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Test: Pro Evolution Soccer 2010
Konamis Kick ist gut, aber nicht gut genug
Pro Evolution Soccer. Ein Name, der für Qualität steht. PES, eine Abkürzung, die mir als Fußballer ans Herz gewachsen ist, weil sie immer für den Sport stand, nicht nur für eine Ansammlung von Pixeln, die dem Ball nachjagen. Konami stand bei mir seither immer hoch im Kurs, obwohl nach PES6 in erster Linie Stillstand in der Serie angesagt war und im vergangenen Jahr bei Pro Evolution Soccer 2009 viel falsch und wenig richtig lief. Aber auch das habe ich den Machern verziehen und auf PES 10 gehofft, habe den Entwicklern vertraut und mein Geld darauf verwettet, dass in diesem Jahr wieder ein Umbruch stattfindet und dass die Konami-Kicker den ewigen Kontrahenten FIFA in die Schranken weisen. Aber die Welt der Spiele ist nun mal kein Wunschkonzert: Erstens kommt es anders und zweitens liege ich gerade 0:3 zurück.Wenn Denkmäler bröckeln...Die Lager sind gespalten, eine tiefe Kluft trennt die Konami-Kicker von den FIFA-Fans, da weicht keiner um einen Zentimeter Rasen zurück. Eine verbissene Schlacht, die wohl niemals einen Sieger findet. Die EA-Konkurrenz hat mit FIFA 10 schon mächtig vorgelegt. Aber auch Konami kommt mit vielen Veränderungen, will den Fauxpas aus dem vergangenen Jahr vergessen machen. Im Klartext heißt das: Bessere Präsentation, verbesserte Grafik, eine 360-Grad-Steuerung, die DFB-Nationalelf, die UEFA Champions League und die UEFA Euopa League. Nein, das stimmt nicht ganz, denn die Euro-League ist zwar im Spiel, kann aber nicht separat angespielt werden. Wer nun glaubt, dass dann alle Teams der aktuellen Champions und Europa League enthalten sind, wird enttäuscht: Die Lizenzen der Japaner sind mal wieder dürftig ausgefallen, es hat kein deutsches Vereinsteam den Sprung ins Spiel geschafft. Klar, es gibt wieder den guten, mächtigen Editor, aber wem das zu fummelig ist und wer auf die Original-Teams steht, der guckt in die Röhre. Immerhin gibt es die Spanier, die Franzosen, die Niederländer und die Italiener, deren Ligen es komplett ins Spiel geschafft haben. Dazu kommen noch die britischen Klubs Liverpool und Manchester United – und dann wird es dünn. Schade, dass das Lizenz-Paket wieder so knapp bemessen ist, auch wenn es auf dem PC zahlreiche Team- und Spieler-Updates geben wird, so gucken die Konsoleros in die Röhre. Aber PC-Spieler sind in jedem Fall mit dem Konami-Produkt besser aufgehoben: Das EA-Eigentor für die Rechenknechte reicht PES10 zum vorzeitigen Sieg. Ah, endlich mal etwas für das AugeWas war ich im vergangenen Jahr peinlich berührt, als das Hauptmenü von PES erschien. Ich schämte mich bis zu diesem Jahr und wurde erhört. Das sieht schick aus, das beleidigt das Auge nicht, das macht Spaß und endlich fühlen wir uns mal wieder in dem Spiel wohl. Übersichtlich ist das Wort der Wahl und das zieht sich auch durch die Untermenüs, durch die Präsentationen der kleinen Zwischensequenzen, die sehr dynamisch und gelungen obschon es auch hier kleine Aussetzer gibt, aber die fallen nicht so sehr ins Gewicht.Und wenn wir schon bei der Optik sind: Die Spieler sehen wirklich klasse aus, Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind hier nicht zufällig, sondern ganz klar beabsichtigt. In den Großaufnahmen stellt PES die Konkurrenz aus dem Haus FIFA klar in den Schatten, was unter anderem auch an den neu hinzugefügten Schattenwürfen liegt. Allerdings ist hier und da doch ein lästiges Tearing zu sehen, das die Augenfreude trübt. Doch der Grad an Realismus, der sich hier in weiten Teilen der Optik breit macht, ist schon beeindruckend. Aber es gibt im wahrsten Sinne auch Schattenseiten: Die Animationen sind hölzern und abgehackt, da wirkt jeder Schuss seltsam und aufgesetzt, auch wenn die Sequenzen für sich schön sind. Ein wirklich reibungsloser Bewegungsablauf ist nicht zu erkennen, was sich im Gameplay einfach negativ bemerkbar macht, weil etwas verloren geht, das zuvor eine Domäne von Konami war: der Spielspaß. Und um noch weiter auf der Grafik herumzuhacken: Die Stadien sind schmucklos, auch wenn jetzt die Zuschauer etwas besser aussehen. Wo ist der tosende Jubel? Was ist mit einem Fahnenmeer in der Fankurve? Wo bleiben die Klorollen? Was die Entwickler mit den tollen Schattenwürfen, der guten Optik in den Gesichtern aufgebaut haben, reißen sie mit den Animationen und der Stadionpräsentation gleich wieder ein. Wir eingefleischten PESler sagen jetzt achselzuckend: „Na und, ProEvo ist ein Fußballspiel, keine Grafik-Bombe – das Gameplay hat immer funktioniert.“ Ja, das stimmt, bislang hat das immer funktioniert. |
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