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Test: Chronostorm

Zeitreise-Comic in Echtzeitstrategie. Einen Blick wert?
 Chronostorm
Im Osten was Neues: Die ukrainischen Entwicklern Ulysses Games stellen ihr Echtzeit-Strategiespiel Chronostorm - Conflict of Time im Cel-Shading-Look in die deutschen Händlerregale. Hinrennen und kaufen?

Russland vs. China

2015 experimentieren die Russen an der chinesischen Grenze mit der Nutzung temporärer Zeitverlangsamungstechnik als taktische Superwaffe. Die chinesischen Nachbarn fühlen sich dadurch natürlich angemacht und versuchen mir nichts dir nichts an die neue Technologie zu kommen. Dieses dünne Storygerippe muss dann auch für den Spieler als Antrieb reichen, um als Kommandeur der russischen Streitkräfte die Chinesen von Mütterchen Russlands Boden wieder zu vertreiben und damit natürlich auch gleich noch den Weltfrieden zu bewahren.
Bereits nach etwas mehr als einem Dutzend Missionen hat man die Kampagne auch schon durch. Im Skirmish-Modus oder im Multiplayer via LAN für max. acht Spieler darf man dann noch gegeneinander antreten.
Der Versuch die Missionen mit kleinen geskripteten Ereignissen abwechslungsreicher zu gestalten ist zwar löblich, dennoch bleibt immer nur das genretypische spielerische Allerlei ohne echte Überraschungen oder gar neue, frische Ideen. Dort ein Häuserkampf, da eine Stellung halten oder hier ein Dorf erobern. Alles schon mal irgendwo gesehen, alles schon mal irgendwann gespielt – gähn.

Dumme Einheiten verlaufen sich oft

Per klassischem Basenbau setzt man die üblichen Verdächtigen wie Kraftwerk, Kaserne oder Fabrik in der Nähe des meist fest vorgegebenen Hauptgebäudes in die Botanik. Geld fließt übrigens durch das Besetzen von auf den Maps verteilten Bunkern in die Kasse, die dadurch natürlich hart umkämpft sind. Das Einheitenlimit wird durch den Strom, also indirekt durch die Anzahl der Kraftwerke erweitert.
Auf die Befehle des Spielers warten das übliche Fußvolk und einiges an schwerem Kriegsgerät wie Katjuschas, Panzer oder Helikopter. Etwas origineller sind zu erforschende experimentelle Waffen, mit denen man u.a. per Zeitreise Verstärkung aus der Vergangenheit (Mao oder T-34-Panzer) rufen kann. Punktuelle Stasis oder Energieschilde dürfen zudem kurzzeitig für Geld eingesetzt werden.
So weit so gut, wäre da nicht die grottenschlechte Wegfindung. An jeder Engstelle verhaken sich die Fahrzeuge und man muss ständig von Hand entknäulen. An anderer Stelle bleiben Soldaten stur stehen, sodass schwere Panzer Zickzack um sie herum fahren müssen. Und wenn schon, dann natürlich dummerweise auch gleich durch die feindliche Schusslinie in den sicheren Tod. Die dumme KI gibt dem Spiel den Genickschuss. Eigene Einheiten rennen allzu gern den Feinden die halbe Map hinterher, während die Gegner-KI viel zu durchschaubar agiert und stets nach Schema F angreift.
Zu allem Übel stimmt das Balancing der Einheiten nicht. Helikopter oder Katjuschas sind viel zu stark, bzw. haben eine viel zu große Reichweite, der andere Einheiten nichts entgegenzusetzen haben.

Alte Technik im Cel-Shading-Look

Grafisch wirbt man mit einer – so wörtlich – „Hochdetaillierten 3D-Spielwelt im innovativen Cel-Shading-Look“ auf der Verpackung. Das ganze entpuppt sich aber als Witz. Die Umgebungen sind grau, blass und detailarm. Die Gebäude wurden eintönig modelliert und auch die Einheiten lassen das letzte Quäntchen Liebe zum Detail vermissen. Ab und an gibt es ein paar Explosionseffekte, die aber keinen wirklich vom Hocker hauen dürften. Der Cel-Shading-Look ist eher störend als wirklich innovativ. Die Story wird, wenn überhaupt, langweilig in Standbildern erklärt. Gleiches gilt für die Briefings.
Immerhin gibt es eine professionelle deutsche Synchro, die aber letztendlich auch nicht mehr viel rausreißen kann. Zumal die russische Folklore-Hintergrundmusik sich zu oft wiederholt und Effektgeräusche zum Teil lächerlich klingen.
Screen 1
In den Ruinen einer Stadt bringen wir unsere Truppen in Stellung.
Screen 2
Wegen den kleinen Blutspritzern gab es wohl immerhin eine USK 16.
Screen 3
An der ersten Engstelle ist schon alles zu spät: Stau!
Screen 4
Die Helis sind viel zu Overpowered.
Screen 5
Ab und an gibt es Explosionseffekte.
Screen 6
Nicht nur bei „Unser Dorf soll schöner werden“ gäbe es dafür sicher keinen Preis.

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Chronostorm

Packshot
3D-Echtzeitstrategie
von The Games Company
USK-Freigabe ab 16 Jahren
PCMärz 2010

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News zum Spiel

05.03.10
PC
Neuer Echtzeitstrategie-Titel Chronostorm im April

Letzter Trailer zum Spiel

Trailer-Bild
dt. Release-Trailer (1:17)

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