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Test: Grotesque Tactics 2: Dungeons & Donuts
Eine hungrige Prinzessin, ein brüllender Engel und andere schräge Gestalten warten auf euren Besuch.
Nebel haben wir in diesem Herbst schon zur Genüge erlebt, da macht sich so schnell keiner vor Angst in die Hose. Doch während man in unseren Breiten lediglich ein wenig Vorsicht an den Tag legen muss, um etwa Auffahrunfälle zu vermeiden, sind die dunstigen Schwaden in der Welt von Grotesque Tactics 2 ein ganz anderes Kaliber. In der Umgebung lauert ein alles verschlingender Nebel, den Protagonisten Drake mit der bescheuerten Frisur verschlägt es deshalb diesmal, passend zum „Dungeons“-Namensbestandteil des Titels, in unterirdische Gefilde, welche sich düsterer präsentieren als aus dem Erstling gewohnt. Liebenswerte Untote und und Japaner auf der DurchreiseIn den rettenden Gewölben werden Platz und Essen knapp, die Überlebenden kriegen schlechte Laune. Der Humor ist Drake und seinen Gefährten dabei aber keineswegs abhanden gekommen, worauf ja schon die Sache mit den „Donuts“ hindeutet.Wortgefechte mit schrägen Gestalten wie dem sehr von sich eingenommenen Holy Avatar bringen den Abenteurer hier genauso zum Schmunzeln wie Drakes oft wenig heldenhafter Charakter, kleine Parodien oder irgendwelche seltsamen Begebenheiten. Schon die diversen Party-Mitglieder unterhalten mit ihrer Schrulligkeit. Da wären etwa die trotz ihrer mangelnden Vitalfunktionen noch sehr ansehnliche Zombiedame Sweet Violence (die es zwischendurch schon mal nach Menschenfleisch gelüstet, was Drake vor eine ziemlich eklige und nicht gerade pietätvolle neue Aufgabe stellt), der übervorsichtige Söldner Deacon und die zwar im wahrsten Sinne des Wortes engelhafte, aber emotional dezent instabile Schönheit Angelina. GT2 nimmt so manches Klischee des Fantasy-Genres gekonnt auf die Schippe, auch wenn nicht alle Gags in gleichem Maße zünden. Es macht aber auf jeden Fall viel Spaß, die liebevoll verpackten Anspielungen und Ideen zu entdecken. In der schützenden Zuflucht trifft man so unter anderem auf die total verfressene Prinzessin Glory (wo steckt sie nur all die Kalorien hin?), ulkig labernde Goblins, oder hochnäsige Elfen, die mit ihrer ach so naturverbundenen und vegetarischen Lebensweise angeben, nur um im nächsten Atemzug anzumerken, wie lecker doch Nachbars Braten riecht... Und dann wäre da z.B. noch der ungewöhnlich gekleidete depressive Junge Hope, der eine neue Mutter sucht, weil ihm seine alte durch die Schuld eines rücksichtslosen Helden abhanden gekommen ist – wer diese Anspielung verstehen will, sollte sich möglichst auch mit Konsolen-RPGs der letzten Jahre auskennen. Monster verhauen für GeduldigeDer Humor des Spiels kommt nicht nur in den sehr überzeugend vertonten Dialogen zum Tragen, sondern etwa auch in den Aufgaben des Helden, der sich dann beispielsweise als Hühnerdieb betätigt oder Zutaten für „Royal Donuts“ beschaffen muss. Überall vermisst man aber schmerzlich eine Minimap oder auch gelegentlich genauere Beschreibungen der Quest-Ziele.Durch die isometrischen Gefilde bewegt man sich außerhalb der Kämpfe frei per Maus oder Tastatur, bei Feindbegegnungen schaltet das Spiel automatisch in seinen Rundenmodus, für den der Boden außerdem mit einem Raster überzogen wird. Drake und seine Begleiter kommen dann genau wie die Gegner abwechselnd zum Zug und lassen ihre individuellen Spezialitäten vom Stapel, wobei u.a. die Positionierung im Verhältnis zum Widersacher von Bedeutung ist. Ansonsten wird gewartet, wodurch die Aktion der jeweiligen Figur ans Ende der aktuellen Runde verschoben wird, oder eine Verteidigungshaltung eingenommen. Durch gesammelte Erfahrung steigen alle Charaktere im Level auf und können mit je einem Talentpunkt unter anderem ihre Lebensenergie erhöhen oder die individuellen Fähigkeiten ausbauen. In Drakes Fall wäre das z.B. der Angriff „En Garde“, der Feinde auf zwei hintereinander liegenden Feldern trifft, Chefkoch Norai verbrutzelt Monster mit seinem Drachenatem und Angelina hantiert mit Heilzaubern. Wird es zu brenzlig oder simpel, kann jederzeit zu einem anderen Schwierigkeitsgrad gewechselt werden. Trotz ordentlicher Ansätze stellen die Kämpfe zwischen den lustigen Erlebnissen manchmal fast schon einen Störfaktor dar, weil sie sich teils arg in die Länge ziehen. Denn man muss die Pappenheimer erstmal in ihrem begrenzten Bewegungsradius zum eigentlichen Ort des Geschehens marschieren lassen und immer haufenweise feindliche Züge abwarten, wobei sich die Widersacher übrigens nicht durch allzu raffiniertes Verhalten auszeichnen. Leider sind auch die danach eingesackten Beutestücke kaum der Rede wert. Anders als etwa in allen möglichen Diablo-Klonen wird die Sammelwut des Spielers nicht mal ansatzweise geweckt. Darüber hinaus sticht dem Betrachter so manche Schwäche der Optik ins Auge – die meisten Charakterporträts sind schlichtweg hässlich, die Menüs schmucklos und auch der allgemeine Detailgrad kommt natürlich nicht an teure Produktionen heran. Durch all die sympathischen Einfälle geraten solche Mängel aber zumindest weitgehend in Vergessenheit. |
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Grotesque Tactics 2: Dungeons & Donuts

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