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Test: Future Wars
Zurück zu den Wurzeln der Strategiespiele
Spätestens seit dem Rollenspiel Drakensang dürfte der Entwickler Radon Labs den meisten ein Begriff sein. Mit Future Wars versucht das Team sich nun in einem völlig anderen Genre, nämlich in der rundenbasierten Strategie. Der Ansatz von Future Wars ist eindeutig. Ein in der Zukunft angesiedeltes Rundenstrategiespiel, dass dort weitermacht, wo die alten Spieleklassiker, wie Battle Isle oder M.A.X. aufgehört haben. Alles Comic oder was?Die Story ist schnell erklärt. In einer fernen Zukunft werden Kriege nicht mehr geführt sondern simuliert. Der Kampf findet also nur im Computer statt. Ihr seid ein junger, aufstrebender Student an der Kriegsakademie und bekommt von eurem grimmigen Mentor Captain Frost eure Instruktionen. Schnell dürft ihr euch also im Gefecht gegen andere Studenten austoben. Vor jeder Mission wird erklärt auf was zu achten ist.Zunächst hielt ich dies alles noch für Missionen, die Teil des Tutorials sind. Ernüchterung folgte dann, als nach 15 Missionen plötzlich das Spielende erreicht war. Zu einem „echten“ Krieg kommt es quasi gar nicht und am Ende des Semesters, endet eben auch das Spiel. Da ich für die Kampagne gerade mal sechs Stunden benötigt habe, gibt es auch keinen Blumentopf hinsichtlich des Umfangs zu gewinnen. Future Wars ist wohl bewusst weit weg von Realismus in seiner Darstellung. Hier ist alles bunt und Comicgrafik regiert die Welt. Die einzelnen Missionen werden einem durch kurze Dialoge vorgestellt. Diese sind allerdings, eben ganz im Comicstil, nicht vertont, sondern nur als Sprechblasen zu lesen. Was am Anfang ganz nett wirkt, nervt schon ab der dritten Mission gewaltig und man beginnt ungeduldig weiter zu klicken. Auf dem Schlachtfeld ist dann alles in Hexfelder unterteilt und wir dürfen unsere Einheiten abwechselnd mit dem KI-Gegner durch die Landschaft hetzen. Das Ziel ist immer gleich: Alle Gegner vernichten oder das Hauptgebäude des Feindes besetzen. Verschiedene Terrains vertiefen die taktische Bandbreite. So ist man im Wald gut geschützt, auf der Straße leicht angreifbar und im Gebirge langsam unterwegs. Nun gilt es Fabriken und Städte zu erobern, um möglichst viel Geld zur weiteren Einheitenproduktion zur Verfügung zu haben. Leider zeigt die KI hier Schwächen, denn Städte werden vom Gegner quasi nie besetzt. Auch ansonsten zeigt sich die KI eher bedingt fordernd, marschiert immer vorwärts, egal ob das sinnvoll ist oder nicht und so geht schon die ein oder andere wichtige Einheit in Erinnerung an gewisse Lemminge den Bach runter. Zum Kampf stehen uns genau elf verschiedene Einheiten zur Verfügung. Das reicht von diversen Panzern, über Artillerie bis hin zu fliegenden Einheiten. Die Zukunft ist gesternFuture Wars versucht also in allen Belangen an alte Klassiker anzuknüpfen, doch warum man dann auch noch auf einen Onlinemodus komplett verzichtet, ist mir mehr als schleierhaft. Übrig bleiben der nostalgische HotSeat-Modus, der PlayByMail-Modus und ein LAN-Modus. Zu zweit macht die Sache dann auch schon deutlich mehr Spaß. Dennoch mangelt es an allen Ecken an Tiefgang. Ein knappes Dutzend verschiedene Einheiten, Stadt-Felder und Fabrik-Felder, das war es im Großen und Ganzen schon.Die Präsentation ist teilweise schon sehr schwach. Future Wars verzichtet auf jegliche Sprachausgabe, die Grafik ist sehr unspektakulär und auch das Missionsdesign funktioniert immer nach dem selben Schema. Neben der Kampagne bleiben nur noch das freie Spiel und der Multiplayer. Wirklich lange fesselt einen das logischerweise nicht. So ähnelt Future Wars doch eher einer leicht aufgebohrten Schach-Variante. Dann mach's dir doch selbstZur letzten Rettung haben wir aber zum Glück noch einen Level-Editor und der funktioniert ausgezeichnet. So lassen sich in kürzester Zeit Maps selber basteln, auf denen dann natürlich auch gekämpft werden darf. Dies funktioniert nicht zuletzt deshalb so gut, weil Future Wars auch recht wenig Umfang im Detail bietet. Schnell ein paar Waldfelder, ein kleiner Fluss, eine Straße drüberziehen und fertig. Viel mehr bleibt da nicht. Durch den recht guten Level-Editor wird es zumindest ordentlich Nachschub geben, sollte Future Wars denn eine Community hervorbringen. |
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