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Test: Project: Snowblind

Crystal Dynamics meldet sich diesmal nicht mit Obervampir Kain zurück, sondern mit Supersoldat Nathan Frost. Mit teils originellen Waffen und Superfähigkeiten darf wiedermal die Welt gerettet werden. Neugierig geworden?
 Project: Snowblind
Crystal Dynamics - dem erfahrenen Zocker hauptsächlich durch die gelungene Soul Reaver-Reihe oder auch Gex 3D bekannt – wagt sich nun erstmals mit einem eigenen Egoshooter auf den hart umkämpften Markt. Ehemals unter dem Namen Deus Ex: Clan Wars gelistet und später in Project Snowblind umbenannt, versucht man mit jeder Menge Brachialaction und unter Zuhilfenahme bewährter Spielelemente anderer Genregrößen den Zocker zum Öffnen seiner Geldbörse zu überreden. Ob man den Beutel besser stecken lässt?

Es ist Krieg. Und wer ist mal wieder mittendrin?

In nicht allzu weit entfernter Zukunft, genauer im Jahre 2065, schlüpft der Spieler in die Haut von Nathan Frost. Der junge Mann ist 2nd Lieutenant der Liberty Coalition Army, die ihr Hauptquartier in Hong Kong eingerichtet haben. Allerdings wünscht sich Frost vermutlich, überall anders zu sein, nur nicht gerade hier. Es ist nämlich ein Bürgerkrieg vom Zaun gebrochen: eine Gruppierung namens Die Republik möchte aus unerklärlichen Gründen mit einer Geheimwaffe sämtliche Elektronik auf der ganzen Welt vernichten, um so die Menschheit in die Steinzeit zurückzuwerfen. Bei einem Angriff auf das Hauptquartier wird Nathan schwer verwundet. Auch wenn die Medizin in dieser Zeit weit fortgeschritten ist – die Ärzte können trotzdem nicht verhindern, dass er noch auf dem Operationstisch stirbt. Vorerst...
Wider Erwarten erwacht Nathan putzmunter im Lazarett des Hauptquartiers. Nur mit Hilfe modernster Bioimplantate sei es möglich gewesen, den zerschmetterten Körper Frosts zu retten, so zumindest erklärt einem der Arzt die überraschende Wiedergeburt. Nathan ist nun unerwartet in der Situation, der erste Prototyp eines neuen Supersoldaten zu sein, der durch die Implantate übermenschliche Fähigkeiten hat. Die Lage hat sich während Frosts Heilkoma inzwischen weiter zugespitzt. Ein Supersoldat kommt da natürlich wie gelegen, weshalb es auch sofort und ohne Umschweife in den Einsatz geht.
Zugegeben – die Story ist ziemlich belanglos. Aber was bei einem guten Egoshooter zählt, ist schließlich die Inszenierung der Action.

Ballern in Reinkultur

Project Snowblind ist im Grunde ein Egoshooter in seiner reinsten Form – ohne Schleichen oder Taktikanteile. Man hat zwar öfters Kameraden an seiner Seite – befehligen kann man diese aber nicht. Wie in Egoshootern alter Schule kämpft man sich durch insgesamt 18 strikt lineare Levels in meist städtischer Umgebung und führt zahlreiche Aufträge aus. Da müssen z.B. in einem Hochhaus vier Megalaser sabotiert werden oder man muss einer festgenagelten Einheit zu Hilfe eilen. Das Spielgeschehen wird dabei immer wieder durch gescriptete Sequenzen aufgelockert: plötzlich brechen feindliche Mechs durch Wände, Kampfhubschrauber tauchen unvermittelt auf oder ein dicker Panzer rumpelt in den Weg (der dann mit der natürlich nur ein paar Meter weiter liegenden Panzerfaust geknackt wird). Diese Script- und Zwischensequenzen und der ständige Funkverkehr mit den Vorgesetzten treiben den Spieler immer weiter voran. Es ist quasi immer etwas los auf dem Schirm und dem Spieler werden kaum Ruhepausen gegönnt: ständig wird man in Kämpfe verwickelt – es wird geballert und ge-explodiert das es eine wahre Freude ist – spielerisch störende Längen werden konsequent vermieden. Durch die intensive Kriegsatmosphäre kommt vor allem in den Straßenkämpfen ein recht gutes Mittendrin-Gefühl auf.

