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Test: 15 Days

Gelingt House of Tales der nächste Adventure-Hit?
 15 Days
Zuletzt entführte uns House of Tales mit The Moment of SilenceWeitere Infos und OverclockedWeitere Infos in eher düstere Szenarien. Diesmal soll es etwas lockerer zugehen. Mit 15 Days präsentiert uns der deutsche Entwickler ein Gauner-Abenteuer.

Mörderische Kunst

Die drei politischen Aktivisten Cathryn, Mike und Bernard stehlen wertvolle Kunstobjekte aus Museen, verkaufen diese und verteilen ihre Beute in bester Robin-Hood-Manier an wohltätige Organisationen. Jahrelang lief alles reibungslos. Doch diesmal haben sich die Kunstdiebe mit zwielichtigen Gestalten eingelassen. Zudem ist ihnen Jack Stern von der International Police auf den Fersen, der den Tod des britischen Außenministers untersucht. Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Mord und den Diebstählen?

Function Hub

In 15 Days übernehmen wir kontextabhängig die Kontrolle über alle vier Hauptprotagonisten (Cathryn, Mike, Bernard und Jack) und erleben die motivierende Geschichte aus verschiedenen Perspektiven. In klassischer 3rd-Person-Perspektive steuern wir unseren jeweiligen Helden per Point&Click durch die Szenen. Per Leertaste lassen sich Hotspots anzeigen. Hier fällt negativ auf, dass die grauen Symbole nur schwer auszumachen sind. Wenn man eine Hilfe einbaut, dann doch bitte auch sinnvoll.
Fahren wir mit dem Cursor über ein potentiell interessantes Objekt und klicken darauf, erscheinen im Regelfall zwei Symbole. Zum einen können wir den Gegenstand nun genauer betrachten. Zum anderen lässt uns ein objektabhängiges Symbol den Gegenstand entsprechend manipulieren (indem wir etwa einen Computer einschalten oder eine Taschenlampe aufheben). Aufgenommene Objekte wandern ins Inventar. Hier haben sich die Entwickler einen cleveren Kniff einfallen lassen. Um das Inventar zu öffnen, ziehen wir die Maustaste in die linke, untere Ecke auf das Function Hub, warten kurz und ziehen dann die Maus nach rechts, so dass sich das Inventar öffnet. Das Problem des sich versehentlich öffnenden Inventars beim Ziehen der Maus in die Nähe des Bildschirmrands kennt 15 Days somit nicht. Im Function Hub befindet sich zudem eine Reisekarte zum Wechsel zwischen den Schauplätze.

Gibt’s Probleme?

Weiteren Komfort kennt das Gauner-Abenteuer jedoch nicht. Oftmals stehen wir in einer Szene und fragen uns, wie es denn nun weitergeht. Vom Spiel gibt bis auf wenige Ausnahmen keine Hinweise oder Tipps. Wenn uns Cathryn beim Verweigern einer Aktion dann wieder einmal ein Jetzt nicht. Ich hab’ zu tun. entgegen hält, würden wir sie am liebsten anbrüllen und fragen: Und was?. Auch die einsilbigen Objektbeschreibungen im Stile von Oh je, Aha, Nicht so mein Ding etc. sind nicht wirklich hilfreich. Wenn wir also einmal während des Spiels hängen bleiben, dann liegt es weniger am leichten Schwierigkeitsgrad der Rätsel als vielmehr an der Tatsache, dass wir überhaupt nicht wissen, welches Problem wir eigentlich lösen sollen.

Schwaches Gameplay

Das simple Gameplay besteht aus dem Absuchen der wenigen Hotspots und dem Kombinieren der wenigen Objekte. Falls es doch einmal mehr als eine Möglichkeit gibt, bringt uns Ausprobieren am schnellsten ans Ziel. Das Rätseln verkommt in 15 Days zu einem schlichten Durchklicken. Darüber hinaus müssen wir auf unserem virtuellen PC E-Mails checken, uninspirierte Minispiele lösen oder einen Begriff in eine Suchmaschine eingeben, um einen Spielfortschritt zu erreichen. Insbesondere bei der Suche nach einem exakten Begriff kann man schnell in eine Sackgasse geraten, wenn man während eines Dialogs einige Minuten zuvor nicht richtig aufgepasst hat. Dann hilft nur das Laden eines alten Spielstands. Darüber hinaus wartet das ohnehin schwache Gameplay mit einigen Schnitzern auf. Beispielsweise können wir nach einem Gespräch einen Raum nicht verlassen und fragen uns minutenlang, was denn jetzt noch zu tun ist. Des Rätsels Lösung: Wir müssen noch einmal den Gesprächspartner anklicken und uns artig verabschieden.

Maue Technik

15 Days legt den Schwerpunkt auf das Erzählen einer spannenden Geschichte. Um so wichtiger ist dann allerdings die technische Seite. Zwar sorgen abwechslungsreiche 2D-Szenen sowie cineastische Kamerawechsel- und perspektiven für Stimmung. Andererseits überwiegt der negative Eindruck. Schwache 3D-Modelle mit ausdruckslosen Gesichtern, abgehackte Animationen, lippenloses Sprechen und schwache Hintergrundanimationen sind nur einige dieser Aspekte.
Dies setzt sich beim Sound fort. Die teils interessanten, teils aber auch sehr langatmigen Dialoge werden einerseits sehr gut gesprochen. Zum anderen fallen jedoch schwache Hintergrund- und Schrittgeräusche negativ auf. Wenn Cathryn mit ihren Sneakern über das Kopfsteinpflaster stolziert, stellt man sich unweigerlich einen Tontechniker vor, der gerade zwei Kokosnusshälften aneinander schlägt.
Screen 1
In 3D ist Cathryn keine Schönheit
Screen 2
Hasta la victoria siempre!
Screen 3
Auf Erkundungstour für den nächsten Raubzug
Screen 4
Jack erweist sich als Kunstkenner

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15 Days

Packshot
Klassisches Adventure
von dtp
USK-Freigabe ab 12 Jahren
PCNovember 2009

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25.11.09
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