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Test: Disciples 3
Eine legendäre Spieleserie geht weiter
Kalypso Media schlägt dem diesjährigen Sommerloch ein Schnippchen, und bringt mit Disciples 3 ein Rundenstrategiepaket in die Läden, das für runde 50 Stunden Unterhaltung gut ist. Spieler jüngeren Datums werden mit der Disciples Reihe nicht mehr viel anfangen können, erschien der zweite Teil doch bereits 2002 neben so illustren Klassikern wie Heroes of Might & Magic IV oder Civilization III .Story = Fantasy-StandardkostIm Gegensatz zu damaligen Konkurrenzprodukten hatte die Disciples Reihe zwei Alleinstellungsmerkmale: Ein düsterer fast schon „depressiv“ anmutender Grafikstil sowie ein fordernder Schwierigkeitsgrad. Mit dem dritten Teil will man die Serie wiederbeleben, quasi eine „Renaissance“ einläuten.Wie im Fantasy Genre üblich kann ohne ernstzunehmende Bedrohung keine lohnenswerte Geschichte erzählt werden. Hier ist es das uralte Böse das wieder aufersteht, alles und jeden unterjochen möchte, natürlich unter möglichst viel Qual und Elend. Nur gut, dass ein engelsgleiches Wesen den Kontinent betritt, um das sich die Fraktion der Elfen, Menschen und Dämonen streiten, denn nur die Macht des unbekannten Wesens kann Verdammnis oder Erlösung bringen. Altbekanntes Gameplay – Feinheiten beim HeldenDisciples 3 legt sein Hauptaugenmerk auf eine Kampagne die aus drei verschiedenen Blickwinkeln erforscht wird. Aus Gründen der Erzählstruktur empfiehlt es sich, zuerst auf Seiten der Menschen und dessen Haupthelden Lambert zu beginnen. Danach spielt man auf Seiten der Dämonen, quasi den Fieslingen der Kampagne, und zum Abschluss übernimmt man die Seite der noblen und hochmütigen Elfen. Abseits der Kampagne steht noch ein Hotseat-Modus (LAN/Online gibt es nicht) sowie eine Möglichkeit bereits absolvierte Missionen nochmals zu bestreiten bereit.Wer Experimente beim Gameplay sucht ist in der Rundenstrategie am falschen Platz: Auf einer Weltkarte erforscht man das Terrain, versucht nützliche Items zu sammeln, und über Kämpfe, die Erfahrungspunkte sowie Belohnungen bringen, werden Einheiten aufgelevelt. Je nach Fraktion ist der Hauptheld vorgegeben, darf aber innerhalb eines gewissen Rahmens entwickelt werden. Zwar sind die Möglichkeiten nicht mit modernen Rollenspielen vergleichbar, doch gibt es durchaus fünf relevante Attribute (Ausdauer, Stärke, Gewandtheit, Intelligenz, Geschicklichkeit) die bestimmen ob man Richtung flinker Meuchler oder „Frank the Tank“ entwickelt. Um die Charakterentwicklung etwas zu verfeinern, wurde ein Fertigkeitstableau integriert, das spezielle Sonderfähigkeiten aktiviert und nach dem Dominoprinzip funktioniert. Bei der Charakterentwicklung gilt es mit Bedacht zu entscheiden, denn einmal getroffene Entscheidungen lassen sich nicht mehr rückgängig machen. Außerdem wird nach jeder Mission der Hauptheld samt Inventar übernommen, bereits hochgezüchtete Einheiten bleiben leider zurück. Wer es sich leisten kann, muss nicht mit einem einzelnen Trupp die Gegend unsicher machen, sondern darf je nach Geldbörse verschiedene Co-Helden anheuern und mehrere Armeen dirigieren. Unrundes Kampfsystem – schönes LevelsystemIn der Welt von Disciples 3 stehen die kurzen taktischen Kämpfe im Vordergrund. Im Stil von Heroes of Might & Magic V stehen sich maximal fünf Einheiten (Söldnereinheiten ausgenommen) auf jeder Seite gegenüber. Zug für Zug versucht man das Terrain bestmöglich zu nutzen, und dadurch die eigenen Einheiten am Leben zu erhalten, denn nur dann bekommen diese auch Erfahrungspunkte. Eigenartigerweise hat man beim Kampfterrain versäumt mehr taktisch relevante Felder einzubauen. Alle Schlachtfelder sind bretteben, bis auf ein maximal zwei speziell gekennzeichnete Felder wirkt sich das Gelände überhaupt nicht auf den Kampfverlauf aus. Wieso gibt es keine Anhöhen, Sumpfgebiete, die die Bewegung verlangsamen, oder beeinflussbares Terrain? Das Kampfsystem an sich hat auch einige komische Eigenheiten: So treffen alle Schützen jedes beliebige Feld, ein Reichweitesystem gibt es nicht, selbst wenn ein Bogenschütze in die Zange genommen wird, kann er jedes Ziel auf dem Schlachtfeld anvisieren. |
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