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Test: Medieval - Total War: Viking Invasion

Mit dem AddOn stürmen nun auch die Wikinger in den virtuellen Welten des PCs und bringen einige Neuerungen mit sich.
 
Mit Medieval Total War (MTW) brachte Activision das Mittelalter auf die heimischen Bildschirme. Nun stürmen im Addon „Viking Invasion“ (VI) auch die Wikinger in den virtuellen Welten des PCs.

Brettspiele

Das erste, was man am Addon bemerkt, ist eine komplett neue Landkarte, von den britischen Inseln im Jahre 793. Zu dieser Zeit sind die englischen Ländereien von den Angeln, Sachsen, Walisern, Schotten, Pikten und Iren besiedelt. Zu guter letzt erscheinen noch die Wikinger aus Norwegen auf der Karte.
In der neuen Kampagne ist es nicht mehr möglich den Sieg durch kulturelle Überlegenheit am Ende Spielzeit zu erlangen, sondern man ist verpflichtet alle Provinzen zu erobern. Im Vergleich zu MTW ist die Insel in wenige Ländereien unterteilt. Das ist jedoch kein Nachteil, denn dadurch wird der Spielfluss sowohl übersichtlicher als auch kampflastiger.
In alter Tradition müssen die eroberten Landstriche mit verschiedenen Gebäuden bebaut werden, damit sie für den Unterhalt der Armee sorgen können. Durch genaueres Hinschauen fällt auch hier ein deutlich differenzierterer Technologiebaum auf, beispielsweise müssen in einem jungfräulichem Rittergut erst Wälder gerodet, dann Bauernhöfe gebaut und zuletzt können die Erträge in zwei Stufen gesteigert werden.
Ebenfalls sind auf der Landkarte alle Armeen und sonstige wichtige Persönlichkeiten in Form von Spielfiguren zu sehen. Wie bei dem beliebten Brettspiel Risiko können diese von einer Provinz in die andere geschoben werden. Der Zug in einen fremden Herrschaftsbereich bedeutet nicht immer gleich Krieg, denn man kann nun unter anderem die Stabilität eines Gegners mit Spionen oder Meuchelmördern gefährden.

Gestampfe

Es gibt zwei Möglichkeiten eine Schlacht zu führen. Die eine ist sie vom Computer berechnen zu lassen. Die andere und viel interessantere besteht darin, sich selbst als Feldherr zu beweisen. Ausgetragen werden die „Massaker“ in Echtzeit auf 479 verschiedenen Schlachtfeldern.
Bevor man sich in die Schlacht begibt, kommt man seit dem Addon in die Schlachtvorbereitung. In diesem Fenster sieht man genau, welche Armeen und Truppenteile in der Schlacht aufmarschieren werden. Darüber hinaus bekommt man die Möglichkeit, den Nachschub sehr präzise zu koordinieren.
Um ein positives Ergebnis in der Schlacht zu erzielen ist es wichtig, mit der richtigen Einheit den richtigen Gegner anzugreifen. Es kommt ein wenig nach „Stein, Schere, Papier“. Speerträger vernichten Lanzenreiter, werden aber von Schwertkämpfern nieder gemacht. Diese haben wiederum keine „Schnitte“ gegen die Lanzenreiter. Weitere wichtige schlachtentscheidende Faktoren sind Wetter und Gelände. Einheiten mit Schusswaffen sind natürlich auf einem Hügel mit Wald im Rücken besser aufgehoben, als im Angesicht einer feindlichen Reiterhorde. Kavallerieangriffe sind bergabwärts heftiger, andererseits ermüden Soldaten, die einen Hügel hoch laufen müssen schneller und sind dadurch unterlegen.
Deutlich schwerer sind Sturmangriffe auf Burgen geworden, da die Belagerer von den Burgherren mit Pech übergossen und mit Brandpfeilen gespickt werden.

Aussicht

Das Addon bringt eine Menge Verbesserungen und Neurungen mit sich, die sich nicht nur in der neuen Kampagne wiederfinden, sondern auch im „alten Spiel“ Gültigkeit haben.
Im Taktikpart fällt auf, dass die Zahl der Fraktionen auf 24 aufgestockt wurde. Ungarn und Aragoner sind nun spielbar. Dazu gibt es eine Menge neuer Gebäude und Einheiten. Der Spion kann beispielsweise die Laster adliger Personen aufdecken, was hin und wieder zu Aufständen führt. Neuerdings nehmen auch Belagerer einer Burg Schaden.
Ansonsten wirkt die technische Ausstattung des Spieles recht solide. Ein tolle Sache ist die Möglichkeit, unterschiedliche Bildschirmauflösungen für den Taktik- und Echtzeitpart, einstellen zu können.
Leider wurden aber einige Kritikpunkte des Echtzeitbereiches von MTW nicht ausgemerzt, zum Beispiel die umständliche Maussteuerung sowie eine nur begrenzt bewegliche Kamera. Diese führt in manchen Situationen zur Unübersichtlichkeit, was sich unter anderem bei der Eroberung einer Burg negativ bemerkbar macht.
Als ein weiteres Manko sehe ich, dass man nur einen ganzen „Zug“ anwählen kann, und nicht auch einzelne Einheiten direkt über einen Mausrahmen. Zu dem baut jede Gruppe, der man ein neues Ziel gibt, erst mal wieder eine ordentliche Formation auf bevor sie darauf zustürmt - das kostet oft wertvolle Zeit...

Alte Kamellen

Viking Invasion ist ein gelungenes Addon mit vielen lobenswerten Neuerungen. Da diese nicht als einzelner Patch erhältlich sind, nach der Installation sich aber auf das gesamte Spiel auswirken, bekommt man durchaus Lust darauf, die alten Kampagnen erneut zu spielen. Die zwei zusätzlichen Nationen, sowie die sizilianische Orgelkanone runden zusammen mit den vielen verschiedenen Schlachtfeldern das Gesamtbild positiv ab.
Screen 1
Die neue Karte
Screen 2
Architekturbüro
Screen 3
Liste aller Bündnisse
Screen 4
Schlachtenaufstellung
Screen 5
Brücke zu Stirling
Screen 6
Gestampfe
Screen 7
Strum auf eine...
Screen 8
... oder andere Stadt.

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