im Lager, siedeln sich in dessen Einflussbereich automatisch(!) Anwohner an. Die kleine Siedlung wächst so nach und nach zur Großstadt. Natürlich braucht es dann neue Verkehrswege. Und so darf man, das nötige Kleingeld in der Kasse und genug Material im Lager vorausgesetzt, auch U- oder Hochbahnen bauen. Wer dann noch Geld übrig hat, kann eigene Gebäude in die Stadt setzen. Häuser aller Art, Bürogebäude, Freizeiteinrichtungen, Shopping-Center, Hotels, Flughäfen oder gar Sonderbauten wie der Eiffelturm sind möglich, um damit Mieten einzunehmen.

Wo A-Train drauf steht ist kein Railroad Tycoon drin!

Klingt im Grunde alles ganz nett, wenn es auch so einfach wie ein Railroad-Tycoon zu handhaben wäre. Doch leider wird bereits die Gleisverlegung zur Glückssache. Zwar funktioniert das einfache Gleisverlegen ganz simpel durch Ziehen mit der Maus, doch will man Weichen setzen, Doppelgleise verlegen oder gar Gleisanlagen auf unterschiedlichem Höhenniveau bauen, wird das zur Fummelei. Oft muss man sogar bestehende Gleise wieder abreißen, da Radien oder Abstände nicht zueinander passen wollen.
Die nächste Hürde stellt ein funktionierender Fahrplan ohne sich ständig in die Quere kommende Züge dar. Per Assistent nimmt man eine Art Makro auf, das unendlich abgespult wird. Funktioniert mit einem Zug ganz gut, doch hat man die max. 40 Züge auf dem Streckennetz, fehlen einfach Dinge wie Blockschaltungen oder Signale. Vielmehr kann man nur die Weichen nach Zeit stellen oder die Züge zum Be- oder Entladen im Bahnhof nach Zeitvorgaben verweilen lassen. Ändert man einmal die Gleisanlage – und sei es nur durch den Wegfall einer Weiche - wird der Fahrplan komplett hinfällig und man fängt von vorn an.
Macken hat auch der Materialkreislauf. Selbst wenn man direkt neben ein Lager eine Fabrik setzt, kommt das produzierte Material nicht etwa gleich auf den angrenzenden Lagerplatz, nein, es muss mit dem Zug zum nächsten Bahnhof mit Lager gebracht werden. So hat man also im Ort A eine Fabrik dessen Material zum Lager im Ort B gebracht werden muss und dort wartet das Material aus dessen Fabrik auf den Transport zum Lager im Ort A. Hätten die Programmierer unterschiedliche Materialien eingebaut wäre es wohl logischer, aber so...?

Zweckmäßigkeit geht vor Schönheit

Grafisch wirkt das in Japan bereits seit Frühjahr 2008 auf dem Markt befindliche Spiel doch arg angestaubt. Bei näherem hineinzoomen sieht man die recht verwaschenen Texturen deutlich. Dagegen bleibt die voll dreh- und schwenkbare Kamera beim herauszoomen zu dicht am Geschehen um einen kompletten Überblick zu erhalten. Abhilfe schafft ein Blick auf die Minimap. Ein Tag- und Nachtwechsel ist vorhanden, auch wechselndes Wetter setzt je nach Jahreszeit mit Schnee, Regen oder Sonne ein. Im Ingame-Menü findet man alle relevanten Daten per Mausklick. Das ganze kommt aber über den Charme einer Tabellenkalkulation nicht hinaus.
Die Hintergrundmusik ist abschaltwürdig, die Zuggeräusche und der übliche Großstadtlärm gehen halbwegs in Ordnung.
Als Handbuch liegt eine bessere Installationsanleitung bei und ein spielbares Tutorial sucht man vergebens. Begriffe wie Sitzladefaktoren, Erklärungen wie man Geld von der Börse oder von der Bank beschafft, wie die Weichenstellung funktioniert oder das die Lager einen Einflussradius von 15 Blöcken auf dem zuschaltbaren Raster haben muss man sich leider ganz trocken aus einer Help-Datei erlesen.
Screen 1
Am Aktienmarkt können wir spekulieren
Screen 2
Der Gleisbau ist Fummelei
Screen 3
Über 50 Japan-Züge stehen zur Auswahl
Screen 4
Per Editor lassen sich neue Maps erstellen
Screen 5
Bei nahem heranzoomen sieht man die angestaubte Grafik
Screen 6
Neulingen und Ungeduldigen droht viel zu oft das Game Over

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A-Train 8

Packshot
Wirtschaftssimulation
von The Games Company
USK-Freigabe ohne Altersbeschränkung
PCOktober 2009

Alle Infos zum Spiel   Preisübersicht

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