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Test: Singularity
Ein Shooter der ein neues Zeitalter einleitet?
Als ich die ersten Bilder von Singularity sah, dachte ich: „Cooles Zeitfeature, hoffentlich kann man das nicht nur sporadisch einsetzen.“ Denn rein theoretisch lässt sich mit der Zeit richtig gut spielen. Timeshift hat uns einen kleinen Einblick gegeben, wie so etwas bei einem Shooter aussehen kann. Macht es Singularity besser?Die Russen kommen mal wiederIn den 50er Jahren wurde auf der fiktiven Insel Katorga 12 das Element 99 (E99) gefunden, ein Stoff der unheimlich viel Energie besitzt. Stalin ließ Experimente mit dem instabilen Material durchführen, was in einer Katastrophe endete. Die Insel wurde geräumt und von allen Karten gestrichen.Im Jahre 2010 wecken erhöhte Strahlenwerte die Aufmerksamkeit der USA, die auf keinen Fall ein zweites Tschernobyl wollen. Mit einem Aufklärungstrupp geht es also zur Insel. In der Haut eines stummen Soldaten geht es auch wenige Sekunden nach Spielbeginn mit dem Transporthubschrauber steil bergab. Man erwacht in Ruinen. Kurz danach gibt es einen ersten Zeitsprung. In der Vergangenheit macht man einen fatalen Fehler und rettet dort Dr. Nikolai Demichev, der besser der Flammenhölle zum Opfer gefallen wäre, aus der man ihn zieht. Zurück in der Zukunft hat dieser Doktor dank E99 die Weltherrschaft an sich gerissen. Es gilt also einiges gerade zu biegen. Überall bedientDie Story von Singularity strotzt vor Klischees und kommt auch wenig überraschend daher. Als großes Vorbild in vielen Belangen musste BioShock herhalten. Schon der Spielbeginn mit dem Absturz und den brennenden Wrackteilen erinnert enorm an den Unterwasser-Shooter. Weitere Ähnlichkeiten gibt es mit den Tonbändern, die man überall auf der Insel findet und die einem das Schicksal einiger Bewohner näher bringen. Zudem kann man an bestimmten Stellen seine Waffen und die Fähigkeiten des Helden aufmotzen, darunter z.B. größere Magazine oder höhere Treffsicherheit der Ballermänner. Weitere Ähnlichkeiten gibt es mit Half-Life 2 und Timeshift und das dank eines Gerätes: Das Zeitmanipulationgerät, kurz ZMG. Dieses gute Stück erhält man nach ca. einer Stunde Spielzeit und soll Singularity von allen Shootern abheben.Altern in RekordzeitDas Gerät, das sich an der Hand des Protagonisten befindet, kann zu Beginn nur die Zeit manipulieren und das hat in den ersten Minuten durchaus seinen Reiz, da überall Gegenstände rumstehen, die man verändern kann. Z.B. werden aus zerbrochenen Kisten wieder Munitionsspender oder eingestürzte Treppen wieder begehbar. Auch die ersten Rätsel mit dem Teil machen Laune. Da schnappt man sich z.B. eine kaputte Kiste, klemmt diese zwischen ein Tor, das nicht ganz aufgehen will, repariert den Behälter dank Vergangenheit und öffnet so das Tor. Im ersten Moment fand ich diese Art von Rätsel grandios, nur taucht diese Vorgehensweise etliche Male im Spiel auf. Außerdem lässt sich mit dem Gerät viel zu wenig anstellen. Richtig coole Aktionen wie beispielsweise das Reparieren einer großen Brücke sind lediglich Scriptsequenzen.Die Zeit als WaffeIm weiteren Spielverlauf wird das ZMG durch diverse Funktionen erweitert. Genau wie beim Gravitron lassen sich dann schwere Gegenstände heben und wegschleudern. Außerdem kann man später eine Art Zeitschild erschaffen, das vor Kugeln schützt. Das ZMG kann auch als Waffe genutzt werden. Menschliche Gegner zerfallen so z.B. nach wenigen Sekunden zu Staub. Bei den Mutanten hat die Gerätschaft immer eine unterschiedliche Wirkung. Die werden z.B. dadurch nur extrem verlangsamt.Tja, aber all diese Funkionen braucht man nur wenn es das Spiel verlangt und im Gefecht so gut wie gar nicht. Die wenigen Gegnertypen glänzen mit wenig Intelligenz und lassen sich mit den Standardwummen wie Schrotflinte, Pistole oder MG bestens wegpusten. Auf Konsole besser spielbar!?Singularity wurde primär für die Konsolen entwickelt und das merkt man dem Spiel an vielen Stellen an. Das geht bei den Menüs los und endet bei der mauen Grafik. Nichts wurde für den PC angepasst. Im Vergleich zu der ebenfalls getesteten Xbox 360 Version gibt es optisch quasi keine Unterschiede und dank des Pads spielt sich der Ego-Shooter sogar geringfügig besser, da die Tastatur einfach überbelegt ist. Dass ich das noch als PC-Zocker jemals schreiben würde, hätte ich nicht gedacht … Akustisch gibt es nichts zu meckern. Die deutschen Sprecher machen ihre Arbeit sehr gut. Mal sollte allerdings wissen, dass die hiesige Fassung einiges an Gewalt-Federn lassen musste.Im Multiplayer-Modus dürfen sich Menschen und Mutanten bekriegen. Beide Arten spielen sich sehr unterschiedlich da schon die Ansicht eine andere ist. Soldaten kämpfen aus der Ego-Perspektive, Degenerierte aus der 3rd-Person. Der Mehrspieler ist durchaus unterhaltsam, nur findet man selten Mitspieler, was wohl ein Zeichen für schlechte Verkaufszahlen ist. |
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