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Test: Monkey Island 2: Special Edition

Lohnt sich eine Rückkehr in die Karibik?
 Monkey Island 2: Special Edition
Vor rund einem Jahr verblüffte Lucas Arts die Adventure-Fans mit der Veröffentlichung einer Special Edition des Kult-Klassikers The Secret of Monkey IslandWeitere Infos. Nach dem großen Erfolg des Remakes kam dann die Ankündigung einer Monkey Island 2 Special Edition weniger überraschend. Wir haben den Seesack geschnürt und uns auf in die Karibik gemacht.

Auf Schatzsuche

Guybrush Threepwood hat es geschafft! Er ist der berühmteste Pirat der sieben Weltmeere (zumindest glaubt er das von sich) und beglückt jeden, der es wissen will – oder auch nicht – mit der Geschichte seines Sieges über den Zombiepiraten LeChuck. Dummerweise wird eben dieser LeChuck durch ein Missgeschick, an dem Guybrush natürlich(!) keinerlei Schuld trägt, genau dann wieder zum Leben erweckt, als sich unser Möchtegern-Pirat auf der Suche nach dem legendären Schatz Big Whoop befindet.

Frischer Wind in der Karibik

Das Interface wurde sinnvoll überarbeitet, so dass die Spielwelt den gesamten Bildschirm ausfüllt. Die verschiedenen Aktions-Symbole (Drücke, Ziehe, Benutze etc.) wählen wir nun durch einen Rechtsklick auf manipulierbare Objekte oder NPCs aus. Die naheliegendste Aktionsmöglichkeit ist automatisch angewählt – also etwa Öffne, wenn wir eine Tür anklicken. Die Vielfalt der Aktions-Symbole ist einerseits etwas umständlich, andererseits eröffnen sich hierdurch auch mehr Rätselmöglichkeiten.
Das Inventar rufen wir mit der mittleren Maustaste auf. Hier wandern die von uns aufgesammelten Objekte hinein. Neu ist, dass eine unhandliche Hotspotanzeige potentiell spielrelevante Gegenstände anzeigt. Unhandlich deshalb, weil teilweise nahezu alle Gegenstände einer Szene hell hervorgehoben werden. Zudem ist die Auslösung per gleichzeitig gedrückter linker und rechter Maustaste nicht gerade optimal.

Abgedrehter Spaß mit den Männern ohne Moral

Vom Gameplay hat der Klabautermann die Finger gelassen. In Monkey Island 2 knobeln wir uns nach wie vor durch Objekt- und Dialogrätsel. Diese sind Lucas Arts-typisch humorvoll und clever durch motivierende Rätselketten miteinander verknüpft. Bisweilen wird die Grenze zur Nachvollziehbarkeit allerdings auch überschritten, so dass man nicht nur um die Ecke, sondern gleich um einen ganzen Häuserblock denken muss. Verzweifeln müssen Leichtmatrosen jedoch nicht, da sich hilfreiche Lösungshinweise auf Wunsch anzeigen lassen.
Der Humor der Piraten-Satire ist bis heute unerreicht und steht beispielhaft für das hohe Niveau der Lucas Arts-Adventures. Etliche Anspielungen auf Filme und Spiele sorgen für Heiterkeit am heimischen PC. Egal ob Piraten, Voodoo oder Indiana Jones: Hier wird einfach alles – inklusive Tollpatsch und Sympathieträger Guybrush - auf die Schippe genommen. Zudem wird das Ganze immer mit einer gehörigen Priese Selbstironie präsentiert.

Neuer Look

Auch grafisch wurde Monkey Island 2 überholt. Die Modernisierung erfolgte sinnvoll, vor allem die Frisur von Guybrush (!), ohne dabei den Charme des Originals zu verlieren. Dass man den originalen Charakter des Spiels beibehalten wollte, wird auch bei den Animationen deutlich. Damals top, heute jedoch technisch nicht mehr auf dem aktuellen Stand. Ohnehin geizt die Spielwelt mit Animationen. Nostalgiker können, wie schon im vorherigen Remake, zwischen Original und Klassikerversion hin- und herschalten.
Als neues Feature dürfen wir nun auch den guten englischen Sprechern in der Klassikerversion lauschen. Die deutschen Untertitel sind insgesamt ordentlich. Piraten, die nicht des Englischen mächtig sind, verpassen jedoch so manchen Schenkelklopfer, weil etwa Wortspiele einfallslos übersetzt wurden. Auch wurden einige Namen schlicht eingedeutscht. So wird Smith zu Müller oder Cadillac zu Mercedes.
Problematisch wird es aber dann, wenn wir uns in die Bibliothek auf Booty Island begeben. Dort benötigen wir einige Bücher, die wir zuvor in einem Karteikasten suchen. Als wir unter B nach Big Whoop nachschauen, finden wir einen Verweis auf Schatz. Da wir dort jedoch nicht fündig werden, führt uns schließlich ein Blick unter T (wie Treasure) zum Objekt der Begierde.
Als besonderen Bonus gibt es in den verschiedenen Szenen zuschaltbare Audiokommentare des damaligen Entwicklerteams um Ron Gilbert. Hier erfahren wir viel Interessantes und so manch Profanes. Wer sich für die neue Version von Monkey Island 2 bereits einen Platz im heimischen Regal ausgesucht hat, wird enttäuscht werden. Anders als es der Name Special Edition vielleicht andeutet, erscheint das Remake ausschließlich als Download-Version.
Screen 1
Tief in der Karibik
Screen 2
Kommentare der Entwickler
Screen 3
Gestern...
Screen 4
...und heute
Screen 5
Der legendäre Spuckwettbewerb
Screen 6
Wer liegt in dem Sarg?

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Monkey Island 2: Special Edition

Packshot
Klassisches Adventure
von LucasArts
USK-Freigabe ab 12 Jahren
PCJuli 2010
PS3Juli 2010
360Juli 2010

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E3 2010 (1:15)

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