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Test: F1 2012
Warum der dritte F1-Versuch von Codemasters eher ein Rückschritt ist ...
Irgendeine Entscheidungsperson bei Codemasters muss wohl mal eine richtig miese Nacht gehabt haben. Der Lieblingsverein abgestiegen? Frau samt Geld weg? Oder gab's einen Korb von 'ner hübschen Blondine an der Bar? Am Morgen dann irgendwie - natürlich mit dem falschen Bein - aus dem Bett gequält, ist ihm beim Behandeln der Schnittwunde nach dem rasieren ganz sicher eine riesen Laus über die Leber gelaufen. Guten Morgen liebe Sorgen ... - man kennt das ja. Auf alle Fälle musste was fürs Selbstwertgefühl her. Rein ins Büro und Bingo: „Heute streich ich mal den Grand-Prix-Modus für das neue F1 2012.“ Bleibt zu hoffen, dass der Typ nicht noch mehr schlechte Nächte hatte. Unser Test klärt auf.Mal Regen, mal SonneDank Codemasters darf man auch dieses Jahr wieder gegen Alonso, Vettel & Co auf allen aktuellen 20 GP-Strecken ran. Sogar der funkelnagelneue Circuit of the Americas in Austin darf schon jetzt befahren werden. Das Ganze natürlich wieder mit einer schicken Grafik und Soundkulisse, wobei besonders Letztere sowohl beim Motoren-, als auch beim Hintergrundsound hörbar verbessert wurde. Die erhofften Verbesserungen des Schadensmodels suchen wir leider genauso vergeblich, wie den sinnvollen Einsatz des immerhin vorhandenen Safety-Cars.Schick dafür die neue Wetterdynamik. So kann es jetzt sogar an einer Stelle der Strecke trocken sein und an anderer regnen. Gepaart mit dem sich nahe an der Realität schnell einstellenden Reifenabbau der Pirellis, entscheidet ganz besonders bei Regen die richtige Boxenstrategie über Sieg oder Niederlage. Zumindest bei großen Renndistanzen funktioniert das ganz gut. Bei kurzen Rennen hinkt das System. So fuhr etwa die KI trotz strömenden Regens und klatschnassem Asphalt mit Slicks wie auf Schienen, während die aufgezogenen Intermediates total versagten. Dafür gibt es an der Codemasters-typischen Fahrphysik, die den Balanceakt zwischen Fahrspaß und Anspruch auch dank zuschaltbarer Fahrhilfen und zahlreicher Einstellungsmöglichkeiten für den Schwierigkeitsgrad schafft, nicht viel zu meckern. Zudem wurde der KI etwas mehr Respekt vor schnelleren Gegnern eingeimpft. Sinnlose Auffahrunfälle kommen seltener vor, die Ideallinie wird schneller frei gemacht und die CPU-Gegner bekommen nun auch das überarbeitete Strafsystem zu spüren. Letzteres wurde etwas entschärft. So darf man etwa innerhalb eines Zeitfensters einen regelwidrig überholten Gegner zurücküberholen lassen, um einer Strafe zu entgehen, ohne gleich die übliche Rückspulfunktion nutzen zu müssen. Die Champions sind reifAlles in allem nicht perfekt aber gute Voraussetzungen für ein Rennspielspektakel der Extraklasse. Doch leider fühlt sich das Gesamtprodukt dank einiger unerklärlicher Designschnitzer gepaart mit neuen, leider unausgereiften und spürbar unfertigen Elementen eher wie ein Rückschritt an.Den Wegfall des Grand-Prix-Modus haben wir schon angesprochen. Eine ganze Saison mit dem Fahrer und den Einstellungen seiner Wahl zu fahren, geht nicht mehr. Vielmehr heißt es Einzelrennen erstellen und die Gesamtwertung auf Papier mit Bleistift zusammenrechnen. |
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