Nachdem der virtuelle Ausflug der Kollegen aus New York in
CSI: New York
zum Reinfall wurde, muss diesmal das CSI-Team aus Las Vegas in
CSI: Tödliche Absichten die Ehre der Tatortermittler wiederherstellen. Wie schon für den letzten Serienteil aus dem Jahr 2007,
CSI: Eindeutige Beweise, ist auch im aktuellen fünften Abenteuer der Las Vegas-Truppe das in erster Linie wegen seiner Fun-Adventures bekannte Studio Telltale Games für die Entwicklung verantwortlich.
Episodenformat
Wie schon im Spin-Off
CSI: New York gibt es in
CSI: Tödliche Absichten keine zusammenhängende Geschichte. Stattdessen ermitteln wir in fünf Episoden und überführen die jeweiligen Täter. Die Folgen sind sehr abwechslungsreich. So müssen wir etwa ermitteln, wer einen Ringrichter zum letzten Mal ausgezählt oder warum eine Sängerin ihre finales Lied geträllert hat. Die Geschichten sind im Ansatz durchaus interessant, kranken aber an dem Umstand, dass es einfach zu wenige Verdächtige und Schauplätze gibt. Wenn in einem zu ermittelnden Fall gerade einmal drei Schauplätze außerhalb des CSI-Hauptquartiers begehbar sind und lediglich drei Gesprächspartner, die zugleich die Verdächtigen sind, zur Verfügung stehen, dann hat dies auch Einfluss auf die Motivationsfähigkeit der Story. Es ist nämlich nur mäßig spannend, zu ermitteln, wer von den drei Gesprächspartnern, die wir zudem gleich am Anfang kennen lernen, denn nun der Mörder ist. Ähnlich simpel wie die Fälle ist auch das Gameplay gestrickt.
Für Gelegenheitsspieler
In einem Tutorial werden uns zunächst vorbildlich die Grundfunktionen des Spiels erläutert. Auch später können wir uns immer wieder Hinweise zu den sich wiederholenden Minispielen geben lassen. Darüber hinaus ist in den Optionen eine Tipps-Funktion in drei verschiedenen Stufen vorhanden. Je nachdem welche Stufe wir wählen, erhalten wir im Verlauf des Spiels Tipps von unseren CSI-Kollegen. Auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad wird man derart mit Fingerzeigen überflutet, dass sich die eigenen grauen Zellen eine Auszeit nehmen und im nächstgelegenen Casino beim Black Jack vergnügen könnten. Falls man trotz des niedrigen Schwierigkeitsgrades in eine virtuelle Sackgasse gerät, liegt dies vermutlich daran, dass ein spielrelevanter Gegenstand übersehen wurde.
Wo ist das Corpus Delicti?
Unseren Charakter, ein namenloses Mitglied des CSI-Teams, steuern wir mittels Mausklick aus der Ego-Perspektive. Dabei sehen wir an den Bildschirmrändern einer Szene, ob wir nach links oder rechts scrollen können. Innerhalb einer Szene gibt es wiederum
Bildschirmausgänge. Verwandelt sich unser Cursor in einen blauen Pfeil, lassen sich neue Teilabschnitte einer Szene betreten bzw. kann näher an ein bestimmtes Objekt herangezoomt werden. Teilweise liegen diese Pfeile so dicht beieinander, dass uns ein Ausgang versehentlich verborgen bleibt und wir somit ein spielrelevantes Objekt übersehen. Eine Hotspot-Anzeige gibt es ebenso wenig wie Texteinblendungen. Zwar ist das Suchen von Beweisen in einem Krimi-Adventure durchaus logisch. Andererseits sollte dieses Vorhaben nicht durch die Steuerung erschwert werden.
Simple Minispiele
Nachdem wir Objekte gefunden haben, werden diese kriminalistisch bearbeitet. In einer Zoomfunktion schauen wir uns die Beweise genauer an und untersuchen sie auf Fingerabdrücke oder irgendwelche Rückstände. Hierzu wird aus der Spielkiste für Forensiker das entsprechende Werkzeug ausgewählt und per Mausklick angewendet. Der Ablauf ist ebenso anspruchslos wie die Auswahl aus den wenigen Ermittlungswerkzeugen. In ebenso simplen Minispielen untersuchen wir daraufhin die eingesammelten Spuren. Beispielsweise werden Fingerabdrücke oder DNA-Stränge abgeglichen. Oftmals erweist sich Ausprobieren als der schnellste Weg zur Lösung. Haben wir schließlich genügend Beweise zusammengekratzt, kann ein Verdächtiger zum Verhör geladen werden. Sollte der vermeintliche Delinquent die Frechheit besitzen, uns Lügen aufzutischen, haben wir die Möglichkeit, seine Aussagen mit den von uns gefundenen und analysierten Beweisen zu widerlegen.
Durchwachsene Präsentation
Optisch ist CSI: Tödliche Absichten nicht sonderlich gelungen. Die Grafik ist detailarm und hätte mehr Texturen vertragen können. Während der Minispiele versprüht das Spiel den Charme einer Tabellenkalkulation. Immerhin kann man den Charakteren eine gewisse Ähnlichkeit mit den Original-Schauspielern nicht absprechen. Zudem sorgen, allerdings niedrig aufgelöste, Einspieler aus der Serie zwischendurch für CSI-Atmosphäre.
Die englische Sprachausgabe ist einwandfrei und sorgt ebenso wie der passende Soundtrack für Atmosphäre. Bei den deutschen Untertiteln fällt allerdings auf, dass diese gegenüber dem englischen Original verbal entschärft und auf jugendfrei getrimmt wurden.