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Test: Civilization V: Gods & Kings
Ein nettes Update, aber etwas zu teuer
Es gibt Nachschub für Civilization V – nein, nicht über den Steam Workshop, sondern von offizieller Seite. Firaxis hat dem Rundenspielgiganten ein Erweiterungspaket spendiert, das für 30 Euro gekauft und ins Hauptspiel integriert werden darf. So weit, so gut, doch lohnt sich der Kauf wirklich? Bekommt Civ V noch neuen Glanz und mehr Spielspaß? Oder sollten geneigte Zocker sich lieber auf die kostenlosen Fan-Basteleien aus dem Steam Workshop verlegen? Ein paar neue Einheiten und so weiterGanz nüchtern betrachtet steckt gar nicht so viel drin im neuen Paket, das sich allerdings fast schon größenwahnsinnig „Gods & Kings“ nennt. Okay, Götter und Könige wollen wir ja alle sein und im gleichnamigen Paket gibt es 27 neue Einheiten, 13 neue Gebäude, neun neue Wunder und neun neue Völker. Dazu gesellen sich noch vier Szenarien, die alle ihren Reiz haben – je nachdem, wie oft und intensiv man selbst Civ V schon gespielt hat. Für Einsteiger ist „Der Aufstieg der Mongolen“ genau richtig, wo es mit Dschingis Khan auf die Reise geht. „Der Fall Roms“ ist hingegen schon etwas kniffliger, wer es religiöser mag – dazu gleich mehr –, findet mit „In die Renaissance“ eine schöne Herausforderung und dann steht als Krönung noch das „Reich der rauchenden Lüfte“ auf dem Missionsplan, womit alle offensichtlichen Neuerungen des Pakets erwähnt wären. Klar, neue Einheiten, Gebäude und so weiter sind nett, aber irgendwann hat man die dann auch mal gesehen und das war es. Besser läuft es da schon mit den Missionen, die etwas frischen Wind in die Sache bringen. Insbesondere der Aspekt der Religion, der deutlich ausgebaut wurde.Pupsifari aller Länder vereinigt euchWer an etwas glaubt, der soll es ruhig tun. Das gilt nun auch in Civ V und wer ein paar Jünger um sich geschart hat, der kann auch seine eigne Glaubensgemeinschaft benennen. Allerdings steht der Spieler immer im Wettstreit mit anderen Reichen, weil die ja ebenfalls an etwas glauben. Und wenn dann mal etwas manifestiert wurde, dann kann man nur noch in die fremden Schriften oder in die Röhre gucken und muss sehen, was übrig bleibt. Einen friedlichen Katholizismus gibt es nur einmal im Spiel, im wahren Leben kommt er ja auch gar nicht vor. Aber, bitte: Wer sich als Atheist outen will, der kann das auch gern tun, niemand wird im neuen Civ zu irgendetwas gezwungen.Wie auch immer, woran auch immer: Der Glaube breitet sich ja nach Gegebenheiten im Spiel schneller oder langsamer aus. Und wer seine Religion geschickt in das Spiel einbaut, der wird sein Reich immer mächtiger werden sehen. Die Religion ist in diesem Fall nicht Opium, sondern Adrenalin für das Volk, was dem Titel tatsächlich eine neue Komponente verschafft und das Gameplay erweitert. Und wer keine eigene Religion hat, der hinkt zwar etwas hinterher, weil ihm ein paar Boni verloren gehen, aber man ist dennoch nicht vollkommen chancenlos. Wenn du Krieg willst, dann frag nicht die KIDie Gefechte in Civ V sind trotz der Überarbeitung noch nicht ganz ausgereift. Schade, ja, aber ich muss auch zugeben, dass sich der Titel in den Gefechten nun doch etwas flüssiger spielt. Allerdings reagiert die KI an einigen Stellen immer noch selten dämlich, wenn sie Fernkämpfer in vorderster Front postiert oder einzelne Einheiten so ungeschützt lässt, wie es nicht einmal mein Sohn täte, wenn er denn schon sprechen könnte. Wer also im Solo-Modus auf den Krieg setzt, der hat ganz gute Karten, auf diese Weise am Ende siegreich zu sein. Nach wie vor gibt es ja auch noch die Möglichkeit eines Kultursieges oder auch die diplomatischen Mittel, die aber immer noch nicht so sind, wie ich sie gern hätte. Und ich denke, ich spreche da für einige Spieler, wenn ich sage, dass es der Diplomatie immer noch am Feintuning fehlt. Oft stehen nur die Haudrauf-Methoden zur Verfügung, sodass ein zaghaftes Annähern gar nicht möglich ist – ebenso wenig wie ein kalter Krieg, mit latenten Drohungen und einer steten Gefahr der Eskalation. Hier hätte ich mir von der Erweiterung doch noch mehr Vielfalt und Tiefgang gewünscht.Watt is een Dampfmaschin?Ach ja, das waren noch Zeiten, als der gute Rühmann Heinz die Feuerzangenbowle kredenzte. Na egal, wir haben Civ V und können Dank neuer Einheiten und Gebäude etwas Steampunk-Flair im Spiel begrüßen. Im Szenario „Über den Wolken“ macht das Bauen und Erkunden beim ersten und auch beim zweiten Mal wirklich Spaß, weil es auch unterschiedliche Herangehensweisen gibt, um sich in diesem Szenario zu behaupten und zu gewinnen. Inklusive neuer Animationen – klar, sind ja auch neue Einheiten – stehen dann auch noch ein paar neue Geräusche zur Verfügung. Dazu gibt dann auch noch einen ganz neuen Technologiebaum und so schicke Sachen wir das Perpetuum Mobile, für das heute sicher einige Konzerne morden würden. Günstiger und friedlicher ist es, wenn man sich Gods & Kings besorgt. |
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