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Test: King Arthur II
Eine Mischung aus RTS Kämpfen und einer Prise Rollenspiel
| Keine Ahnung, wie oft der ehrwürdige König Artus in Geschichten, Filmen und Spielen schon verwurstet wurde. So kommt seine Geschichte, die sich aus historischen Versatzstücken und einer gewaltigen Portion Folklore gebildet hat, vielen historisch verbürgt vor. Einer der erfolgreicheren spierlerischen Vertreter, der sich des Königs annahm, war 2009 der Total War-Klon King Arthur – The Roleplaying Wargame von Neocore Games. King Arthur 2 versetzt den Spieler nun in die Haut von William Pendragon, seines Zeichens Sprössling von König Arthur, der es als seine Pflicht ansieht, die Regentschaft seines im Sterben liegenden Vaters fortzusetzen. Da einem schwachen König immer Zwistigkeiten im eigenen Land nachfolgen, ist es auch hier nicht überraschend, dass verschiedenste Adelsgeschlechter nach der Herrschaft streben, und euer oberstes Spielziel die Einigung des Königreichs darstellt. Heroes of Might and Magic, oder was?Ein biederes Intro mit guter Vertonung, weiht euch in die Vorgeschichte ein. Danach wird auf eine Übersichtskarte im erprobten HoMM-Stil umgeblendet, auf der der Großteil der Spielzeit verbracht wird. Hier wird rundenweise mit einem der drei Hauptakteure (William, Lancelot oder Morgana) gezogen. Ein Jahr Spielzeit besteht aus vier Runden, die wiederum die jeweiligen Jahreszeiten repräsentieren. Dabei ist zu beachten, das nur im Frühling und Sommer Bewegungen möglich sind, während in den kalten Jahreszeiten Gebäude erbaut und/oder geforscht werden darf. Wie bei Total War wird bei Zusammentreffen zweier feindlicher Armeen in den RTS Modus umgeschaltet, wo man einheitenübergreifend Kommandos vergibt.Wie es sich für ein ordentliches Mittelaltersetting gehört, gibt es vier Grundeinheiten. Legionäre, also das gewöhnliche Fußvolk, bewaffnet mit Schwert und leichtem Schild. Speerträger, die besondere Vorteile gegen berittene Einheiten haben, Kavallerie und Bogenschützen. Im Laufe des Spiels kommen weitere Einheiten hinzu, die aber meist Varianten der vorher Erwähnten darstellen. Im Kampfgeschehen agiert die KI auf Genreniveau, der Gegenüber kennt einige unterschiedliche Angriffs- und Verteidigungsvarianten, diese variieren dann je nach Terraintyp. So liebt es der Computer feindliches Fußvolk über die Flanken anzugreifen, setzt man jedoch mit einem Gegenangriff seinerseits an, war das auch schon alles an Finesse. Formationsbefehle sind vorhanden, dürfen aber vom Spieler gerne ignoriert werden, Einfluss auf das Kampfgeschehen war nicht auszumachen. Da King Arthur 2 ein Spiel mit einer starken Rollenspielkomponente sein will, darf auch der Hauptcharakter mit seinen Skills direkten Einfluss nehmen. So können Angriffszauber wie Blitzangriffe oder Feuerbälle gewirkt werden oder je nach Gusto und Zauberbuch Defensivsprüche wie Moralsteigerung oder Rindenhaut eingesetzt werden. Für sich genommen funktioniert das Kampfsystem, es leidet aber sehr stark an der Inszenierung und der farblosen Grafik im RTS-Modus. Im Laufe des Spiels verkamen für mich die Schlachten zur lästigen, eintönigen Begleiterscheinung, die es zu absolvieren galt. Die kleinen Ungereimtheiten an der Wegfindung und das Ignorieren von Befehlen möchte ich nicht zu hoch gewichten, so was wird sicher gepatched, erwähnt gehört es aber. Mini-Textadventures mit dabeiDie monotonen Schlachten sind die eine Seite, langfristig bei der Stange hielt mich aber dann der zarte Rollenspielanteil. So darf der jeweilige Hauptcharakter mit Artefakten und Ausrüstung überhäuft werden. Selbstredend ist ein Levelsystem (für alle Einheiten) sowie ein Fertigkeitsbaum ebenso vorhanden, wie Spezialfähigkeiten in späteren Spielstufen. Absolutes Alleinstellungsmerkmal von King Arthur 2 sind die häufig auftretenden Textsubquests. Hierbei zieht man mit seinem Protagonisten an eine markierte Stelle auf der Karte. Dann wird anhand einer teils vertonten Textbox eine bestimmte Situation beschrieben, und per Multiple-Choice wählt der Spieler seine Entscheidung. Fast alle Entscheidungen haben direkte Konsequenzen auf den Spielverlauf. So kann man direkt in einen Kampf gezogen werden, erhält Belohnungen in Form von Artefakten, Gold oder es ändert sich der Dipomatiestatus. So verwunderlich es klingt, aber gerade die Textboxen haben mir an dem Spiel am besten gefallen. Sie tauchen sehr oft auf, und vermitteln durch die vielfältigen Entscheidungsmöglichkeiten einen eigenen Reiz. Das Kopfkino wird auf sehr angenehme Weise angespornt und es bringt die dringend nötige Abwechslung in das Spielprinzip.Grafik und SoundGrafisch finde ich King Arthur 2 passabel. Wo die Übersichtskarte mit netten Details, spiegelndem Wasser und passender Farbgebung punktet, verliert sich der gute Eindruck im RTS-Modus wieder. Zwar sind die Texturen hier alle scharf und der Stil passend, aber die leeren und detaillosen Schlachtfelder haben mir nicht gefallen. Die Musikbegleitung mit ihren keltisch angehauchten Klängen macht zusammen mit dem markanten Sprecher einen guten Job. |
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King Arthur II

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