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Test: Alternativa
Intrigen, Mord und schreckliche Enthüllungen im Prag der nahen Zukunft
| In Alternativa begibt sich der Spieler in eine dystopische Zukunft, genauer gesagt ins Jahr 2045. Es gibt nach dem dritten Weltkrieg und dem damit einhergehenden atomaren Holocaust nur noch einen weltweiten Einheitsstaat. Dieser wird kaum näher spezifiziert, außer dass die Menschen mithilfe von intelligenten Androiden im Schach gehalten werden. Es gibt zwei einzig verbliebene, unabhängige Firmen, die eine entscheidende Rolle spielen. Zum einen ist da das Unternehmen Endora, welches das internationale Bauwesen und den Bergbau unter seinen Fittichen hat. Und zum anderen die Firma Theolex, die ein Monopol auf alles hat, was im weitesten Sinne Computertechnik einschließlich der oben genannten Androiden umfasst. Diesen Machtblöcken steht eine kleine Widerstandsbewegung gegenüber, die sich primär gegen die Unterdrückung durch den Staat zu wehren versucht. Schnitzeljagd durch PragDie meiste Zeit schlüpft der Spieler in die Rolle von Richard Rocek, einem ehemaligen Mitarbeiter von Endora, der mitten in einem Bauprojekt, zusammen mit etlichen weiteren Leuten ohne ersichtlichen Grund entlassen wurde. Dieses Ereignis führt letzten Endes dazu, dass er versucht, sich dem Widerstand anzuschließen.Dabei bewegt man Richard vorwiegend in den heruntergekommenen Slums vom zukünftigen Prag und macht sich in Manier einer Schnitzeljagd daran, verschiedene Aufgaben zu lösen. Die verwickeln den Spieler in ein Geflecht aus Verschwörung, Mord und erschreckenden Enthüllungen. Spielerisch setzt das klassische Adventure auf Altbewährtes. Klickt man auf einen nutzbaren Gegenstand, oder eine Figur, öffnet sich ein Aktionsmenü, mit "Untersuchen", "Nehmen/Benutzen", und "Sprechen". Ein Inventar am oberen Bildschirmrand und ein simples Hotspotsystem sind ebenfalls vorhanden. In Ersterem findet sich noch ein PDA, der aktuelle Notizen, eine Wissensdatenbank sowie einen Spieler für Musik und Datendisks enthält. Das Rätseldesign beschränkt sich im wesentlichen auf das Kombinieren von Gegenständen, wobei die meisten so genutzt werden können, wie sie vorgefunden werden. Die wenigen Dialogrätsel sind insofern interessant, dass das Gespräch in eine falsche Richtung laufen kann und man der Androidenpolizei übergeben wird, was das Ende des Spiels bedeutet. Coderätsel über versteckte Hinweise oder komplexe Maschinenrätsel sind hingegen Mangelware. Größere Aufgabenkomplexe gibt es auch nicht, sodass sich der Ablauf extrem linear darstellt, zumal die meisten Aufgaben recht einfach zu lösen sind. Schöne neue WeltAlternativa malt ein verstörendes Bild der nahen Zukunft, das zumindest zu Begin in Prag recht eindringlich und atmosphärisch dicht dargestellt wird. Trotz gewisser Cyberpunkanleihen wirken Charaktere und Schauplätze vergleichsweise normal und zeitgerecht, was die Identifikation mit der Spielwelt erleichtert. Gerade am Anfang kann die undurchsichtige Story mit ihrer Welt voller Abgründe für Spannung sorgen und weiß trotz einiger konstruierter Passagen dennoch zu fesseln. Da gewisse Aspekte permanent im Dunkeln gelassen werden und man bis zu Schluss nie so genau weiß, wer auf welcher Seite steht, bleibt die Spannung auch recht lange erhalten.Präsentiert wird Alternativa in 2.5D Optik, mit vorgerenderten Hintergründen und Echtzeit-3D-Figuren. Qualitativ bewegt es sich dabei auf gängigem Genreniveau, was durchaus in Ordnung ist, sich aber bekanntermaßen seit Jahren, bis auf weinige Ausnahmen, kaum den technischen Möglichkeiten angepasst hat. Akustisch weiß die deutsche Sprachausgabe mit teilweise bekannten Sprechern zu überzeugen. Ansonsten bekommt man eher Einheitsbrei geboten. Die SchattenseitenSo schön das düstere Prag auch sein mag, so düster sind die Schattenseiten des Spiels. Was so atmosphärisch beginnt, wandelt sich in der zweiten Hälfte des Spiels zu einem dahin plätschernden Plot, der nur noch wenig von seinem ursprünglichen morbiden Touch hat und sehr rigide auf sein Finale zuläuft. Mehrere Nebenhandlungsstränge, die sich potenziell interessant anlassen, werden einfach abgehakt, sobald alle Aktionen für die Hauptstory erledigt sind.Nervig ist zudem, dass man oft Game Over sieht, wenn man nicht schnell genug reagiert, bzw. im Dialog die falsche Richtung einschlägt. Gerade Letzteres geschieht durchaus häufiger, da die Auswahlmöglichkeiten oft einem reinen Glücksspiel gleichen. Auf leichtem Schwierigkeitsgrad wird das noch einigermaßen kompensiert, da man dort solche Szenen beliebig oft wiederholen kann, während es auf der schweren Stufe nur begrenzt möglich ist. Auch das recht abrupte und offene Ende hinterlässt einen schalen Beigeschmack. Da es scheinbar nur eine einzige Animation für Interaktionen gibt, vermindert das, den ansonsten brauchbaren Eindruck, den die restlichen Bewegungen vermitteln. |
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