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Test: Giana Sisters: Twisted Dreams
Ein Hüpfspiel-Klassiker im neuen Gewand
Das Wort „Kopie“ hat im Zusammenhang mit Spielen eigentlich einen negativen Beigeschmack, aber in manchen Fällen ist gut geklaut trotzdem auch schon halb gewonnen. So sorgte die freche Mario Bros.-Alternative The Great Giana Sisters Ende der 80er für glückliche Gesichter vor den Heimcomputer-Bildschirmen (und weniger begeisterte Minen bei Nintendo). Nicht zuletzt die Nostalgiker unter den damaligen Spielern verhalfen Giana per Crowdfunding - wir berichteten - zu recht guten Startbedingungen für ihr jetziges Comeback. Hat sich diese Investition gelohnt?Zwei Seelen wohnen, ach, in ihrer BrustDie Hintergrundgeschichte ist schnell erzählt und spielt im Abenteuer selbst eigentlich keine Rolle. Gianas Schwester wird durch ein Portal in eine fremde Dimension gesaugt und die Hüpfheldin startet eine genreübliche Befreiungsaktion. Auch sonst verzichtet das Jump&Run auf große Erklärungen, die Moves der Hauptdarstellerin werden z.B. einfach durch passende Hinweisschilder verdeutlicht.Da wird natürlich ganz klassisch gerannt, gesprungen oder auch mal geschwommen; tödliche Gruben, fiese Stacheln, zerbröselnde Böden und zermalmende Felsen sollen überwunden und verstreute Diamanten gesammelt werden. Wie schon im vor ein paar Jahren veröffentlichten DS-Spiel hat die Heldin eine gespaltene Persönlichkeit – auf Knopfdruck verwandelt sich das blonde Mädchen in eine wilde Punkerin. Und interessanterweise ändert sich die ganze Umgebung gleich mit. Wo eben noch tote Bäume und Dinosaurierschädel ins trostlose Land starrten, sprießen nun bunte Pilze und Blümchen aus dem Boden, statt Dämonen flattern – allerdings nicht minder gefährliche – pummelige Vögel durch die Luft. Der vom Veteranen Chris Hülsbeck komponierte Soundtrack enthält sowohl typische fröhliche Jump&Run-Melodien als auch harte Metal-Klänge. Doch die cool inszenierte Verwandlung ist nicht bloß optischer und akustischer Natur, zumal die Giana-Persönlichkeiten jeweils über eigene Spezialfähigkeiten verfügen: Blondie überwindet per Wirbelsprung schwebend große Distanzen, die Punk-Göre durchbricht als wahrer Feuerball Mauern aus Blöcken oder lässt sich zum Erreichen höher gelegener Regionen rasant von Wänden oder auch Gegnern abprallen. Außerdem bewegen sich etwa Aufzüge je nach Charakter in unterschiedliche Richtungen, tödliche Ranken versperren nur einer Heldenform den Weg oder wichtige Plattformen verschwinden plötzlich aus der Landschaft. Häufig ist es sogar nötig, mitten im Sprung die Figur zu wechseln. Schon dieses Feature sorgt für jede Menge raffinierte Levelkonstruktionen und man muss sich vor allem für das Erreichen der versteckten Riesenkristalle, welche Artwork-Bilder in der Galerie freischalten, ordentlich anstrengen. Zwar zeigen manche Elemente im Laufe des Spiels dezente Abnutzungserscheinungen und der übersprudelnde Ideenreichtum vieler Mario-Games ist dann doch ein anderes Kaliber - bevor es langweilig wird, liefert die Hüpferei aber immer noch kleine frische Kniffe im Gameplay, und wenn es bloß ein paar spaßige Trampolin-Einlagen sind. Schwer oder noch schwererTwisted Dreams richtet sich spürbar an geübte Hüpfer, selbst diesen können gewisse Schwankungen im Schwierigkeitsgrad aber störend in die Quere kommen. Ein gleichmäßigerer Anstieg des Herausforderungsniveaus wäre wünschenswert gewesen. Einige Situationen werden auch schlicht dadurch unnötig erschwert, dass es etwa teilweise nicht recht einleuchtend ist, warum man durch manche Plattformen hindurch ungehindert nach oben springen kann, während sich Giana an ganz ähnlich aussehenden Exemplaren nur ihren armen Schädel stößt.Entschärft werden gemeine Stellen durch Rücksetzpunkte und unbegrenzte Versuche, es gibt also nicht wie in der „guten alten Zeit“ bloß einen mühsam gehorteten Vorrat an Leben. Häufiges Abkratzen schadet allerdings der Bewertung am Ende der Levels, wo je nach gesammelter Klunker-Menge und benötigten Anläufen bis zu fünf Sterne vergeben werden. Nur wer genug davon ergattern konnte, schaltet die Boss-Behausungen der drei Welten frei. Insgesamt warten über 20 Areale auf geschickte Gamepad-Akrobaten, wer einen Abschnitt geschafft hat, darf diesen außerdem in ein paar zusätzlichen Modi ausprobieren: Bei der Score Attack geht man noch gezielter auf Diamanten-Jagd, bei der Time Attack ist natürlich ein rasches Absolvieren der Levels gefordert. Genug Sterne in den Boss-Levels machen den Hardcore-Modus ohne Rücksetzpunkte verfügbar, bei dem jeder Bildschirmtod Giana also an den Beginn des Abschnitts befördert. Und nur wer auch noch diese Variante durchspielt, kann sich an „Über-Hardcore“ versuchen – hier lautet die Frage: Wie weit kommst du mit einem einzigen Leben? |
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78%
80%

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Giana Sisters: Twisted Dreams

Jump&Run
von Black Forest Games
USK-Freigabe keine Angabe
von Black Forest Games
USK-Freigabe keine Angabe
| PC | Oktober 2012 (Steam) | |
| PS3 | Anfang 2013 (PSN) | |
| 360 | Anfang 2013 (XBLA) |
| will ich haben | habe ich angespielt | besitze ich | bin Profi (durchgespielt) |
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