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Test: Kaptain Brawe – A Brawe New World
Weltraumadventure, das auf dem schmalen Wortwitz-Grat wandelt!
| Bei Kaptain Brawe – A Brawe New World dreht sich alles um den namensgebenden Raumschiffkapitän Brawurstkij und dessen haarsträubende Abenteuer. Nur zur Info: der Untertitel ist zwar eine Abwandlung des englischen Titels von Aldous Huxleys Literaturklassiker "Schöne neue Welt", inhaltlich findet man allerdings keine offensichtlichen Gemeinsamkeiten. Im einem alternativen 19. Jahrhundert verdingt sich Kaptain Brawe als selbstverliebter, naiver Haudegen der Weltraumpolizei, der von sich auch gerne mal in der dritten Person spricht. Zusammen mit seinem Fähnrich Yirszi Kralek, der um keinen zynischen Kommentar verlegen ist, und dem hölzernen wie wortkargen Roboter "Robretter" unterhält er das Raumschiff S.P.S. Mazslow. Die Geschichte findet ihren Auftakt in einem Notruf, eines abgestürzten Raumschiffes, dem das heldenhafte Team natürlich zur Rettung eilt. Das Ganze mündet letztlich in einen verworrenen Plot um Weltraumpiraten, Klone, Alien-Wissenschaftler und eine rätselhafte Verschwörung. Klamauk mit WörternWie der geneigte Leser vielleicht schon bemerkt hat, ist das Spiel um kein noch so abgedroschenes Wortspiel verlegen, was sich auch wie ein roter Faden durch den gesamten Aufbau zieht. Neben dem oftmals begriffsstutzigen und offenbar orthographisch gehandikapten Protagonisten, bekommt man es z.B. mit Schurken mit Sprachfehler und Aliens mit bayrischem Akzent, sowie abstrus beschrifteten Schildern zu tun.Das ist zwar nicht wirklich originell, unterstreicht aber durch die konsequente Ausnutzung dieses Stilmittels, den trashigen Charme des Spiels. Auf ins AbenteuerKaptain Brawe ist ein klassisches Adventure mit handgezeichneten Hintergründen und Figuren. Es gibt zwei Schwierigkeitsstufen, die sich darin unterscheiden, dass man in der einfachen Variante beinahe eine Schritt für Schritt Anleitung im Logbuch nutzen kann und nur eine vorgegebene Interaktionsmöglichkeit mit Gegenständen und Charakteren hat. Auf schwer kann man meist zwischen Untersuchen, Betätigen und Ansprechen wählen.Im wesentlichen beschränken sich die Rätsel auf munteres Gegenständekombinieren, sowohl in der Spielwelt als auch im Inventar. Ergänzend komme eine Handvoll Maschinenrätsel dazu. Teilweise muss man sogar mit bis zu drei Charakteren spielen, zwischen denen man frei wechseln kann. Der Robretter kann unabhängig davon eingesetzt werden, ähnlich wie das hyperkinetische Hasendingsbums bei Sam & Max . Der Ablauf ist allerdings trotz mehrerer anfallender Aufgaben relativ linear, da diese meist nur in einer bestimmten Reihenfolge gelöst werden können.Der Umfang ist relativ gering. Man besucht im Laufe des Spiels insgesamt vier Planeten, wobei man sich allerdings nur auf dreien davon spielerisch austoben kann. Die Rätselfülle ist nicht gerade hoch, doch es gibt hier und da ein paar Puzzles, die nicht ganz so offensichtlich sind wie der Rest, zumindest wenn man im schwierigen Modus spielt, oder auf die ausführliche Logbuchhilfe verzichtet. Zusätzlich hilft das typische Hotspotsystem. Da die Örtlichkeiten relativ übersichtlich sind, und es eine Schnellausgangsfunktion gibt, entstehen auch ohne Übersichtskarte kaum nervige Laufwege. Buntes TreibenOptisch präsentiert sich das Spiel in buntem, recht einfach gehaltenem Cartoon Look. Leider sind die Animationen ziemlich steif und Interaktionen im besten Fall gar nicht oder nur durch merkwürdiges Gezappel der Spielerfigur dargestellt.Musikalisch wird ein nettes Repertoire an unauffälligen Hintergrundstücken geboten, die teilweise sehr an Monkey Island oder ähnliche Titel aus der Lucas Arts Ära erinnern.Die Sprachausgabe ist komplett in Deutsch und von dtp gewohnt sauber umgesetzt. Auch die weitere deutsche Lokalisierung kann sich sehen lassen. Zwar trifft nicht jeder Wortwitz in gleicher Weise, wie in der englischsprachigen Vorlage, aber man erkennt dennoch, dass es sich dabei um mehr als nur eine stumpfe Übersetzung handelt. Bemerkenswert finde ich zudem, dass nicht nur eingeblendete Texte wie z.B. Untertitel übersetzt wurden, sondern auch ein Großteil derer in den Hintergrundgrafiken. |
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