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Test: Wings of Prey
Mehr als ein verspätete Umsetzung unter neuem Titel?Wer bisher in hitzigen Luftkämpfen über England, Stalingrad, den Ardennen oder Berlin bestehen wollte, konnte auf den Konsolen auf IL2-Sturmovik – Birds of Prey zurückgreifen. Gaijin Entertainment bringt nun die PC-Umsetzung unter neuem Titel.Von Dover bis BerlinIn Wings of Prey übernimmt der Spieler die Rolle von drei Piloten auf englischer, russischer und amerikanischer Seite während des Zweiten Weltkriegs. Dabei kämpft man in der Luftschlacht von England, bei der Verteidigung von Stalingrad, der Landung in Sizilien oder dem Angriff auf Berlin. Insgesamt gibt es 6 Abschnitte mit insgesamt etwa 50 Einsätzen, die während des Fortschritts der Kampagne immer länger und herausfordernder werden. Nach jedem Einsatz bekommt man einen vertonten Auszug in englischer Sprache aus dem Tagebuch des jeweiligen Piloten, was wohl einen Einblick in die Seele eines Piloten im Zweiten Weltkrieg bieten soll. Ansonsten ist die Geschichte eher lahm, lediglich bei der Einführung des Abschnitts gibt es ein paar bewegte Bilder zur Einstimmung. Wie in anderen Flugsimulationen dieser Art fehlt das Drumherum. Ein Einsatz nach dem Anderen, ab und zu eine Textmeldung, dass man befördert wurde und wenn man durch ist, ist man durch. So sieht jedenfalls keine Fliegerkarriere mit Tiefe und Spielatmosphäre aus.Zum Einsatz kommen während der Kampagne etwa 40 der berühmtesten Jäger und Jagdbomber dieser Zeit. Angefangen bei Messerschmidt und Spitfire, über Sturmovik, Hurricane, bis hin zur P47 Mustang. Anders als in der Konsolenfassung darf mn hier auch in das Cockpit eines Bombers, wie B-17, Junkers Ju-88 oder Blenheim steigen. Haken an der Sache ist, dass man nur in den Trainingseinsätzen diese großen Flugzeuge fliegen darf. Vielleicht gibt es aber mittels DLC Nachschub. Bereits verfügbar ist eine Sammlung von Einsätzen, die den Spieler auch mal als Pilot der Luftwaffe in die Luft schicken. 15 US Dollar für 10 Missionen über den bekannten Einsatzgebieten, klingt nach Abzocke. Neben der Kampagne und dem Training darf man sich in mehreren Tutorials das Fliegen beibringen. Aber auch online geht es, einen Account bei yuplay.com vorausgesetzt, über die Wolken. Dabei werden verschiedene Modi im Team, Koop oder einzeln geboten. Leider darf man nicht im LAN gegeneinander antreten. StartschwierigkeitenBevor es in die Luft geht, sollte man sich mit dem entsprechenden Equipment ausstatten. Mindestens ein Gamepad sollte man sein Eigen nennen. Dann geht es aber erst mal durch den Urwald der möglichen Belegungen, das ist vor allem der Fall, wenn man keinen der Gamepads und Joysticks besitzt, die bei den Layouts vorgegeben sind. Wirklich blöd ist es aber erst, wenn man versucht die Taste für das Fahrwerk zu finden, die es nirgendwo zu geben scheint.Hat man dann mit etwas Probieren die richtigen Einstellungen gefunden, kann es dann in drei unterschiedlichen Realitätsgraden auf die Jagd gehen. Im Modus „Arcade“ steuert und schießt man eigentlich nur, wie man das auch z.B. aus Blazing Angels kennt. Ab „Realistisch“ geht es kaum noch ohne Joystick und die optischen Hilfen sind eingeschränkt. Im Modus „Simulation“ sind dann alle Hilfsmittel entfernt und man sollte sich vor dem Trudeln in Acht nehmen. Dazu bieten die gegnerischen Piloten auf den höheren Schwierigkeitsstufen auch eine gute Herausforderung.In den Einsätzen gibt es aber meist die übliche Pilotenkost. Luftüberlegenheit, Bomberabwehr, Bodenangriff, Aufklärung usw. Viele der Einsätze wirken austauschbar und bieten keine Akzente. Da hätten dynamische Missionen, ein kleines Zwischenleben auf dem Fliegerhorst inkl. Abschusslisten, Flugzeugkonfiguration, -design, Gespräche mit Vorgesetzten und anderen Piloten viel mehr Atmosphäre geschaffen. Schön anzusehenBei aller Tristesse der Spielatmosphäre schafft es Wings of Prey aber trotzdem eine gute Figur zu machen. Die Flugzeugmodelle sind detailliert nachgestellt und besitzen scharfe Texturen. Die Landschaften sind schön anzusehen und vor allem bieten sie für eine Flugsimulation ebenfalls sehr viel Detail, ob Flachland, bergige Regionen oder Küstengebiete. Außerdem gibt es Nachtflüge im Mondschein über mit Suchscheinwerfern gespickten Städten. Das alles sieht sehr gut aus und wirkt durch die realistischen Feuereffekte, Flakexplosionen und dem gut in Szene gesetzten Schadensmodell recht authentisch.In Sachen Soundeffekte gibt es hier auch nichts zu meckern. Feuerstöße, Explosionen, Motorengeräusche oder der Funkverkehr fördern die Atmosphäre zumindest im Kampfgeschehen erheblich. Musikalisch werden die Einsätze mit passenden Stücken untermalt, die zu dem auch die Stimmung je nach Situation ändern. In Sachen Präsentation hat man hier gute Arbeit geleistet, vor allem zeigt sich Wings of Prey außerordentlich performant und mit kurzen Ladezeiten, selbst bei hohen Auflösungen und vielen Gegnern. |
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