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Test: Mount & Blade: Warband

Lohnt sich die Rückkehr nach Calradia?
 
Bereits im September 2008 konnten sich Eroberer-Naturen in Mount & BladeWeitere Infos hemmungslos ihrem Bedürfnis nach Ruhm und Macht hingeben. Mit Mount & Blade: Warband steht dieser Tage nun eine verbesserte Version des Genremix in den Regalen. Doch welche Neuerungen bietet Warband eigentlich? Lohnt sich für Calradia-Veteranen ein Neukauf?

Händler oder Menschenfänger?

Wie im Vorgänger steht am Anfang des Abenteuers rollenspieltypisch die Charaktererstellung. Wir wählen für unser Alter Ego eine Biographie, kreieren das Aussehen des Helden respektive der Heldin und individualisieren unseren Charakter durch eine Punkteverteilung in den Bereichen Eigenschaften, Fertigkeiten und Fähigkeiten. Erfahrungspunkte, die wir in Quests, Kämpfen etc. erlangt haben, führen schließlich zum Levelaufstieg und der Möglichkeit, weitere Punkte in den oben genannten Bereichen zu vergeben. Je nach Spielweise erschaffen wir uns so im Spielverlauf unseren Wunsch-Charakter. Darf es ein gerissener Händler, vielleicht ein charismatischer Edelmann oder gar ein brutaler Menschenfänger sein?

Ruhm und Ehre in Calradia

Nach der Charaktererstellung geht es auf nach Calradia. Ein Intro oder gar eine Story gibt es auch in Warband nicht. Nach wie vor herrscht in der mittelalterlichen Region ein blutiger Kampf zwischen rivalisierenden Königreichen um die Vorherrschaft. Eine ideale Voraussetzung für ruhmsüchtige Emporkömmlinge wie wir es sind! Auf der neu gestalteten - aber immer noch äußerst unattraktiven - Übersichtskarte steuern wir unsere Truppe, die sogar zu einer Armee anwachsen kann, zwischen zahlreichen Dörfern, Burgen und Städten der verschiedenen Fraktionen (eine neue Fraktion - die Sassaniden - hat es auch ins Spiel geschafft).
Treffen wir auf Feinde oder greifen wir eine Ortschaft an, kommt es ähnlich wie in Empire: Total WarWeitere Infos zum Kampf. Zwar dürfen wir wie im Strategietitel unseren Einheiten Befehle geben, können aber auch aktiv mit in die Schlacht eingreifen. Bei den Kämpfen fallen allerdings immer noch einige Balance-, Handhabungs- und KI-Schnitzer unschön auf. Zudem hat man nie das Gefühl, dass der eigene Charakter den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen kann. Kämpfen wir mit 40 tapferen Recken gegen eine 200 Mann starke Übermacht, dann geht die Schlacht höchstwahrscheinlich trotz unseres heldenhaften Eingreifens verloren.

Motivierender Genremix

Das große Plus von Mount & Blade: Warband ist sicherlich die dynamische Spielwelt sowie die Handlungsfreiheit. Wir können uns entscheiden, welche Fraktion unsere Sympathien verdient und unterstützt werden soll, so dass unsere Handlungen nachhaltig die politische Landschaft von Calradia verändern. Wir können Allianzen mit Adligen und Königen eingehen, politisches Ansehen gewinnen, die Seiten je nach aktueller politischer Lage wechseln, in den Hafen der Ehe einlaufen, Städte und Burgen erobern und schließlich selbst Herrscher von Calradia werden. Welcher Weg zu Ruhm und Ehre führt, bleibt jedem selbst überlassen. Es ist möglich, unseren Geldsäckel durch Überfälle zu vergrößern, Steuern einzutreiben, Quests zu erledigen, an Turnieren teilzunehmen oder uns ganz ehrbar als Händler einen Namen zu machen. In jedem Fall haben unsere Entscheidungen Auswirkungen auf die Spielwelt von Calradia. Stehen wir etwa in den Diensten einer Fraktion und überfallen ein Dorf des Nachbarn, ist ein Krieg zwischen den beiden Fraktionen die mögliche Folge. Ortschaften können den Besitzer wechseln. Loyalitäten ändern sich aufgrund des eigenen Handelns. Die Möglichkeiten sind in Mount & Blade äußerst vielfältig.

Neuerungen

Neben der überarbeiteten Übersichtskarte sowie der neuen Fraktion haben es nicht viele Verbesserungen ins Spiel geschafft. Trotz vom Entwickler angepriesener optimierter Grafik ist die optische Präsentation immer noch unterdurchschnittlich. Sprachausgabe suchen wir ebenfalls vergeblich, so dass viel Text gelesen werden muss. Nicht einmal die unübersichtlichen Menüs, die den Charme einer Excel-Tabelle versprühen, wurden überarbeitet. Die wenigen Änderungen müssen schon mit der Lupe gesucht werden. So sind beispielsweise in Kämpfen unsere Truppen nun mit unserem Wappen markiert und so leichter auszumachen. Zudem gibt es jetzt mehr Waffen, Waren und Ausrüstung.
Die einzige wirkliche Neuerung in Mount & Blade Warband ist der Multiplayer-Modus. Bis zu 64 Spieler (32 vs. 32) können sich online gegeneinander Schwerter und Morgensterne um die Ohren hauen. Zahlreiche Spielmodi bieten für jeden Geschmack etwas. So gibt es ganz klassisch Deathmatch- und Capture the Flag-Modi. Aber auch eine Belagerungsschlacht, in der eine Burg angegriffen bzw. verteidigt werden muss, sorgt für viel Motivation. Positiv ist an Warband zudem das Mittelalter-Szenario, dass fernab von Weltkriegs-, SciFi- und Gegenwarts-Szenarien Abwechslung im Online-Kräftemessen bietet.
Screen 1
Wir stürzen uns in die Schlacht!
Screen 2
Calradia ist immer noch keine Schönheit.
Screen 3
Undercover-Mission
Screen 4
Wir stürmen die Burgmauer!

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Mount & Blade: Warband

Packshot
3D-Action-Rollenspiel
von KOCH Media, Paradox Entertainment
USK-Freigabe ab 12 Jahren
PCApril 2010

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