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Test: Final Fantasy X-2

Die erste echte Fortsetzung eines FF-Spiels, das erste reine Frauen-Team, Yunas erster Auftritt im knuddeligen Mogry-Kostüm - all das und noch viel mehr erwartet euch in FF X-2.
 
Was machen tapfere Helden, nachdem jedes Monster besiegt, der Oberbösewicht in die ewigen Jagdgründe befördert und ihr Abenteuer damit beendet wurde? Auf steinigen Äckern Kartoffeln anbauen, faul auf der Couch hockend ein Wohlstandsbäuchlein ansetzen, oder als charismatischer Anführer vielleicht in die Politik gehen? Zumindest in der Final Fantasy-Reihe wurde diese Frage bisher nicht wirklich beantwortet, da jeder Teil der Serie bekanntlich eigenständige neue Hauptcharaktere und Welten einführte.
Als erste direkte Fortsetzung eines Final Fantasy-Spiels gibt Teil X-2 den zahllosen Fans jetzt endlich die Möglichkeit, zumindest ein paar liebgewonnene Charaktere ein weiteres Mal auf ihren spannenden Streifzügen zu begleiten. Gab es sonst innerhalb der Reihe lediglich Gemeinsamkeiten beim Kampfsystem oder etwa im Zauberspruch-Repertoire, wird nun tatsächlich die Story von Episode X weitererzählt.

Den kenne ich doch! Oder nicht?

Zwei Jahre sind seit der finalen Schlacht gegen das gigantische Ungetüm Sin vergangen und in der vom Bösen befreiten Welt Spira haben in der Zwischenzeit neue Technologien sowie völlig andere Ideologien Einzug gehalten. Die Maschinen der technisch versierten Al Bhed werden längst nicht mehr von allen Einwohnern verabscheut, an ehemals heiligen Stätten sind überlaufene Touristenattraktionen entstanden und die Religion rund um Yevon hat für einen Großteil der Bevölkerung viel von ihrem Reiz eingebüsst. Die nun arbeitslosen Bestia-Beschwörer, unter ihnen auch das Hohe Medium Yuna, müssen sich infolge dieses gesellschaftlichen Umbruchs nach neuen Betätigungsfeldern umsehen.
Besitzer von Unlimited Saga wissen dank beiliegender Bonus-Disc bereits was den Anstoß zu den Geschehnissen in Final Fantasy X-2 gibt: Eines schönen, langweiligen Tages schleppt Wildfang Rikku einen gefundenen Video-Späroiden an, auf dem Yuna ihren schmerzlich vermissten Freund Tidus zu erkennen glaubt. Voller Hoffnung macht sich die junge Frau als Mitglied des „Möwenpacks“ zusammen mit Rikku und der geheimnisvollen Paine auf die - nebenbei auch noch recht lukrative - Jagd nach weiteren Sphäroiden.

Das Springen müssen wir noch ein bisschen üben

Als mobiles Hauptquartier der Sphäro-Hunter dient das futuristische Flugschiff Celsius samt Kommandobrücke, Speicher- und Einkaufsmöglichkeit. Neben den drei Heldinnen treiben sich dort unter anderem Rikkus aufgedrehtes „Brüderchen“ und das Wunderkind Shinra, ein sprichwörtliches wandelndes Lexikon, herum.
Sämtliche Örtlichkeiten Spiras werden diesmal nicht linear zu Fuß abgeklappert, sondern können schon zu Beginn direkt angesteuert werden. Um die in fünf große Kapitel unterteilte Haupthandlung voranzutreiben, müssen die so genannten „aktiven Verbindungen“ ausgewählt und die damit verbundenen Story-Missionen absolviert werden. Freiwillige Abstecher zu anderen Schauplätzen sind jedoch so gut wie immer möglich und auch ausdrücklich erwünscht.
Das Personal der Celsius setzt Yuna und Co. stets an praktischen Speicher-Sphäroiden ab, welche bei Bedarf gleichzeitig als Teleporter zurück zum Schiff fungieren. Auf dem Weg zu interessanten Abschnitten kann Yuna erstmals auch springen und klettern! Leider nur an wenigen geeigneten Stellen, die noch dazu manchmal nicht direkt als solche zu erkennen sind. Auf Jump&Run-reife Geschicklichkeitseinlagen braucht ihr euch sowieso nicht einstellen, da Yuna bei gedrückt gehaltenem Kreis-Knopf automatisch im richtigen Moment springt. Nur wenn der Button-Einsatz vergessen wird, gerät die Dame vorübergehend leicht ins Schwanken. Abgestürzt wird trotzdem nie ;)
Auf diese Weise erklimmt man einige Klippen in unwirtlichen Bergregionen oder hopst auf der Suche nach Schatzkisten z.B. von einem festgemachten Boot auf den gegenüberliegenden Holzsteg.