Die Ausrüstung

Soweit so gut. Aber was hebt Project Snowblind nun von anderen Spielen dieser Art ab? Da wäre zunächst einmal die Ausrüstung des Helden bzw. dessen besondere Fähigkeiten durch die Bioimplantate: Der sogenannte Reflexboost z.B. ist das Gegenstück zur (aus Max Payne) bekannten Bullet-Time. Hierbei wird die Geschwindigkeit des Protagonisten extrem erhöht, was für den Spieler so aussieht als ob sich die Umwelt nur noch extrem langsam bewegt, während Frost mit normaler Geschwindigkeit weiter agieren kann. Ausweichen und Zielen wird damit wesentlich leichter. Das Programm wird vervollständigt durch einen praktischen Schutzschirm der Treffer abhält, einem Röntgenblick der Nathan Gegner auch durch Mauern erspähen lässt bis hin Unsichtbarkeit. Später darf man seine Gegner sogar mit einem handlichen Blitzgewitter traktieren.
Allen Fähigkeiten ist gemeinsam, dass sie die sogenannte Bioenergie aufbrauchen. Diese kann jedoch durch auffindbare Biozellen wieder aufgefrischt werden, die meistens in herumstehenden Kisten auf Nathan warten (wie fast alle aufsammelbaren Extras im Spiel). Diese zerbersten durch Beschuss und geben dann ihren nützlichen Inhalt preis.
Beschuss ist übrigens ein gutes Stichwort, um zum nächsten Thema überzugehen: der Bewaffnung. Neben dem üblichen Standardarsenal wie Pistole, Schrotflinte, Sturm- und Scharfschützengewehr, Bazooka oder Minenwerfer (natürlich alles im Future-Look gehalten) gibt es auch noch ein paar besondere Wummen – wenn man diese überhaupt so nennen kann. Der Kicker z.B. dürfte Half-Life 2 Spielern bekannt vorkommen. Ähnlich wie die Gravity Gun kann man mit diesem Gerät Gegenstände wie z.B. Kisten von sich schleudern oder heranziehen. Anders als bei HL2 ist dieses Utensil aber recht nutzlos. Das nächste auffällige Stück ist der Spiderbot: ein Miniroboter, mit dem Frost Gegner wunderbar piesacken und so kurzzeitig ablenken kann. Nur doof wenn man selber gegen die Viecher angehen muss: diese benutzen nämlich EMP-Ladungen und setzen damit Frosts Implantate außer Kraft, was sich in einer Schnee-Bildstörung bemerkbar macht, die so ähnlich aussieht wie wenn man an der Feineinstellung seines Fernsehers zu sehr rumspielt. Der selbe Effekt wird auch durch EMP-Granaten ausgelöst, die sich in eigener Hand bestens gegen mechanische Gegner wie die Mechs eignen. Gegen die menschlichen Gegner kommen vorzugsweise normale Splitter- Blend- oder Gasgranaten zum Einsatz.
Screen 1
Mensch Bubi! Ich hab dir doch verboten immer deine Fürze anzuzünden!
Screen 2
Die Spielfiguren sind eher durchschnittlich gelungen
Screen 3
Die Panzerfaust ist wirklich bächtig möse!
Screen 4
Links im Bild - eine Riot-Barrier
Screen 5
Die Partikeleffekte machen schon was her.

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Project: Snowblind

Packshot
3D-Shooter
von Eidos
USK-Freigabe ab 16 Jahren
PCMärz 2005
PS2März 2005
XboxMärz 2005

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