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Test: Grand Theft Auto: San Andreas
Mit seinem Meisterwerk schreibt Rockstar Videospielgeschichte.
| Eigentlich wollte Carl Johnson nur nach Los Santos kommen, um seine Mutter zu beerdigen und die Familie mal wiederzutreffen. Doch es kommt anders als vorgesehen. Auf dem Weg nach Hause gerät er in eine Drogenkontrolle. Und die Cops entdecken zwar keine Drogen bei Mr. Johnson, aber dafür Geld – „Drogengeld“, wie sie behaupten. Dabei ist CJ schon jahrelang clean. Es kommt noch schlimmer: Er soll für die Dreckskerle arbeiten. Vorausgesetzt, er will verhindern, dass ihm ein Mord angehängt wird, den er gar nicht begangen hat. Nachdem sie seine Kohle einkassiert haben, nehmen die Schweine CJ mit auf eine kleine Spritztour mitten durch Los Santos. An einer Ecke im Viertel der berüchtigten Ballas Gang schmeißen sie ihn einfach aus dem Wagen. Da steht er nun also, allein und ohne Geld, irgendwo in einer riesigen Stadt, die er schon fünf Jahre lang nicht mehr gesehen hat. Und fürs erste wird er wohl dort bleiben müssen, wenn er Stress mit der Polizei verhindern will. An dieser Stelle startet das Spiel. Eure erste Aufgabe besteht darin, CJ aus der gefährlichen Gegend zu seiner alten Wohnstätte zu geleiten. Ein paar Meter von ihm entfernt steht auch ein geeignetes Fortbewegungsmittel für ihn bereit – zwar „nur“ ein Fahrrad, aber immerhin ... Fantastisch: die SpielweltWahrscheinlich werdet ihr beim ersten Spielen von GTA: San Andreas nicht sofort mit den Missionen beginnen wollen, sondern euch erst mal in Ruhe umsehen. Das ist auch zu empfehlen, denn bereits zu Beginn des Spiels steht ein riesiges Areal von der Größe Vice Citys zur Verfügung. Nicht nur die Größe der Spielwelt, sondern auch das Erscheinungsbild hat sich gewandelt. So gibt es in San Andreas ein umfassendes Schienennetz mit Bahnhöfen, Bahnübergängen und Verladestationen. Neu sind auch die Highways, die wie in der Realität mit zahlreichen Auffahrten ausgestattet sind und mal hoch über die Dächer der Stadt oder auch durch unterirdische Tunnelsysteme hindurchführen. Mit High Speed sind dort Fern- und Urlaubsverkehr unterwegs. Wer sich auf die Schnellstrasse stellt und Anhalter spielt, wird gnadenlos überfahren – selbst, wenn er Carl Johnson heißt.Etwas ruhiger geht es in der freien Natur zu. Da gibt es zum Beispiel Erholungsgebiete, in denen Jogger und Bergsteiger unterwegs sind. Und manchmal begegnet man einem Traktor mit einer Bäuerin am Steuer. Die Landschaft ist alles andere als flach, sondern weitgehend hügelreich bis gebirgig wie die kalifornische Wirklichkeit. Über Serpentinen fährt man an Nobelvillen reicher Vinewoodbonzen vorbei. Ein paar Meilen weiter folgen die Wohnwagenparks irgendwelcher Hippiegemeinschaften, bis man irgendwann in einem Kaff ankommt, in dem sich Hund und Katze gute Nacht sagen. Die Spielwelt ist also keineswegs nur ein reines Fantasieprodukt. In Los Santos gibt es ein ausgetrocknetes Kanalsystem, in dem später eine Verfolgungsjagd mit ein paar russischen Mafiosi stattfindet. Während ihr mit einem Motorrad und einem Ballermann bewaffnet die Flucht antretet, verfolgt euch neben etlichen Motorrädern und Gangwagen ein riesiger Truck. Man fühlt sich hier gleich an die Truckszene aus Terminator 2 erinnert – und das ist nur ein Beispiel dafür, was ihr in San Andreas erleben könnt. Eine ganz wichtige Neuerung gegenüber Vice City betrifft auch die Ladesequenzen. Nur