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Test: Jekyll & Hyde

Mann oder Monster, das ist hier die Frage!
 Jekyll & Hyde
Mal wieder darf „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ als Vorlage herhalten. Gemein damit hat auch die neuste Umsetzung nur die titelgebenden Figuren und deren Metamorphose. Ansonsten wird sich, gerade bei der Interpretation des bösartigen Mr. Hyde, eher an Filmvorlagen, wie Van Helsing, oder „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ orientiert, was deutlich mehr in Richtung physischem Monster geht, als die Literatur eigentlich hergibt.
Auch bei der Story um Seuchen, Verschwörungen und Sekten bedient man sich recht frei im Horror-/Mysterygenre, wobei das schon zum viktorianischen Umfeld der Vorlage passen könnte.

Heilmittel und Tunnellabyrinthe

Wir befinden uns im London des Jahres 1894, wo eine unbekannte tödliche Seuche die Armenviertel heimsucht und erstaunlicherweise lediglich Kinder unversehrt lässt.
Dr. Jekyll entwickelt einen vermeintlichen Heiltrank, der ihn im Selbstversuch jedoch in sein düsteres Alter-Ego Mr. Hyde verwandelt. Als der Doktor versucht herauszufinden, was während seines Mr. Hyde Blackouts passiert ist, stößt er bei den Untersuchungen auf ein Tunnelsystem unter seinem Haus und begibt sich neugierig an die Untersuchung desselben.
Im weiteren Verlauf ergründet man nun die Geheimnisse einer uralten Sekte, lüftet eine sehr aktuelle Verschwörung und sieht sich mit dem wachsenden Einfluss des Mr. Hyde konfrontiert.

Genremix

Jekyll & Hyde ist im Grunde genommen ein klassisches Adventure mit einem großen Anteil Actionelementen. Neben den üblichen Kombinations-, Inventar- und Maschinenrätseln, bietet das Spiel Passagen, in denen man Hüpf-, Kletter- und Kriecheinlagen bewältigen muss. Des weiteren bekommt man es auch mit Quicktime-Events zu tun. Man steuert typischerweise Dr. Jekyll, der nur in bestimmten Situationen in Mr. Hyde verwandelt werden kann, bzw. automatisch verwandelt wird. Hyde ist vor allem körperlich überlegen und kann daher z.B. weiter und höher springen.
Als Ergänzung zu den genretypischen Rätseln, schleppt Dr. Jekyll ein Miniaturlabor mit sich rum, mit dem man von Zeit zu Zeit bestimmte Tränke brauen muss. Anhand von bestimmten Rezepten muss man das Mischungsverhältnis verschiedener Zutaten bestimmen. Die Rezepte sind allerdings so unpräzise, dass das Ganze jedes Mal zum wilden Rumprobieren ausartet, was einfach nur aufhält und dem Spielfluss keinen Gefallen tut. Diese Tränke werden im Spielverlauf dann rollenspielartig eingesetzt, um bestimmte Fähigkeiten des Spielcharakters zu verbessern.
Was die sonstigen Rätsel angeht, lassen sie sich meistens logisch lösen. Dank Hotspotfunktion sind die meisten nutzbaren Gegenstände auch leicht zu finden. Leider führen einen die Action-Abschnitte zumeist durch ewig große Labyrinthe, was lange Laufwege bedeutet und irgendwann ziemlich langweilig wird, wenn man in insgesamt sechs Kapiteln, mit bis zu sieben Abschnitten, immer wieder die gleichen Fallen und Hindernisse vorfindet.
Jedes Kapitel spielt in einem bestimmten Bereich von Londons Unterwelt. Die Abschnitte stellen die automatischen Speicherpunkte dar. Manuelles Speichern ist nicht möglich. Es gibt jedoch mehrere fair positionierte Rücksetzpunkte pro Abschnitt, falls man mal wieder das Zeitliche segnet.

Das Jekyll und Hyde Konzept lässt grüßen

Die Steuerung scheint offenbar für Gamepads mit Analogstick konzipiert zu sein, da die Tastatur und die ebenfalls unterstützte Maus nur ziemlich unpräzise eingesetzt werden können. Prinzipiell bewegt man die Figur über Richtungsangaben, relativ zur aktuellen Perspektive. Die Perspektive wird durch automatisch vergebene Kameraeinstellungen bestimmt, die pro Szene auch mehrfach wechseln können und ein breites Spektrum abdecken. Von fixen Einstellungen, über schwenkende Kameras, und seitlich scrollende Ansichten, bis hin zur klassischen Verfolgerperspektive ist alles dabei. Gerade bei den Actionsequenzen führen die Kamerawechsel leider oftmals dazu, dass sich auch die Bewegungsrichtung ändert, was ein sauberes Agieren deutlich erschwert.
Umgesetzt ist das Ganze in Echtzeit-3D-Grafik. Während die Umgebungen durchaus detailliert und effektvoll in Szene gesetzt sind, machen die Charaktere eher eine altbackene Figur. Die Modelle an sich scheinen schon lieblos zusammengebastelt zu sein, die steifen Animation setzen dem Ganzen allerdings noch einen drauf.
Positiv muss man vermerken, dass eine Reihe professioneller, bekannter Sprecher bemüht wurde, die ihren Job auch ordentlich machen. Leider reißt das die äußerst schwachen Filmsequenzen nicht wieder raus. Sie präsentieren sich in Standbildern mit Kinderbuchoptik, die in mehreren Ebenen unmotiviert übereinander geschoben und so bewegt werden. Die Zeichnungen sind allerdings dermaßen primitiv, dass sie tatsächlich den Eindruck von Werken eines Schulkindes vermitteln. Das passt mal so überhaupt nicht zu einer Horror/Mystery Story und wirkt einfach nur lächerlich.
Screen 1
Inventar
Screen 2
Tränke brauen
Screen 3
Mr. Hyde bekämpft eine infernalische Maschine
Screen 4
Dr. Jekyll in einer Mine

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Jekyll & Hyde

Packshot
Klassisches Adventure
von bitComposer
USK-Freigabe ab 12 Jahren
PCSeptember 2010

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23.08.09
PC
Jekyll & Hyde kommt über bitComposer
20.02.08
PC
Adventure Jekyll & Hyde angekündigt

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