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Test: Anna

Gelungenes Grusel-Adventure?
 Anna
Anna ist das Debüt des italienischen Indie-Entwicklers Dreampainters. Es lässt sich in die Grusel/Horror-Adventure-Ecke einordnen und findet in einer frei begehbaren 3D-Umgebung statt, ähnlich wie bei Amnesia – The Dark Descent.

Überaus mysteriös

Das Spiel geht von Anfang an spärlich mit Informationen um. Es beginnt damit, dass man vor einer angeblich von Geistern heimgesuchten Mühle irgendwo in der italienischen Landschaft steht. Warum genau, wird nicht näher erläutert, außer, dass die Spielfigur – ein Mann – von einer gewissen Anna geträumt hat, einer Frau, die er wohl einmal kannte. Was genau er sich von dem Ausflug in die Mühle erhofft, ist nicht ersichtlich und wird es im Laufe des Spieles leider auch nicht.
Wie bei den meisten Adventures bildet das Lösen von Rätseln den Kern des Spiels. Die Macher hatten dabei gute Ideen, aber nur allzu oft sind sie auch über die Stränge geschlagen. Viele Rätsel haben einen sehr hohen Schwierigkeitsgrad und sind so abstrus aufgebaut, dass man lediglich zu einer Lösung kommt, wenn man dem Grundsatz Alles auf alles anwenden folgt. Wirkliche Hinweise gibt es nur bei den wenigsten Rätseln - ein paar mehr hätten dem Spiel sicherlich nicht geschadet.
Die Spieldauer beträgt, wenn man die Lösung der Rätsel schon kennt, vielleicht drei oder vier Stunden. Ohne Walkthrough hingegen kann man schon mal verzweifeln und vermutlich ganze Tage mit dem Spiel zubringen, ohne weiterzukommen.
Die definitive Stärke des Spieles sind die Schockmomente. Man muss jeden Moment damit rechnen, dass irgendetwas Paranormales geschieht, wie zum Beispiel Schattenfiguren, die hinter einem auftauchen, wenn man es am wenigsten erwartet, oder Hände, die urplötzlich aus dem Boden greifen. Ständig knarrt und knackt irgendetwas im Hintergrund, Türen gehen, obwohl sich außer dem Protagonisten niemand in der Mühle aufhält, und man hört Stimmen, Gesprächsfetzen, von denen man nicht genau weiß, ob es die eigenen Erinnerungen oder doch die eines anderen sind.

Wenn der Protagonist sich selbst im Weg steht

Die Steuerung des Spieles ist relativ simpel. Man benutzt die Pfeiltasten, um sich in die verschiedenen Richtungen zu bewegen, den Rest macht man mit der (leider auch auf der niedrigsten Einstellungsstufe extrem sensiblen) Maus. Türen und andere Gegenstände bewegt man, indem man sie mit rechts anklickt und die Taste hält, während man die Maus hin- und herbewegt.
Komplizierter wird es bei der Benutzung des Inventares. Will man einen Gegenstand benutzen, muss man zuerst mit I das Inventar öffnen, den Gegenstand anklicken, in dem daraufhin erscheinenden Menü zwischen Benutzen und Betrachten wählen, das Inventar wieder schließen und den Gegenstand dann dorthin ziehen, wo man ihn hinhaben will. Etwas weniger umständlich wäre schön gewesen, denn so hat man das Gefühl, viel mehr zu machen, als eigentlich nötig wäre.

Atmosphäre ist alles

Anna verwendet eine Realtime-3D-Grafik, die sehr gekonnt in Szene gesetzt wurde. Es wird sehr viel mit verschiedenen Farben und Atmosphären gespielt; außerhalb der Mühle ist alles hell, freundlich und offensichtlich friedlich, und man hat Wert auf einen hohen Detailgrad gelegt. Geht man jedoch hinein, findet man sich in einer Welt voller Düsternis und Schatten wieder, und die ganze Atmosphäre scheint einen anzuschreien, diesen Ort schnellstmöglich wieder zu verlassen. Schatten flackern über die Wände, im Hintergrund hört man Wasser tropfen, und wohin man auch schaut, sieht man Zerstörung und Verfall.
Soundtechnisch ist Anna relativ eintönig gehalten. Die meiste Zeit über hört man einen melodischen choralen Singsang, unterlegt mit sanfter Harfenmusik. Das passt zwar nicht ganz zur angestrebten Atmosphäre, hört sich aber recht nett an. Wenn ein Schockmoment kommt, gibt es entsprechend dramatische Musik, aber glücklicherweise erst dann, wenn man den entsprechenden Spuk selbst gesehen hat, sodass man nicht vorgewarnt wird.
Wirkliches Voice Acting findet mit Ausnahme der mysteriösen Stimmen, die der Protagonist zuweilen hört, nicht statt. Man hat bisweilen das Gefühl, der Protagonist sei stumm. Seine Gedanken werden lediglich als Texteinblendungen dargestellt.
Was die Übersetzung angeht, gibt es an Anna nichts auszusetzen. Kalypso Media hat sich da sehr große Mühe gegeben, alles sinngemäß und vor allem grammatikalisch korrekt einzudeutschen.
Screen 1
Eine gruselige Bodenklappe
Screen 2
Ofen mit unheimlichen Ranken
Screen 3
Die Mühle von außen
Screen 4
Ein seltsamer Ritualkreis

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Anna

Packshot
Point&Click Adventure
von Kalypso Media
USK-Freigabe keine Angabe
PCSeptember 2012 (Steam)
will ich habenhabe ich angespielt
besitze ichbin Profi (durchgespielt)
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10.10.12
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