beim Betreten und Verlassen von Gebäuden müsst ihr euch kurz gedulden, ansonsten könnt ihr euch in San Andreas ohne Einschränkungen bewegen. Es erwarten euch geräumige Luxusvillen, riesige Lagerhallen und etliche andere interessante Innenraumschauplätze, in denen es von Gegnern nur so wimmelt. Motivierend und abwechslungsreich: die MissionenDie Missionen des Hauptspiels verlaufen grundsätzlich ähnlich wie bei GTA: Vice City. Mit coolen Karren und anderen Fahrzeugen fahrt ihr in der Gegend herum und löst Probleme nach Gangster-Manier mit diversen Ballermännern. Das ist allerdings nur die Basis, denn genaugenommen verläuft jede Mission anders.Einer der ersten Aufträge ist zum Beispiel ein Überfall im Hafengebiet von Los Santos. Mit einem Lieferwagen und Kumpel Ryder als Begleiter begibt sich CJ zu seinem Zielort. Mit dem HUD am Bildschirmrand ist das relativ einfach, nur hätten mache Symbole auf der Karte etwas deutlicher markiert sein können. Das Eindringen ins Werksgelände ist der eigentliche Kern dieser Mission, wobei CJ eine mannshohe Mauer überklettert, Wachen der Nationalgarde erledigt und Torschaltersysteme mit seiner Pistole kaputt schießt. Anschließend befördert er der Reihe nach Kisten aus einer Lagerhalle in den Transportraum des Lieferwagens – mit einem neuen Fahrzeug, dem Gabelstapler. Wenn auch das überstanden ist, folgt die Fluchtsequenz. Zur Belohnung gibt´s am Ende eine Portion Respekt. Das ist einer der Stat-Werte, die eure Spielfigur ausmachen. Interessant sind vor allem einige vollkommen neue Missionstypen, etwa die Einbrechermissionen. Wenn sich CJ innerhalb von Gebäuden bewegt, muss er aufpassen, dass ihn niemand entdeckt und vor allem, dass ihn niemand hört. Eine Art Geräuschleiste warnt euch, wenn er zu viel Lärm macht, während er herumschleicht wie ein Meisterdieb. Ähnlich, aber doch anders verlaufen die Stealth-Action-Missionen. Am besten nachts schleicht Mr. Johnson mit Waffen wie Messer und schallgedämpfter Pistole bewaffnet in Gebäuden herum, benutzt dunkle Ecken, um sich zu verstecken und schleicht sich von hinten an Gegner heran, um sie mit einem einzigen Messerstich oder Kopfschuss mit einer schallgedämpften Pistole zu erledigen. Das gesamte Spielgeschehen ist in eine tiefgründige Hintergrundgeschichte mit diversen charakteristischen Persönlichkeiten und einer interessanten Story eingebunden. Die Zwischensequenzen sind einfach super gemacht und voll von kreativen und witzigen Ideen, wie man sie von Rockstar kennt. Wegen der vielen neuen Spielelemente verlaufen fast alle Missionen insgesamt noch abwechslungsreicher und vielseitiger als in GTA: VC. Shoot-outs, Bandenkriege und Territory-ActionSchon relativ früh kann sich CJ jederzeit eine Gang aus ein oder mehreren Homies zusammenstellen. In euren Territorien laufen hier und da Gangster der Grove Gang herum, die ihr anvisieren und per Knopfdruck in eure Gruppe aufnehmen könnt. Die Rekruten laufen dann fortan hinter euch her, lassen sich in Autos herumfahren und ballern fleißig mit, wenn mal wieder ein Shoot-out ansteht. Je mehr Respekt sich CJ erarbeitet, desto größer wird im Laufe der Zeit die Stärke seiner Gang. Anfangs schießen die Mitläufer schlecht, bewegen sich langsam und geben ziemlich schnell den Löffel ab. Ihr solltet also zusehen, dass ihr einen guten Gangleader aus Mr. Johnson macht. Es lohnt sich – allein für die Optik. Wenn ihr mit ein paar Homies in einem Wagen unterwegs seid, schnellen