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Test: Arcania: Gothic 4
Die Meinungen zu Gothic 4 gehen weit auseinander. Jetzt steigen wir auch in die Diskussion ein.
Ihr habt wahrscheinlich schon so viel über Arcania gehört und gelesen, da fange ich mal einfach ohne große Einleitung und Anmerkungen zur Entstehungsgeschichte des Spiels an.Von der Weide in den KampfSchon unzählige Male mussten unschuldige Jungbauern als unfreiwillige Helden in Videospielen herhalten. Auch der Protagonist von Arcania gehört als Schäfersbursche zuerst der Agrar-Fraktion an, ging aber nebenher bei keinem Geringeren als Schlitzohr Diego in die Lehre, weiß sich also zu verteidigen. Das nützt ihm allerdings nichts, als während seiner Abwesenheit Soldaten von Rhobar III - ehemals besser bekannt als „der Namenlose Held“ - sein Heimatdorf überfallen und alle niedermetzeln. Der junge Mann sinnt auf Rache, wird von Diego aber zumindest noch davon abgehalten, sich blindwütig in den Kampf gegen die Übermacht zu stürzen. Stattdessen soll er nun Rhobars Männern bei der Suche nach einem geheimnisvollen Tempel zuvorkommen...Für die Story hat man, wie unschwer zu erkennen ist, allerhand Klischees aus der Mottenkiste gegraben, schwerer wiegt aber eher wie die Geschichte erzählt wird. Nämlich oftmals recht lieb- und zusammenhanglos, so dass man etwa schon gleich zu Beginn kaum die Möglichkeit hat, zu Herzblatt Ivy oder dem Helden selbst eine emotionale Bindung aufzubauen. Das kriegen andere RPGs wie Dragon Age weitaus besser hin.Nichtsdestotrotz kann der Titel bei der Atmosphäre durchaus noch ein paar Pluspunkte sammeln, indem er etwa das Geschehen mit stimmungsvoller orchestraler Musik untermalt und zu den Quests recht nette, teils ein wenig skurrile Begebenheiten auffährt. Da zoffen sich beispielsweise diverse NPCs um ein Holzbein mit ideellem Wert. Außerdem kann auch die Sprachausgabe überzeugen, vor allem dem Hauptdarsteller mit seiner Leonardo DiCaprio-Stimme höre ich gern zu. Was während der Dialoge mit gewohnt rauem Umgangston störend ins Auge fällt, ist aber auf jeden Fall die unpassende Mimik, insbesondere die gewöhnlich absolut nicht synchronen Lippenbewegungen. Noch dazu haben gerade die Frauen oft Gesichter, die nicht einmal eine Mutter lieben könnte... Gnädiger als früherMan beginnt mit einem fertigen Charakter, dessen Können, Startwerte und Aussehen das Spiel vorgibt. Und einen Namen hat er ja sowieso wieder nicht. Individualisiert wird der Gute dann zum einen mithilfe zahlloser Ausrüstungsgegenstände aus Truhen und dem Gepäck toter Feinde, die dekorativ auf den Muskelkörper wandern. In Gesprächen ist der Heldenschädel übrigens trotzdem immer ohne Helm zu sehen.Das durchaus spaßige Kampfsystem ist actionreich und sehr „Klick-lastig“. Mit der linken Maustaste/dem X-Button des Controllers lässt man Hiebe auf den anvisierten Gegner prasseln, wenn die Waffe aufleuchtet, gilt es im richtigem Moment zu drücken, damit durchschlagende Serien entstehen. Spätestens sobald man lernt, generell mehr Attacken aneinander zu reihen, ist so viel Raffinesse gegen die dümmliche KI jedoch kaum von Nöten und die Klickorgie beginnt. Alternativ stehen einem auch Fernwaffen samt Zielcursor und drei Magierichtungen (Feuer, Blitz, Eis) mit Nebeneffekten wie Lähmung zur Verfügung. Die rechte Maustaste/Y ist fürs Blocken zuständig, als noch praktischer entpuppt sich allerdings die durch Kombination mit Seitwärtsbewegungen aktivierte Ausweichrolle, weil nur dadurch der komplette Schaden vermieden wird. Schnelltasten für Items oder Waffenwechsel erlauben dynamische Aktionen. Ansonsten lässt sich das Spiel aber auch durch Aufrufen des Inventars pausieren und der Held kann sich einen Brocken Fleisch, sonstige Lebensmittel oder Tränke zwischen die Kiemen schieben. Auf den niedrigeren Schwierigkeitsgraden ist das allerdings kaum mal nötig, wer mehr Herausforderung sucht, entscheidet sich also lieber für die höchsten beiden der insgesamt vier Stufen. Zwischendurch regeneriert sich die Lebensenergie übrigens selbst, durch das jederzeit mögliche Speichern wird Frust noch zusätzlich vermieden. Nur zur DekorationTrainer gibt es nicht mehr, die meisten Dinge beherrscht der Ex-Schäfer schon von allein. Diverse handwerkliche Tätigkeiten werden in einem passenden Menü abgewickelt. Zwar stehen z.B. Schleifsteine in der Gegen herum, deren Benutzung hat aber keinerlei Effekt. Genauso ist es auch bei Betten - unser Pappenheimer legt sich zwar auf Kommando hin, gepennt (und dabei neue Energie gewonnen oder Zeit totgeschlagen) wird aber nicht. Hätte man doch gleich streichen können... |
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