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Test: King's Bounty: Armored Princess
Schafft es die gepanzerte Prinzessin den Vorgänger zu übertrumpfen?
"Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige!" Das braucht sich Katauri Interactive nicht sagen zu lassen, haben sie doch genau vor einem Jahr den äußerst spaßigen Vorgänger zu Armored Princess nämlich King's Bounty – The Legend unters Volk gebracht. Dieses originalgetreue Remake des 1990 erschienenen „Kings Bounty“ heimste durchwegs gute Kritiken ein, und wurde auch von Freunden der Rundenstrategie wohlwollend angenommen. Mit einiger Verspätung schaffte es nun auch das StandAlone-AddOn in die deutschen Läden.Die Story: Löchrig wie Käse und geschmackvoll wie ranzige ButterEine Gemeinsamkeit mit dem Vorgänger fällt in den ersten Minuten auf: Die absolut uninteressante und aufgesetzt wirkende Rahmenhandlung. Oberschurke Baal steht wieder einmal direkt vor der Haustür des Reiches und hat schon das gesamte Königreich Darion geschleift. Kurz bevor er mit seinen Schergen den Regentensitz überrennen kann, greift sich Protagonistin Amelie ein Artefakt, das sie in eine Parallelwelt namens Teana schleudert. Dort angekommen begibt sie sich auf die Suche nach Bill Gilbert. Nebenbei soll sie noch acht Schicksalssteine finden, alles Böse vom Kontinent fegen und dem Regenten König Frederick Zöpfe flechten. Auf diese Weise seid ihr gut 40 Stunden beschäftigt, bevor der Abspann über den Monitor flimmert.Das Gameplay: HOMM 3 im hübscheren GewandWer mit Amelie auf die Suche geht, kann sich entscheiden ob er die Prinzessin Richtung Krieger, Paladin oder Magier ausbildet. Der Krieger ist ein starker Anführer unter dem etliche Truppentypen dienen können, der Magier hat es schwer Anhänger zu finden, kann dafür aber mächtige Kampfmagie entfesseln, während der Paladin den Allroundcharakter darstellt.So reitet unsere Prinzessin in Echtzeit über die bunteste Karte seit Erfindung der Pastellfarben, heimst Artefakte ein, besucht allerlei Hütten, Tempel und andere abstruse Orte um sich eine schlagkräftige Armee aufzubauen. Kommt es zu einem Zusammenstoß mit einer feindlich gesinnten Kreatur wird in die Rundenstrategieansicht umgeschaltet, wo jeder Truppentyp einzeln gesteuert werden darf. Fast jede Rasse bietet mindestens zwei besondere Fähigkeiten die zur richtigen Zeit eingesetzt über Sieg oder Niederlage entscheiden. Genau hier hat das Spiel seine stärksten Momente. Weit über 50 Kreaturen kann man anwerben, dabei den Überblick über alle Fähigkeiten zu behalten, ist schier unmöglich. Das Kampsystem ist aber durch die enorme Auswahl von Skills so flexibel, dass mit etwas Finesse auch übermächtige Gegner zu Fall gebracht werden können. Unsere Protagonistin mischt sich übrigens nur mittels Zaubersprüche ins Geschehen ein. Die Neuheiten: Überschaubar dafür sinnvollEine witzigste Neuerung lässt sich während der Kämpfe beobachten: Zu Beginn darf man aus sieben Jungdrachen einen wählen, der mit seinen besonderen Kräften die Kämpfe unterstützt. Dieser geflügelte Helfer bekommt nach jedem absolviertem Gefecht Erfahrungspunkte und entwickelt sich im Laufe des Spiels zu einem machtvollen Verbündeten. Die Wutgeister aus dem Vorgänger wurden zugunsten der Drachen gestrichen, eine verständliche Entscheidung da beide Möglichkeiten einfach zu viel des Guten gewesen wären.Die Welt Teana ist kein zusammenhängender Kontinent sondern ein zerklüftetes buntgefärbtes Inselkonglomerat für das man notwendigerweise ein Schiff benötigt. Diese liegen an strategisch wichtigen Punkten bereit, und nach Inbesitznahme einiger Inseln stößt man auf das neu integrierte Volk der Echsenmenschen. Diese unliebsamen Kreaturen sind mit Vorsicht zu genießen und richtig schwere Gegner. Wie es sich für eine quasi Erweiterung gehört, fröhnt man grundsätzlich dem Motto: „Von allem etwas mehr!“ Mehr Items, mehr Skills, mehr Gegner, mehr Zaubersprüche… Nicht immer ist das ganz so sinnvoll. Wie oberhalb schon angemerkt, geht die Übersichtlichkeit bei den anwerbbaren Kreaturen sehr schnell verloren. Da das Spiel einem phasenweise richtig knifflige Kämpfe präsentiert, kann es schon frustrierend sein, etliche Male denselben Schlüsselkampf auszuführen, bis man weiß welche Armeekonstellation die Wirksamste ist. Steuerung, Sound, Grafik: Problemlos, Passend, GeschmackssacheSteuerungsseitig gibt es bei der gepanzerten Prinzessin keinen Grund zur Klage. Mit maximal drei Klicks hat man jedes Menü erreicht und die Bedienstruktur ist logisch und selbsterklärend. Der Sound fällt in die Kategorie unaufdringlich aber lieblos. Fanfarengedöhns wechselt sich mit Ethnoklängen ab.Die Grafik ist wie eingangs schon erwähnt extrem bunt gehalten, und stark comichaft überzeichnet. Den Trashfaktor der Story unterstützt die Grafik auf jeden Fall ausgezeichnet. |
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