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Test: Super Meat Boy - Ultra Edition
Dieses Spiel hat wahrscheinlich schon manchen Controller das Leben gekostet - aber es lohnt sich...
| Ich bin ja schon mit allen möglichen Gestalten rumgehüpft - Klempner, Hasen, Schildkröten, Waschbären, Aliens... Aber ein blutiger Fleischklumpen ist doch mal was Anderes, zumal auch der Rest dieses Jump&Runs-Szenarios ein wenig seltsam wirkt. Da entführt ein Monokel-tragender Fötus im Schurkenkostüm ein aus Pflastern bestehendes Mädchen, weil ihn keiner leiden kann, und besagter Fleischbrocken muss seine Herzensdame retten. Gut, zumindest der Rettungs-Part ist nicht sehr innovativ, aber das Drumherum hat doch einen gewissen schrägen Charme. Zwischendurch wird dann auch mal das ein oder andere Eichhörnchen von herumfliegenden Trümmern geköpft... Super Meat Boy erfreut sich aber in erster Linie nicht nur wegen solcher Boshaftigkeiten beachtlicher Popularität, sondern vor allem wegen seiner unbestreitbaren Gameplay-Qualitäten. Die vor kurzem erschienene Ultra Edition soll die Fangemeinde nochmals vergrößern. Warum die Ultra Edition schön istAngesichts der Tatsache, dass das Spiel schon seit letztem Herbst als Download-Titel auf PC und Xbox 360 verfügbar ist, stellt sich die Frage, wieso sich jemand nun extra die neue Variante zulegen sollte. Mal abgesehen davon, dass so natürlich Sammler auf ihre Kosten kommen und die schicke rote Schachtel im Regal platzieren können, rechtfertigen auch diverse “greifbare” sowie allerlei virtuelle Extras den Griff zur verpackten Version.Zur Veranschaulichung ersterer habe ich bei den Screenshots mal ein Bild meines Exemplars untergebracht. Im Klappkarton findet man: Das Spiel in einer DVD-Hülle samt interessantem Wendecover, ein kleines Poster, zwei Postkarten, einen Zettel mit Hinweis auf die von PETA veröffentlichet Parodie “Super Tofu Boy” und ein Booklet. Das Heftchen kommt im Format einer handelsüblichen Anleitung daher (die hier entfällt, da die wenigen Steuerungsbefehle einfach im Spiel erklärt werden) und bietet ein ganz witziges Sammelsurium aus Überlegungen zur Entstehungsgeschichte des Spiels, Konzeptzeichnungen, Cartoons und anderen Gags. Kleiner Wermutstropfen: Die Texte sind auf Englisch und an manchen Stellen arg winzig bzw. schlecht aufgelöst geraten. Die Boni auf der Disc umfassen unter anderem Wallpapers, Artwork, den Soundtrack (allerdings nicht den kompletten), Fotos der herrlich bescheuert aussehenden Macher sowie ein paar Videos. Bastler können sich außerdem dank Cube Craft-Vorlagen mit dem Nachbauen des Helden und seines Erzfeinds belustigen. Bleibt noch zu erwähnen, dass zur Aktivierung des Spiels zwingend Steam benötigt wird, es ist dann also leider an einen Account gebunden. So fies! Aber cool.Das Spiel selbst entspricht dem beliebten Original. Das bedeutet: In buchstäblich hunderten von Levels bahnt sich der rote Hauptdarsteller seinen Weg zu Freundin Bandage Girl. Theoretisch ist jeder dieser kleinen Abschnitte in wenigen Sekunden zu schaffen - aber eben nur theoretisch.Die Levels haben es wirklich in sich und Meat Boy muss immer wieder einen wahren Spießrutenlauf zwischen Kreissägen, Giftmüll, Geschossen, zerbröselnden Plattformen und anderen Hindernissen überstehen, ständig absturzgefährdet und ohne Lebenseinheiten. Jeder Fehltritt zieht so einen Neustart des Levels nach sich, punktgenaue Manöver sind ein Muss. Dank der tadellosen Steuerung per Xbox 360 Controller (die Tastatur hab ich gar nicht erst ausprobiert, ich bin ja nicht lebensmüde - siehe Bild 2) hat man hier aber keine Ausreden für die eigene Unfähigkeit... Sämtliche gescheiterten Versuche kann man sich in der Replay-Funktion übereinander gelegt zu Gemüte führen - nicht selten ein ganz schönes Gewusel. Der Fleischklumpen verfügt über keinerlei Kampffertigkeiten, ist dafür aber ein echtes Bewegungstalent. Neben normalen Hüpfern und dem im Genre gern verwendeten Wandsprung kann er mit “Anlauf” extrem weite Sätze vollführen und vor allem dank seiner klebrigen Blutigkeit ein Stück an Mauern nach oben flutschen. Wird der Bereich innerhalb einer festgelegten Zielzeit abgeschlossen, schaltet dies eine mit sogar noch mehr Gemeinheiten gespickte “dunkle” Variante desselben frei. Auch die an besonders schwer erreichbaren Stellen schwebenden Pflaster bilden einen Anreiz für waghalsige Manöver. Hat man genug der Dinger gesammelt, werden neue spielbare Charaktere verfügbar (unter anderem absolviert Alien Hominid einen Gastauftritt), die durch kleine Besonderheiten wie Schwebefähigkeit oder unterschiedliche Bewegungsgeschwindigkeit zu jeweils einem etwas anderen Spielgefühl beitragen. Auch in manchen der so genannten Warp Zones - das sind liebevoll in verschiedenen Retro-Looks gestaltete Bereiche aus mehreren aufeinander folgenden Abschnitten - kann man Extra-Figuren ergattern. Nicht nur dort werden die Stärken der Präsentation deutlich - zwar ist die Grafik sehr schlicht und alles Andere als zeitgemäß, die Entwickler haben aber eine Fülle netter Ideen in die Umsetzung gepackt. Super Meat Boy ist einfach sympathisch... wenn auch auf anstrengende Art. |
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