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Test: Das Vermächtnis – Der Baum des Lebens
Kann die junge Archäologin Sylvie nach dem mäßigen Vorgänger Abenteurer diesmal an den PC fesseln?
Vor einem Jahr erschien das erste Abenteuer der Archäologin Sylvie Leroux. Das Mystery-Adventure des polnischen Publishers City Interactive (Die Kunst des Mordens ) erhielt überwiegend mäßige Kritiken. Nun kehrt Sylvie auf den heimischen Rechenknecht zurück. Ob Das Vermächtnis 2 – Der Baum des Lebens mehr Erfolg hat, erfahrt ihr im folgenden Test.Auf der Suche nach dem Baum des LebensEigentlich möchte Sylvie die traumatischen Ereignisse ihres letzten Abenteuers vergessen und tritt deshalb eine ruhige Stelle in einem kleinen Museum in der Bretagne an. Doch das Schicksal hat anderes vor. Kurzerhand gerät die junge Archäologin in ein neues Abenteuer, das sie auf der Suche nach dem Baum des Lebens durch Europa und Nordafrika führt. Erschwert wird ihr Vorhaben durch eine geheime Bruderschaft, die ihr offensichtlich nach dem Leben trachtet.Gameplay-SchnitzerSylvie wird klassisch aus der 3rd-Person-Perspektive per Maus und Point&Click gesteuert. Beim Absuchen des Bildschirms verändert sich der Cursor kontextabhängig. Eingesammelte Objekte wandern ins Inventar und können dort per Linksklick miteinander kombiniert oder per Rechtsklick in einer Zoomfunktion genauer untersucht werden.Beim Aufspüren von spielrelevanten Gegenständen hilft uns eine Hotspot-Anzeige, welche auch bitter nötig ist, damit sich die teils nur wenige Pixel großen Objekte ausfindig machen lassen. Die Kombinationsrätsel sind zumeist nachvollziehbar, weisen aber auch Logikfehler und kleine Gameplay-Schnitzer auf. Bisweilen lassen sich Objekte nur in einer vom Entwickler vorgesehenen Reihenfolge miteinander kombinieren. Darüber hinaus müssen eine Reihe altbackener Schalter- und Logikrätsel gelöst werden. Nervig ist hier, dass sich diese Rätsel nicht in die Ausgangsposition zurückversetzen lassen. Wenn man sich total verfranst hat, hilft nur das Laden eines Spielstands. Der rote FadenDie Bezeichnung roter Faden trifft in zweierlei Hinsicht auf Das Vermächtnis 2 zu. Einerseits ist das jeweilige Problem klar definiert, so dass wir anders als etwa in 15 Days wissen, welche Rätsel für den Spielfortschritt gelöst werden müssen. Zum anderen ziehen sich viele kleinere Schnitzer wie ein roter Faden durch das Adventure. Sylvie fordert uns etwa auf, dass wir mit einer Person reden sollen. Folgen wir diesem Hinweis, bekommen wir die Antwort Vielleicht reden wir später. Ein anderes Mal lesen wir einen Brief und erfahren lediglich durch Sylvie, dass es sich dabei um die Nachricht eines Grafen handelt. Doch im Brief wird dieser Name nicht genannt. Die Liste ließe sich noch beliebig - etwa mit falschen oder fehlenden Objektbeschreibungen und zahlreichen anderen kleinen Schnitzern - fortführen. An allen Ecken und Enden ist dem Spiel die kurze Entwicklungszeit anzumerken. Es ist zwar motivierend, dass wir zusammen mit Sylvie halb Europa und Nordafrika bereisen. Es ist jedoch auch symptomatisch für die Oberflächlichkeit des Spiels, dass diese jeweiligen Abschnitte aus nur wenigen Szenen bestehen. Dadurch befinden sich Objekte an den unmöglichsten Orten bzw. wir werden gleich fast komplett für einen Abschnitt ausgerüstet und finden in Schubläden sowie Werkzeugkästen direkt eine Handvoll spielrelevanter Gegenstände. Du bist so oberflächlich!Diese Oberflächlichkeit macht sich auch bei der Story bemerkbar. Diese hat zwar gute Ansätze und ist durchaus motivierend. Beispielsweise wird die Geschichte um das reale Geisterschiff Mary Celeste aufgegriffen, dessen Besatzung 1872 spurlos verschwand. Bis heute sind die Ereignisse um die Brigantine nicht geklärt. Im Spiel jedoch finden wir mehr Gegenstände, die mit der Mary Celeste im Zusammenhang stehen, als es mittelalterliche Jesus-Reliquien gibt. Doch nicht nur wichtige Entdeckungen werden zu schnell gemacht. Insgesamt hätten insbesondere die Dialoge die Möglichkeit für mehr Details gelassen. Stattdessen beschränken sich diese auf banale Themen oder sind einfach nur wirr.Sylvie, die PantomimeGrafisch fallen in Das Vermächtnis 2 mehrere Aspekte unvorteilhaft auf. Die abwechslungsreichen 2D-Hintergünde sind zwar sehr detailliert und stimmungsvoll. Negativ ist hingegen, dass es kaum Passanten gibt. Beim Karneval in Venedig oder auf einem Marktplatz in Kairo wirkt dies absolut unglaubwürdig. Immerhin hauchen diverse Hintergrundanimationen der Spielwelt Leben ein.Gegenüber den 2D-Hintergründen fallen die 3D-Objekte qualitativ ab. Für Schmunzeln sorgen zudem die Pantomime-Künste unseres Allround-Talents Sylvie, wenn Objekte quasi symbolisch übergeben oder angewendet werden. Der Soundtrack ist ordentlich, harmoniert aber nicht immer mit den Ereignissen. Ebenso ist die Qualität der Sprecher zwar in Ordnung, allerdings wirken die emotionalen Reaktionen nicht durchgehend passend und teilweise aufgesetzt. |
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