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Test: Baron Wittard
Verlassenes Gebäude voller Rätsel trifft auf nordische Mythologie
Bei Baron Wittard handelt es sich um ein Adventure in der Tradition von Myst . Als Fotoreporter wird der Spieler beauftragt, ein verfallendes Bauprojekt des titelgebenden Architekten zu untersuchen. Wittards Utopia, ein glamouröses Gebäude, das nicht nur Wohneinheiten, sondern auch sonstige soziale Einrichtungen einer Stadt, wie z.B. Einkaufszentrum, Cafés, usw. beinhalten sollte, wurde noch während seiner Bauphase stillgelegt. Doch spätestens seit Wittards mysteriösem Verschwinden ranken sich allerhand Gerüchte um das Bauwerk.Nordische MythologieZu Beginn muss man sich erst mal Zugang zum Gebäude verschaffen. Während dieser Phase bietet das Spiel, dank der ungewissen Ausgangslage noch einiges an Gruselatmosphäre und latenter Spannung. Doch dann führt die Story sehr schnell in eine völlig andere Richtung. Wittards Utopia ist offensichtlich über einem Portal zum Hvergelmir, einem Zugang zur nordischen Götterwelt errichtet, wo zudem noch Fenrir, der Weltenverschlinger gefangen ist. Wittards Geist finden wir gebunden an ein Amulett, durch das er mit uns kommunizieren kann.Als Finder des Amuletts bekommt der Spieler natürlich den Stempel des lang erwarteten Auserwählten aufgedrückt, der sich Fenrir stellen muss, dessen Fesseln sich zu lösen beginnen. Letzterer hat natürlich nicht geringeres vor, als Ragnarök, die Götterdämmerung und damit das Ende der Welt einzuläuten. Mit Hilfe von zehn Runensteinen, die in Utopia versteckt sind, soll der Spieler letztendlich in die Lage versetzt werden es mit ihm aufzunehmen. In der Mythologie typischerweise als Wolf dargestellt, erscheint Fenrir im Spiel als elektrische Energie, die sich in Form eines menschenähnlichen Körpers manifestiert. Zwar bietet das verlassene Utopia noch einiges an Atmosphäre und Geheimnissen, doch die ursprüngliche Spannung kann, trotz permanent flackernder Beleuchtung und unheimlich leerer Räumlichkeiten, nicht in vollem Maße aufrecht erhalten werden. Suchen und RätselnIm wesentlichen beschäftigt sich das Spiel mit der Suche nach den Runensteinen, die zum Teil auch noch durch Maschinen- bzw. Logikrätsel geschützt sind. Des weiteren muss jeder dieser Steine in Energie umgesetzt werden, wobei die dazu erforderlichen, runenspezifischen Umwandler ebenfalls über Utopia verteilt sind und jeweils durch ein Rätsel aktiviert werden müssen.Darüber hinaus gibt es nur wenig zu tun und kaum Geheimnisse um das verlassene Gebäude lösen. Hier und da lassen sich bestimmte Örtlichkeiten erst durch weitere Rätsel oder durch bestimmte Aktionen zugänglich machen. Das mag sich nach einem reichlich kurzen Rätselspaß anhören, was quantitativ auch stimmt, allerdings sind die verschiedenen Rätsel recht schwer zu knacken. Zum Teil sind zwar auch Klassiker wie z.B. die Türme von Hanoi dabei, aber dann durchaus in einer recht umfangreichen Variante. Es wird ein breites Spektrum geboten, das sich allerdings fast ausschließlich auf Rätsel-, bzw. Puzzlemaschinen beschränkt. Während ein Teil durch Logik und ein weiterer durch Ausprobieren gelöst werden kann, gibt es auch noch einen ganzen Schwung an Rätseln, die sich nur durch versteckte Hinweise lösen lassen. Gerade letztere sogen für reichlich Frustpotenzial, da die Hinweise oft derart abstrakt oder abwegig versteckt sind, dass man schon ein ziemliches Faible, für akribisches Absuchen aller Orte haben muss, um daran Freude zu finden. Schritt für SchrittDie Steuerung gestaltet sich in etwa wie zuletzt Darkness Within , oder Dark Fall . Man kann sich in Egoperspektive immer nur schrittweise von Standort zu Standort bewegen und sich dort frei um 360° drehen. Der Cursor verändert sich, wenn man sich in eine bestimmte Richtung fortbewegen kann oder eine Interaktionsmöglichkeit besteht.Es können lediglich vier von vierzehn Stockwerken besucht werden, und davon haben drei nur sehr wenig Räume. Obwohl der zugängliche Bereich von Utopia augenscheinlich recht übersichtlich ist und es eine Karte gibt, über die man schnell zu bestimmten Orten wechseln kann, muss man sich doch durch eine Vielzahl von Kameraposition pro Raum klicken, wobei auch nicht jeder Raum direkt zu erreichen ist. Ein Hotspot System, dass die lästige Absucherei der Rundansichten erleichtert, fehlt ebenso wie ein Journal oder Notizbuch. Notizen sind bei diesem Spiel allerdings unerlässlich. Bild und TonBaron Wittard präsentiert sich in stimmiger Optik und vermag das im Ende seiner Bauphase verbliebene Gebäude gut darzustellen. Leider ist die Qualität der 3D Umgebung nicht ganz zeitgemäß, bei den 3D Modellen lassen sich teilweise Schwächen im Detailgrad erkennen. Hin und wieder trifft man Zwischensequenzen an, die offensichtlich in Spielgrafik erzeugt wurden, allerdings als Video vorliegen und leider extrem verwaschen sind. Die Musik tut ihr Bestes um die Spannung hochzuhalten. Auch Umgebungsgeräusche, die hinter jeder Ecke doch irgendein unliebsames Wesen vermuten lassen, halten den Adrenalinfaktor anfangs hoch. |
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51%
Baron Wittard

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