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Test: Athens 2004

Spielen im alten Athen... im sehr alten...
 
Mit Track and Field fing alles an. Grafisch damals wenigstens Up to Date, war das Gameplay eher simpel gestrickt. Einfaches Button-Smashing oder rhythmische Controllerfolterung führten auch blutige Anfänger zum Ziel. Spielerisch also eher anspruchslos, schaffte die Track and Field-Reihe wovon die meisten Multiplayertitel nur träumen können - den Wettkampfgedanken ins Spielzimmer zu bringen. Schadenfreude und Wut auf den Gegenspieler waren nicht die treibende Kraft, sondern vielmehr die Überwindung eigener Grenzen und das Knacken des bisherigen Rekords. Athens 2004 will nun an alte Erfolge anknüpfen und den olympischen Gedanken erneut entzünden.

Reicht`s für die Siegerehrung?

Spielerisch hat sich in all den Jahren leider nicht viel getan und auch die Grafik kann mit der technischen Evolution der letzten Jahre nicht ganz mithalten. Rekorde werden hier also höchstens vom Spieler gebrochen.
Leider wurden längst nicht alle Sportarten in das Spiel integriert. Das Ringen bzw. Wrestling sucht man hier beispielsweise vergebens, obwohl es offiziell eine olympische Disziplin ist. Die Standard-Wettkämpfe wie 100m Lauf, 1000m Hürdenlauf oder Weitsprung steuern sich alle weitgehend identisch. Durch abwechselndes Gehämmer auf X bzw. Kreis lasst ihr euren Recken der Konkurrenz davonlaufen. Begeisterte Wendy-Leserinnen scheuchen dagegen ein virtuelles Hottehü per Analogstick über den Springparcours, während Nachwuchs-Robin Hoods beim Bogenschießen vor historischer Kulisse hoffentlich genug Zielwasser getrunken haben.
Egal ob Wettlauf, Kugelstoßen, Gewichtheben, Speerwerfen, Skeetschießen sowie Schwimmen, Bodenturnen, Stabhoch- bzw. Weitsprung und einige Disziplinen mehr, lassen sich etliche Wettkämpfe alleine oder mit Freunden austragen. Besitzer eines Multitaps können diese Mini-Spiele natürlich auch zu viert spielen.

Knöpfchendrückmasochisten vor!

Während die meisten Spielchen nur akkurates Timing und schnelle Finger erfordern, könnt ihr einige Disziplinen wie zum Beispiel das Bodenturnen auch per Tanzmatte bestreiten. Seltsam ist, gerade bei dieser Disziplin, dass euer Charakter, egal wie gut oder schlecht ihr seid, seine Tanzeinlage immer tadellos vollführt. Die anschließende Bewertung fällt zwar korrekt aus und gibt euch nur dann die volle Punktzahl, wenn ihr alle Befehle optimal ausführt, doch euer Recke tanzt rein optisch jedes Mal perfekt. Ein Stolpern oder einen verpatzen Sprung seht ihr nicht einmal, wenn ihr keinen einzigen Befehl eingebt.
Als kleine Randnotiz möchte ich nur kurz anführen, dass im Spiel alle deutschen Frauen an Bein und Po recht behaart sind... mag man uns wirklich so wenig?

Nicht ganz Gold...

Gemeint ist der deutsche Kommentar, welcher krampfhaft versucht, etwas mehr Atmosphäre aufzubringen. Denn manchmal wirkt das Spiel eher wie das offizielle Game zu den Bundes-Jugend-Spielen. Leider labert der Kommentator teilweise absoluten Stuss. Während sich das Publikum (wie so oft) völlig ruhig verhält, erwähnt er, dass man sich doch mal bitte diese Begeisterungsstürme anhören sollte. Außerdem gibt es nur wenige verschiedene Samples je Sportart und so werdet ihr schon mal viele Male hintereinander vom selben Spruch gelangweilt. Stimmung kommt auch nicht wirklich auf, wenn ich zum Beispiel beim Schwimmen schon zig Bahnen hinten liege und der Kommentator meint, dass wir uns hier ein Kopf an Kopf Rennen liefern und noch jeder die Chance auf den Sieg hat. Wirklich peinlich.

Nicht ganz Silber...

Grafisch wird unterer Durchschnitt gezeigt. Die Sportler sind detailarm und unterscheiden sich eher durch die Hautfarbe als irgendwelche markanten Merkmale. Wenigstens die Gesichter der verschiedenen Sportler aus der ganzen Welt zeigen aus welcher Nation sie stammen. Das Publikum besteht aus allerbilligsten Pappaufstellern und die Umgebungsgrafik wirkt steril, detailarm und eher wie eine kleine Playmobilwelt als eine echte Olympiade. Für Playstation 2-Verhältnisse ist dies absolut nicht mehr zeitgemäß.
Nicht nur dass die Grafik eher mau ist, auch die allgemeine Präsentation ist langweilig. Feuerwerk oder Fangesänge gibt es nicht, die Siegerehrung dauert volle 12 Sekunden und Nationalhymnen sucht man ebenfalls vergebens - echt schade.

Nicht mal Bronze...

Für Multiplayerfreunde und erfahrene Olympioniken sicherlich kein Griff ins Klo, trotzdem sollte man sich überlegen ob man wirklich 60 Euro für eine magere Minispielsammlung berappen will. Grafisch eher schlecht als recht, ein Kommentator der nicht selten absoluten Unsinn von sich gibt und ein Gameplay aus dem letzten Jahrtausend verhelfen diesem Titel leider nicht zur Goldmedaille. Erstaunlicherweise schafft es das Spiel wenigstens, Multiplayerfans gut zu unterhalten und gerade durch die innovative Tanzmattensteuerung so etwas wie einen Wettkampfgedanken zu vermitteln – nichtsdestotrotz wäre hier mehr drin gewesen.
Screen 1
Vor dem Rennen gibts eine kurze Vorstellung der Sportler
Screen 2
Man beachte die "genialen" Muskelanimationen
Screen 3
Ja es sieht so schäbig aus...
Screen 4
Jetzt kann man davon ausgehen das der Kommentator Müll erzählt.
Screen 5
Man beachte das Publikum *no comment*

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von Sony
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PS2Juni 2004

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