ATB – Aua, Treffer, Besiegt?

Außerhalb sicherer Zonen stolpert das Trio schnell in die ersten serientypischen Zufallskämpfe, für die viele Spieler wahrscheinlich schon eine Art Hassliebe empfinden. Auf dem Schlachtfeld macht sich gleich eine entscheidende Veränderung zum Vorgängerspiel bemerkbar: Square Enix hat sich vom eher taktischen rundenbasierten Kampfsystem verabschiedet und setzt stattdessen wieder ganz auf die bis Teil IX verwendete Active Time Battle-Lösung (kurz ATB). Das bedeutet knapp gefasst: Unterschiedlich lange Balken füllen sich, um anzuzeigen, wann der jeweiligen Figur wieder neue Befehle - Angriff, Item, Flucht etc. – erteilt werden können. Kluge Kämpfer zögern Angriffe hinaus, um nach der Wartepause schnell hintereinander mit mehreren Helden anzugreifen. Die daraus resultierenden Kombo-Attacken luchsen den Widersachern besonders viele Lebenspunkte ab.
Das Ganze kann durchaus etwas hektisch werden, da Feinde möglicherweise munter drauflos kloppen, während die Ladies z.B. verzweifelt im Inventar nach rettenden Tränken kramen. Als kleine Hilfe für reaktionsschwache Taktiker darf die Kampfgeschwindigkeit per Optionsmenü notfalls ein wenig gebremst werden. Ansonsten dürftet ihr nach einer kurzen Eingewöhnungszeit jedoch auch so ganz gut mit den Active Time Battles zurechtkommen.

Raus aus der Kriegertracht und rein in die Hexenkluft

Weiter geht´s mit Neuerungen: Die Party in Final Fantasy X-2 besteht wirklich immer nur aus den drei Startcharakteren Yuna, Rikku und Paine – ein Auswechseln von Helden oder das Anwerben neuer Figuren ist nicht möglich. Doch keine Sorge: Um ausreichend Abwechslung im Fähigkeiten-Repertoire der Heldinnen und im Ablauf ihrer Konfrontationen mit unfreundlichem Gesocks zu gewährleisten, haben sich die Entwickler etwas Nettes einfallen lassen. Insgesamt vierzehn Kostüme (plus je eine Spezial-Version pro Figur) stehen für die unterschiedlichsten Charakterklassen, welche in laufenden Kämpfen auf Knopfdruck gewechselt werden dürfen. Nach einer schicken Umkleideanimation findet sich die jeweilige Protagonistin mit komplett anderen Statuswerten und speziellen Fähigkeiten in ihren neuen Klamotten wieder. Manche Berufe kommen GBA-Experten bestimmt bekannt vor, denn medizinisch informierte Weißmagier, ihre angriffsorientierten Schwarzmagier-Kollegen oder wendige Diebe schickte man z.B. schon im Strategie-RPG-Mix Final Fantasy Tactics Advance für Nintendos Handheld auf isometrisches Gelände.
Nur vier sogenannte Kostümsphäroiden sind schon von Beginn an verfügbar. Den gesamten, teilweise recht exotischen, Rest eignen sich die Abenteurer an festgelegten Story-Punkten oder nach dem Abschluss diverser Nebenaufgaben an. Durch den ausgiebigen Gebrauch eines Kostüms erlernt die Trägerin außerdem eine ganze Reihe weiterer Abilities, weshalb sich eine Spezialisierung auf einige starke Typen lohnen kann. Eine Diva singt ihren Feinden dann vielleicht schöne Schlaflieder, Weißmagier errichten reflektierende Schilde, die Zauberattacken auf ihre Verursacher zurückwerfen, und Dompteure hetzen extrem aggressive Schoßtierchen auf freche Monster.
Screen 1
Sphäroiden sind wie Überraschungseier – man weiß vorher nie was drin ist
Screen 2
Neuzugang Paine ist trotz kühler Haltung ein ziemlich heißer Feger
Screen 3
Spring, Yuna, spring
Screen 4
Auch die Gegend um Yunas Heimatdorf wird wieder bereist
Screen 5
Rikku ist fast tot – eine Weißmagierin könnte sie vielleicht retten

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Final Fantasy X-2

Packshot
Rollenspiel
von EA, Square Enix
USK-Freigabe ab 12 Jahren
PS2Februar 2004

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