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Test: Gemini Wars
4X-Echtzeitstrategie mit guten Ideen aber auch vielen Schwächen
Das Genre der Weltraum-Spiele, seien es Echtzeitstrategiespiele, 4X-Rundenstrategie oder auch Flugsimulatoren, ist bei den großen Publishern nicht mehr beliebt. Das sieht man auch an der Qualität der wenigen Top-Titel aus dem Genre. Dafür gibt es bei den Indie-Entwicklern immer mehr interessante Titel, wie Endless Space oder das bald erscheinende Legends of Pegasus . Hier setzt auch Gemini Wars von Iceberg Interactive an. Der große Wurf ist aber nicht gelungen.Unabhängigkeitskrieg in der ZukunftGemini Wars spielt im gleichen Universum wie die mittelprächtige bis schlechte Weltraum-Simulation Starpoint Gemini . Zum Ende des 22. Jahrhunderts erklären die Kolonien im Omega Sektor ihre Unabhängigkeit. Fortan steht die Allianz der Welten im Krieg mit der Vereinten Weltraum Föderation. Die Gründe bleiben unbeleuchtet und eine noch viel größere Gefahr lauert in der 16-Missionen-Einzelspielerkampagne, denn die mysteriösen Gark kommen auch noch ins Spiel. Ab hier werden die meisten schon wieder wissen, wie es abläuft. Menschen töten Menschen, Außerirdische töten Menschen, Menschen töten Außerirdische und am Ende sind alle glücklich, bis auf die bösen Außerirdischen.Zwischen den Missionen wird man mit schlecht-gerenderten CGI Zwischensequenzen in viel zu geringer Qualität über den Fortlauf der Kampagne informiert. Textnachrichten sollen den Spieler in das Universum eintauchen lassen, in dem er über fiktive Ereignisse informiert wird. Das hat damals bei StarLancer und vor nicht all zu langer Zeit auch bei Starcraft 2 gut funktioniert, hier wirkt es nur wie billiges Beiwerk.Von Sprung zu SprungInteressanter ist da eher das Spielprinzip. Auf Karten von Sternensystemen mit verschiedenen Planeten, Nebeln und Asteroidenfeldern kämpft der Spieler mit seiner schwerfälligen Flotte, muss Weltraumbasen und Werften errichten, Kristalle abbauen, forschen und Kolonien erobern und verteidigen. Das Spielfeld ist dabei vollständig in 3D, alle Objekte liegen aber auf einer Ebene, wie bei Sins of a Solar Empire zum Beispiel. Allerdings sind die Karten wesentlich größer als im Konkurrenten. Innerhalb eines Sternsystems kann und muss man den Intra-System-Antrieb verwenden, der aber nur Sprünge zu wichtigen Orten im System erlaubt, wie Asteroidenfelder oder Planeten. Das schränkt die strategischen Möglichkeiten ein. Nett ist aber, dass der Hyperantrieb nach jedem Sprung wieder aufgeladen werden muss, was für spannende Begegnungen sorgt.Gemini Wars bietet hier also gute Ideen, vorerst aber nur in der Kampagne, denn ein Mehrspielermodus oder gar ein Gefechtsmodus sind noch nicht vorhanden. Die Entwickler wollen diese aber kostenlos nachliefern. Spreng die BasisGemini Wars wird wie ein typisches RTS gespielt. Die Kamera lässt sich leicht bedienen und ermöglicht durch den stufenlosen Zoom viel und vor allem schnell Übersicht. Aber zu einer intuitiven Bedienung gehört auch, dass sich Menüs und Funktionen im Spiel so verhalten wie man das bspw. aus dem Betriebssystem kennt. Auch klare Symbole auf den Buttons sind da wichtig. Wenn dann eine wichtige Funktion, wie die Selbstzerstörung ohne Rückmeldung ausgeführt wird, sorgt das schnell für Frust beim Spieler. Dumm auch, wenn andere Einrichtungen, wie Gefechtstürme, die in das Einheitenlimit zählen, nicht selbstzerstört werden können.Das sind aber die kleineren Probleme des Spiels, denn es hat mit vielen Bugs zu kämpfen, die vor allem das Speichern und Laden von Spielständen betreffen. So verschwinden nach dem Laden bereits erforschte Technologien oder das Ereignis für das Erreichen des Hauptmissionsziels wird nicht ausgelöst. Da fällt es kaum noch ins Gewicht, wenn man die Subsysteme des feindlichen Kreuzers kaum richtig unter den Mauszeiger bekommt oder man ein Schiff an einen gefährlichen Nebel verliert, obwohl der gar nicht auf dem Weg zum Ziel lag. Die KI ist auch nicht gerade überwältigend, viel zu oft hat man das Gefühl, das der Computergegner mit einem Schlag die eigene Existenz vernichten kann, es aber einfach nicht tut. Die Kämpfe sind viel zu statisch und gleichförmig. Die Schiffe treffen aufeinander, halten an und beschießen sich aus einiger Entfernung. Da hilft auch die Cinematic-Kamera nicht. Schöne WeltenDer größte Pluspunkt von Gemini Wars ist die Grafik. Die Sonnen, Planeten und Asteroiden sehen sehr schön aus und stützen die Weltraum-Atmosphäre. Das Design der Schiffe ist stark an die aus Wing Commander oder Starship Troopers angelehnt. Es gibt Trägerschiffe für Raumjäger und Kreuzer und Zerstörer, die sich schwerfällig durch das Weltall bewegen. Die Effekte der Waffen könnten dabei zwar besser sein, alles in allem lässt sich Gemini Wars aber sehr schön ansehen.Atmosphärisch unterstützt wird das Ganze durch angenehme, klassische Orchestermusik. Minuspunkte gibt es aber bei der Lokalisierung. Einige Texte wurden falsch oder gar nicht übersetzt. Auch einige Audionachrichten sind noch englisch. |
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Gemini Wars

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