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Eines kann man Kalypso Media nicht vorwerfen: Das sie kein gutes Händchen für qualitative Remakes besitzen. Tropico 3 z.B. bescherte der Wormser Firma durchwegs gute Kritiken, und auch Disciples III ist ein würdiger, wenn auch nicht perfekter Vertreter der rar gesäten Rundenstrategie. Anfang September 2010 soll ein weiterer Vertreter einer alterwürdigen Spielereihe in den Regalen bereitstehen: Patrizier IV. Jene die schon Patrizier II gespielt haben, wundern sich vielleicht, warum nach der zwei gleich die Nummer vier folgt. Das rührt daher, dass das in unseren Gefilden erschienene Patrizier 2 und Addon international als Patrizier III vermarktet wurde. Anhand einer noch nicht finalen Version sind wir in der Lage, euch einen Einblick in die Handelssimulation zur Zeit der Hanse zu geben. Kapitalismus purAngehende Kaufmänner dürfen entscheiden ob sie mit dem Kampagnenmodus starten, oder sich im freien Spiel behaupten möchten. Ein Multiplayer Modus soll in der Grundversion nicht implementiert sein, könnte aber nachgeliefert werden (Addon?). Egal welchen Modus man wählt, das Spiel gliedert sich in zwei verschiedene Spielebenen: Die Seekarte ist der Hauptbereich. Von hier aus verschickt man seine Schiffe von einer Stadt zur nächsten, immer bedacht darauf Waren günstig zu kaufen und teuer zu verkaufen. Ein dynamisches Handelssystem, das die Preise je nach Angebot und Nachfrage ständig neu berechnet, sorgt für ein überaus forderndes und realistisches Auf und Ab der Preise.Mit der Zeit begegnet man nicht nur Computergegnern sondern auch Piraten, dann darf man die Auseinandersetzung in einer Seeschlacht abhandeln. Hat man sich entschieden den Konflikt manuell auszutragen, stehen sich die betroffenen Schiffe in bewährter Pirates -Manier gegenüber. Durch geschickte Manöver und gezielte Treffer werden die Vogelfreien entweder versenkt oder zur Aufgabe gezwungen.Läuft ein Schiff in eine Stadt ein, hat man Zugang zur betreffenden Stadtansicht. Darin kann man bestimmte Gebäude wie Rathaus, Taverne, Werft und dergleichen mehr anklicken und erhält dadurch Zugang zu den Feinheiten des Spiels. Egal ob man Matrosen anheuert, Faktoreien baut, neue Schiffe in Auftrag gibt, oder einfach das bunte Treiben am Marktplatz beobachten will, die Stadtansicht ist der Zugang zu vielfältigen Aktionsmöglichkeiten. Sobald man sich ein kleines Vermögen erwirtschaftet hat, kann man es sich leisten in die Politik einzusteigen. Hat man entsprechendes Ansehen und Vermögen ist es möglich sich für die Bürgermeisterwahl aufstellen zu lassen. Als Bürgermeister ist man zugleich oberster Bauherr und hat damit Zugriff auf erweiterte Baumöglichkeiten. Behutsame NeuerungenGenerell soll Patrizier IV alle Tugenden der Vorgänger mitbringen, Neuerungen werden sich daher nur in Details finden lassen. So sollen in der finalen Version geschichtliche Fakten mehr Bedeutung haben. Landesfürsten bekommen reale Namen, und auch die Kaperfahrten vom legendären Nordseepiraten Störtebecker will man noch mit einbauen. Überhaupt will man den Piraten etwas mehr Gewicht beimessen. Bisher sind die Freibeuter immer nur sporadisch aufgetaucht und machten einem das Leben schwer. Im neuen Patrizier Teil wird es Piratenverstecke geben, die man erst entdecken muss. Danach kann man Handel treiben, oder mit Waffengewalt gegen die Störenfriede vorgehen.Ebenfalls noch nicht implementiert: Bis zu acht KI-gesteuerte Gegner, die die Preise des Handelssystems beeinflussen. Der Warenbereich erfährt ebenfalls eine kleine Änderung. Jede Stadt verfügt über eine spezielle Ware die sich regional unterscheidet, im Hanseeinflussgebiet aber besonders nachgefragt wird. Solides GrundgerüstDie Vorabversion vermittelt einen guten Eindruck was man technisch von Patrizier IV erwarten kann: Schon beim Vorgänger war die detaillierte 2D Grafik in der Stadtansicht ein echter Hingucker. Heutzutage wird natürlich durchgängig 3D eingesetzt, der belebte Eindruck in den Städten ist aber bereits gut zu erkennen, obwohl noch etliche grafische Feinheiten dazukommen werden. Bereits erkennbar waren aber die regionalen Unterschiede in den Städten: Im hohen Norden baut man die Häuser anders, und es liegt bei weitem länger Schnee. Einzig die Seekarte wirkt noch sehr nüchtern, farb- und leblos, genauso wie die Schiffsmodelle denen augenscheinlich noch einige Details fehlen.Grafisch wird Patrizier IV sicher nicht mit Anno 1404 mithalten können, das Programm spielt budgettechnisch in einer ganz anderen Liga. Dennoch erzeugt Patrizier IV jetzt schon ein lebendiges Bild einer alten Welt durch eine zweckmäßige Präsentation. | ||||||||||||||||||||||||||||
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