die Mitfahrer nämlich aus Fenstern und Dachluken hervor wie aus einer Kuckucksuhr und ballern aus allen Rohren auf feindliche Bandenmitglieder was das Zeug hält. Und auch die Bullen kriegen ihr Fett weg, wenn ein Wagen voll schießwütiger Irrer an ihnen vorbeifährt.Weitere Komponenten, die man in GTA: VC nur ansatzweise erleben durfte, sind Territory Action und Bandenkriege. Auf der Karte sind Territorien, die einer bestimmten Gang gehören, farblich markiert. Jedes Territorium produziert Schutzgeld, das sich automatisch im Laufe der Zeit ansammelt und vor CJs Haus jederzeit abkassiert werden kann. Es ist ganz leicht, ein feindliches Gebiet zu erobern: Begebt euch einfach in ein fremdes Viertel und startet ein Shoot-out mit feindlichen Gangstern. Schon bald erhaltet ihr eine Nachricht, dass ihr einen Bandenkrieg entfesselt habt. Dann geht es um die Wurst: In insgesamt drei Wellen rücken die Mitglieder der feindlichen Gang an, um euch auszuschalten. Währenddessen befindet sich das umkämpfte Gebiet in einer Art Kriegszustand. Die Strassen sind plötzlich frei von Zivilisten und Cops. Ein Bandenkrieg ist schließlich eine Angelegenheit, die die Gangs unter sich ausmachen müssen. In einer solchen Situation werdet ihr ein paar ordentliche Waffen und eine Rüstung gebrauchen können. Das Waffenrepertoire umfasst vor allem Pistolen, verschiedene Shotguns, Maschinenpistolen, SMG, AK47 und M4-Gewehr. So weit, so gut. Das eigentlich Interessante gegenüber GTA: VC ist aber die verbesserte Waffensteuerung, wobei zwei Elemente eine ganz entscheidende Bedeutung haben. Einerseits lässt sich die Kameraführung ständig, also auch während des Laufens mit dem rechten Digistick verändern. Andererseits ist es auch aus dem Lauf heraus möglich, Gegner mit einer Schusswaffe automatisch anzuvisieren und abzuballern. Ein Druck auf den linken Digistick bewirkt, dass CJ sich duckt. In dieser Stellung kann er sich auch seitlich abrollen. Noch entscheidender aber ist: In geduckter Stellung sind Treffsicherheit und Ausweichvermögen erhöht. Noch besser ist es, wenn ihr euch hinter Objekten, zum Beispiel Autos und Mauern positioniert. Dann habt ihr eine hervorragende Deckung und ballert alles über den Haufen, was sich bewegt – es sei denn, jemand fällt euch in den Rücken. Als Fußgänger stehen euch wie gehabt drei Third-Person-Perspektiven zur Verfügung. In Fahrzeugen gibt es diesmal sogar eine First Person- und eine besonders optisch ansprechende Cinema-Perspektive. Gegenüber GTA: VC beinhaltet die Figurensteuerung also zusätzliche Funktionen, mehr Dynamik bei Kampfabläufen und verbesserte Kontrollmöglichkeiten. Mit anderen Worten: Die bisherigen Defizite wurden komplett ausgemerzt. Leicht verdientes GeldDie Missionen des Hauptspiels verschaffen euch zwar Respekt, aber kaum Kohle. Verdienstmöglichkeiten gibt es in San Andreas zum Glück mehr als genug. Wie gehabt könnt ihr erst mal als Taxi-Fahrer, Sanitäter, Polizist oder Feuerwehrmann anfangen. Beim Taxifahren ist neben der Zeitanzeige auch eine Speedleiste verfügbar – so könnt ihr schon früh erkennen, ob der Kunde euch nach der Fahrt ein Trinkgeld gibt oder nicht. Und das Polizeimotorrad ist für manche Verbrecherjagd viel praktischer als ein Copwagen. Wenn ihr selbst mal in der Rolle des Gejagten steckt, erhaltet ihr auch dafür Geld, abhängig davon, wie hoch euer Fahndungslevel und Durchhaltevermögen ist. |
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