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Test: Expedition nach Tikal
Das Spiel des Jahres 1999 auf dem PC. Highlight oder wieder nur Mittelmaß?| Tikal ist eine Ruinenstadt der Maya in Guatemala. Sie wurde in der Zeit zwischen 600 und 900 n. Chr. besiedelt und war eine der größten Städte der Mayakultur. Von 1956 bis 1967 entdeckten die Amerikaner bei Ausgrabungen ein Tempelzentrum mit sechs Pyramiden und vieles mehr. Heute ist Tikal ein Touristenzentrum. Seit 1999 ist Tikal auch ein Brettspiel, das sich mit dem Titel „Spiel des Jahres“ schmücken darf und nun auch unter dem Titel Expedition nach Tikal den Weg auf den PC gefunden hat. Expedition im UrwaldDas PC-Spiel ist trotz des abgewandelten Titels eine beinahe 100prozentige Umsetzung des Brettspiels. Dieses versetzt bis zu vier Spieler in die Zeit der Ausgrabungen. Als Leiter einer Expedition ist es das Ziel jedes Spielers möglichst viele Siegpunkte zu ergattern in dem man Schätze hebt und Tempel ausgräbt. Dabei muß man aufpassen das die gegnerischen Expeditionsteilnehmer einem nicht den Lohn mühevoller Arbeit stehlen, in dem sie sich die Siegpunkte für einen Tempel holen, den man selbst ausgegraben hat.Der Spielablauf ist eigentlich einfach: Zu Beginn zieht man ein sechseckiges Kärtchen, das ein Stück neu erforschtes Gebiet von Tikal darstellt. Dieses Kärtchen legt man nun an die bereits erforschte Fläche des Ausgrabungsgebietes an. Kleine Steinchen an den Grenzen des Kärtchens zeigen dabei an, wie viele Aktionspunkte es kostet von einem Kärtchen ins andere zu wechseln. Ein Kärtchen ist entweder eine Lichtung, ein Schatzfeld, auf dem man 2-4 Schätze heben kann oder ein Tempel, der bereits mehr oder weniger ausgegraben ist. Hat man sein Kärtchen angelegt hat man zehn Aktionspunkte. Diese benutzt man um seine Expeditionsteilnehmer auf dem Brett zu bewegen (wie viel das kostet hängt von den oben genannten Steinchen auf den Kärtchen ab), Schätze zu heben (dazu muss man einen Expeditionsteilnehmer auf ein Schatzfeld bewegen) oder zu tauschen (es ist Ziel von jeder Schatzart ein Trippel zu bekommen. Drei gleiche Schätze geben 6 Siegpunktem zwei gleiche 3 und 1 Schatz nur 1 Punkt) Tempel auszugraben und versucht auf den Tempelfeldern die Mehrheit zu erlangen. MehrheitsfindungDiese Mehrheiten spielen dann eine Rolle, wenn ein Spieler statt einem der Standardkärtchen einen Vulkan zieht. Dieser wird nämlich nicht sofort angelegt sondern nun hat jeder Spieler noch einmal zehn Aktionspunkte und versucht das maximale an Siegpunkten herauszuholen. Dabei gilt: Wenn er nach seinem Zug auf einem Tempelfeld die Mehrheit hat, erhält er die Punkte (1-10 je nach Ausgrabung). Aber: Er bekommt die Punkte sofort nach seinem Zug, danach ist der nächste Spieler an der Reihe und kann versuchen die Mehrheitsverhältnisse zu ändern und auch Punkte zu bekommen. Es ist also möglich das zwei Spieler für denselben Tempel Punkte erhalten.Insgesamt gibt es vier Vulkan-Kärtchen, dazu wird noch einmal ganz am Schluß gewertet, wenn das letzte Kärtchen angelegt wurde. Wer dann die meisten Punkte hat, gewinnt das Spiel. Soweit grob die Regeln, die sich noch um einen Expertenmodus erweitern lassen, bei dem um die anzulegenden Kärtchen mit Siegpunkten gefeilscht wird, aber das zu erläutern würde hier zu weit führen. Das Tutorial im Spiel erklärt alles ausreichend während sich das dünne Handbuch auf das wesentliche beschränkt. Die UmsetzungÄhnlich wie Euphrat & Tigris wurde Expedition nach Tikal mit einem dreh- und zoombaren Spielfeld ausgestattet, das aber auf Wunsch durch eine feste Ansicht ersetzt werden kann. Zoomen muß man in der Tat manchmal, da die Steinchen für die Wegekosten sonst schwer zu erkennen sind. Ansonsten ist dieses Feature Schnickschnack und völlig überflüssig, die Übersicht behält man nur in der Standardsicht und tolle Details gibt es beim zoomen auch nicht zu sehen. Rätselhaft bleibt mir, wie es das Spiel mit seiner Durchschnittsgrafik geschafft hat, hin und wieder arg ins Ruckeln zu geraten, lag der Testrechner mit 2,66 Ghz doch weit über den empfohlenen Voraussetzungen. Allerdings waren das immer nur kurze Momente.Zwei Punkte muß sich Hersteller Dartmoor aber wirklich ankreiden lassen: Das ist zum einen die dämliche KI, die auch auf der schwersten Stufe einen erfahrenen Tikal-Spieler vor keinerlei Probleme stellt und oft hanebüchene Züge macht die weit weg vom Optimum sind. Zum anderen ist auch bei Expedition nach Tikal zwar ein Mehrspielermodus für LAN/Internet im Angebot, jedoch kein HotSeat-Modus. Das ist bei diesem Titel unverständlich, denn es gibt hier keine Geheimnisse, alle Spielsteine, Schätze usw. liegen offen auf dem Tisch, es gibt also keinen Grund, warum es diesen Modus nicht gibt. MittelprächtigEin Mehrspielermodus ist zwar lobenswert, aber die Zielgruppe der Casualgamer dürfte nur selten ein Netzwerk daheim haben und die umständliche IP-Eingabe dürfte manchen Spieler auch überfordern. Hauptkritikpunkt am Spiel ist aber die viel zu schwache KI. Somit reiht sich Expedition nach Tikal in die lange Reihe mittelprächtiger Brettspiel-Umsetzungen ein. |
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