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Test: Deponia
Skurriles Adventure mit Antiheld auf der Müllkippe
Es ist soweit, Daedalic schickt gerade mal ein gutes halbes Jahr nach Harveys neue Augen , dem Nachfolger ihres Erfolgsgrundsteins Edna bricht aus , das nächste skurrile Adventure ins Rennen. Während Harvey scheinbar in Rekordzeit umgesetzt wurde, was den Zeitraum zwischen erster Ankündigung und Release angeht, hat Deponia nun schon über zwei Jahre auf dem Buckel. Es geht bei diesem Adventure um den namensgebenden Schrottplaneten, in mutmaßlich nicht allzu ferner Zukunft. Wie gewohnt wartet das Spiel mit schrulligen Charakteren und einer abgedrehten Story auf. Zuhause im MüllDer Protagonist Rufus ist ein übellauniger, egozentrischer Taugenichts, der im Müll lebt. Letzteres ist natürlich nicht gerade verwunderlich, wenn der ganze Planet nicht nur namentlich eine einzige Müllkippe darstellt. Aber unser verkannter Held will dem Chaos entfliehen, um in die schwebende Stadt Elysium über dem Planeten zu gelangen. Während er sich vor jeglicher Arbeit drückt und bei seiner Ex-Freundin durchschnorrt, legt er bei diesem Unterfangen jedoch einen erstaunlichen Ehrgeiz und Erfindungsreichtum an den Tag. Zum Verdruss seiner Mitbewohner im Dorf ist dies jedoch nicht sonderlich von Erfolg gekrönt und endet in den meisten Fällen in einem Desaster.So begleitet ihn der Spieler bei einem seiner vielen waghalsigen Fluchtversuche, der darin mündet, dass die hübsche Elysianerin Goal im wahrsten Sinne aus dem Himmel fällt. Im Wesentlichen geht es dann darum, die bewusstlose Goal zurück in ihre Welt zu befördern, wobei Rufus natürlich ganz eigennützige Pläne, einschließlich einer romantischen Beziehung hat. Nebenbei gibt es noch einen Plot um eine Verschwörung zur Zerstörung von Deponia, der aber erst gegen Ende des Spiels konkretere Formen annimmt. Reise nach ElysiumDie wahre Stärke des Spiels sind jedoch die Müllwelt und ihre schrägen Bewohner. Wie schon in The Whispered World bedient sich Daedalic bei einschlägig bekannten SciFi- und Fantasythemen und nimmt sie humorvoll auf die Schippe. Dazu kommt noch ein Haufen im Müll lebende Freaks, vorneweg der Antiheld Rufus, um das Adventurerezept abzurunden. Leider findet sich nur eine handvoll Charaktere, die wirklich in die Handlung eingebunden sind und Profil zeigen können, während ein Großteil mehr oder minder gerade mal zum Statisten mit Sprechrolle taugt.Über die Hälfte des Spiels verbringt man erst mal in Rufus' Heimatdorf, bevor man sich auf die Reise begibt und mehr von Deponia zu sehen bekommt. Anfangs zieht sich die Handlung und tut sich schwer, Fahrt aufzunehmen, wobei ich mich nicht des Eindrucks erwehren kann, dass dort noch mehr geplant war. In den zwei folgenden vergleichsweise kurzen Abschnitten wird es dann zwar nochmal spannender, wobei da kaum noch Raum bleibt, um Verschwörung und angehende Liebesgeschichte unter einen Hut zu bringen, geschweige denn Nebencharaktere gebührend in Szene zu setzen. Bei einem relativ großen Umfang von zirka fünfzehn Spielstunden hätte da durchaus mehr drin sein dürfen. |
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