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Test: Alice im Wunderland
Schräge Gestalten und nette Rätsel sorgen für eine überraschend unterhaltsame Umsetzung des Films.
Einige Jahre sind ins Land gezogen, seit die kleine Alice einem hektischen weißen Langohr folgte und durchs Kaninchenloch in eine abgedrehte fremde Welt plumpste. Mittlerweile ist die Heldin fast erwachsen – aber nicht erwachsen (oder nicht dumm?) genug, den Heiratsantrag eines schnöseligen Hohlkopfs anzunehmen. Die junge Dame ergreift die Flucht und landet einmal mehr in den Traumregionen ihrer Kindheit, wo sich in der Zwischenzeit aber einiges verändert hat. Was Alice allerdings kaum auffällt, da sie sich überraschenderweise nicht an den ersten Besuch erinnern kann. Ist sie überhaupt die Richtige? Mancher Bewohner hat da seine Zweifel, aber wo Alice schon mal da ist, muss sie nun eben den Kampf gegen die rote Königin aufnehmen...Angsthasen und andere schräge VögelDie namensgebende Heldin ist zwar stets mit von der Partie und kommt in den zahlreichen Zwischensequenzen zu Wort, spielt im Gameplay jedoch nur eine sehr untergeordnete Rolle. Man muss sie meist höchstens davor bewahren, von Feinden in Portale gezerrt zu werden. Die eigentlichen Stars sind fünf andere Figuren, die man im Laufe des Spiels freischaltet und mit einfachem Knopfdruck wechselt. Neben Sprüngen, Hieben und kleinen Klettermanövern gilt es deshalb, die jeweiligen Spezialfähigkeiten der Begleiter zu meistern.Mäuschen Mallymkun wirbelt als kleine Kampfexpertin des Teams über den Bildschirm, während die Grinsekatze Unsichtbares entdeckt. McTwisp, das traditionell unter Stress leidende Kaninchen, besitzt die Kraft der Zeitmanipulation, wodurch etwa rotierende Wegweiser angehalten, zu schnell sprechende Dodos ausgebremst oder ältliche Rosen verjüngt werden. Ein nicht minder begabter Verwandter ist der dezent schreckhafte Märzhase – seine Telekinese lässt unter anderem in der Luft hängende Gegenstände nach unten fallen oder setzt zerbrochene Statuen zusammen. Der verrückte Hutmacher tritt auf besonderen Podesten in Aktion, um in der Egoperspektive z.B. eigentlich weit von einander entfernte Einzelteile durch Drehen und Kippen so anzuordnen, dass die Illusion einer geschlossenen Fläche (etwa einer Brücke oder Tür) entsteht, welche daraufhin Realität wird. TeamworkFür eine Filmumsetzung wirkt Alice im Wunderland dank des ideenreichen Fähigkeiteneinsatzes ungewöhnlich pfiffig und lässt den Spieler einige nette Rätselumgebungen erkunden. Gewisse Parallelen zu den erfolgreichen LEGO-Games sind nicht von der Hand zu weisen – unter anderem gibt es hier ebenfalls einen kooperativen Zwei-Spieler-Modus auf dem gemeinsamen Screen. Möglichst sollte aber jeder Teilnehmer einen Xbox 360-Controller in der Hand halten, denn die Tastatursteuerung gestaltet sich unnötig kompliziert. Mit dem Gamepad steuert sich das Ganze dafür wie geschmiert, nur die Kamera reagiert vor allem in actionreichen Szenen gelegentlich konfus.Ohne geschicktes Kombinieren ihrer Fähigkeiten sehen die Helfer schnell alt aus. So muss man in einem Bossgefecht z.B. erst als Märzhase Steinbrocken auf das Monster schmeißen, damit es zum Angriff übergeht, mit McTwisp die Zeit anhalten und dann wieder per Telekinese eine Säule aus dem Boden wachsen lassen, an der sich das Mistvieh gleich den Quadratschädel anstößt. Farbliche Markierungen verdeutlichen, auf welche Kräfte bestimmte Objekte reagieren, und machen die Charakterwahl einfacher. Manchmal ist trotzdem etwas Gehirnschmalz vonnöten und gerade ungeübte Spieler stehen wegen undeutlicher Hinweise wahrscheinlich zwischendurch auf dem Schlauch. Ein Wermutstropfen im ansonsten durchaus überzeugenden Wunderland-Besuch ist leider wie so oft die nicht allzu üppige Spieldauer. Für SammlerDie Entsprechung der Bauteile aus LEGO StarWars und Co. sind hier leuchtende Kügelchen, welche sich im größtenteils zerstörbaren Levelinventar oder auch zahllosen Truhen verbergen, um als Zahlungsmittel für den Erwerb neuer Kampffertigkeiten zu dienen. Dazu müssen aber außerdem zuerst gut versteckte Schachfiguren aufgespürt werden. Gegner lassen sich dann noch besser aufs Kreuz legen, was angesichts mangelnder Intelligenz aber nicht notwendig ist. Leider begegnet man meist sowieso nur diversen Kartensoldatenarten (*g*) und sollte normalerweise lediglich darauf achten, beispielsweise Schildträgern erst ihren Schutz zu entreißen. Optisch orientiert sich das Spiel eng am schrägen Charme der Vorlage (siehe Filmkritik) und entführt den Betrachter in abwechslungsreiche Gefilde wie einen Irrgarten, auf dem Kopf stehende Räume und Wäldstücke voller verwirrender Türen. In den humorvollen Zwischensequenzen kommt insbesondere die Mimik der Charaktere hübsch zur Geltung, in Sachen Details merkt man der PC-Umsetzung aber dann doch des öfteren doch an, dass es sich dabei um einen Zwilling der Wii-Fassung handelt. Über jeden Zweifel erhaben ist dafür die deutsche Sprachausgabe mit bekannten Stimmen, ganz wie im Film. Alternativ stehen netterweise auch ein paar andere Sprachen zur Verfügung. |
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