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Test: Tales of Monkey Island
Alle fünf Episoden im Gesamttest - Ist Guybrushs Comeback geglückt?
Als vor rund neun Jahren Flucht von Monkey Island erschien, handelte es sich dabei nicht nur um Guybrush Threepwoods vorerst letztes Abenteuer, sondern bedeutete zugleich auch den Abschied von Lucas Arts aus dem Adventure-Genre. Die Jahre gingen ins Land, die Hoffnungen schwanden und schließlich glaubten lediglich ein paar unverbesserliche Optimisten an einen fünften Teil der Kult-Serie. Doch endlich sind die Voodoo-Götter den Monkey Island-Fans wieder wohlgesonnen. Telltale Games, die mit der Reaktivierung von Sam & Max bereits eine Menge Lob und Respekt einheimsen konnten, bescheren uns ein neues Abenteuer mit unserem Lieblings-Piraten. Wie von Telltale bekannt, wurd auch Tales of Monkey Island im Episodenformat vertrieben. Nachdem wir nun alle fünf Episoden, die eine zusammenhängende Geschichte erzählen, testen konnten, folgt hier unser Gesamturteil.Guybrush Threepwood, Mighty Pirate™Guybrushs neuestes Abenteuer beginnt gleich mit einen Showdown auf hoher See. Der mächtige Pirat (zumindest glaubt er das von sich selbst) kommt gerade noch rechtzeitig, als Le Chuck, der zudem Guybrushs geliebte Ehefrau Elaine in seiner Gewalt hat, ein unglaublich oberböses Voodoo-Ritual abschließen will, um die Herrschaft über die Ozeane an sich zu reißen. Nach einigen Rätsel- und Spielminuten ist es schließlich so weit. Wir entern Le Chucks Schiff und besiegen ihn im Duell dank einer Voodoo-Klinge. Dummerweise läuft dabei nicht alles wie geplant. Der Geisterpirat stirbt nicht etwa, sondern wird menschlich. Darüber hinaus springt seine Bosheit auf Guybrush über und infiziert dessen Hand. Als wäre das nicht schon schlimm genug, fliegt durch ein dummes Missgeschick, für das Guybrush natürlich überhaupt keine Verantwortung trägt, Le Chucks gesamter Kahn in die Luft. Guybrush wird ins Meer geschleudert und erwacht erst am Strand einer Insel, die sich in der Folge als Flotsam Island herausstellt.Unser Lieblingspirat muss schließlich feststellen, dass er einen Voodoo-Fluch heraufbeschworen hat und in der Karibik alle Piraten mit den Voodoo-Pocken befallen werden. Diese lassen sie zu noch ungemütlicheren Gesellen werden als sie es ohnehin schon sind. Um den Fluch wieder aufzuheben, macht sich Guybrush auf Ratschlag der Voodoo-Lady auf die Suche nach einem sagenhaften Schwamm, der über mystische Fähigkeiten verfügt. Da wir hierzu die Karibik durchqueren, gestaltet sich das Abenteuer des blonden Piraten äußerst abwechslungsreich. Wir treffen auf ein Meeresvolk, dessen Stadt von übel gelaunten Piraten belagert wird, werden von einer Kopfgeldjägerin und einem verrückten Wissenschaftler - Hey, sind sie das nicht eigentlich alle? – gejagt, rätseln uns durch das Innere einer riesigen Seekuh und finden uns vor einem Piraten-Gericht als Angeklagter wieder. Als wäre das alles nicht schon abgedreht genug, landet Guybrush in der Wartehalle auf dem Weg ins Piraten-Nirvana. Und dann ist da ja auch noch der vermeintlich menschliche LeChuck, der neuerdings keiner Fliege etwas zu leide tun kann. Aber kann Guybrush seinem Erzfeind wirklich trauen? Alte BekannteDie Story ist Monkey Island-typisch absurd, lustig und motivierend zugleich. In jedem Fall fügt sie sich nahtlos in die bisherige MI-Spielwelt ein. Auch die Charaktere bestätigen diesen positiven Eindruck. Guybrush ist wieder der Möchtegern-Pirat, der von sich selbst überzeugt ist, dabei jedoch nie arrogant, sondern sympathisch wirkt und jedes Fettnäpfchen mitnimmt. Insbesondere wenn er sich gerade zu sehr auf die eigene Schulter klopft, passiert in genau jenem Moment ein Missgeschick. Diese kleinen Katastrophen, seine Kommentare, die altbekannten Anspielungen auf Guybrushs Namen sowie die Interaktionen mit den anderen Charakteren sorgen immer wieder für Lacher und kleine Schmunzler. Überhaupt sind die gewohnt skurrilen NPCs äußerst gelungen. Natürlich treffen wir dabei auch auf alte Bekannte - etwa Totenkopf Murray, dem wir zu einem Körper verhelfen. Auch Verkaufstalent Stan ist wieder mit von der Partie. Er hat abermals das richtige Näschen gehabt und ist während unseres Gerichtsprozesses nicht nur der Anwalt der Anklage, sondern verkauft nebenbei auch noch Merchandise-Artikel zum Prozess des Jahrhunderts. Etliche Anspielungen (Mix’n’Mojo, Murray, Chuck, die Pflanze etc.) zu frühere Lucas Arts-Adventures sorgen zudem für dichte Atmosphäre. Insgesamt wirkt die Spielwelt in sich sehr stimmig und steht in der Tradition der Monkey Island-Serie. |
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