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Test: TimeSplitters: Future Perfect
Treffen sich in der Disco ein Affe, ein Mutant und ein Cyborg - und alle haben ihren Ballermann dabei ...Wie man Eintopf kocht, wisst ihr sicherlich: alles in einen Topf, umrühren – und fertig! Und nun kochen wir zur Feier des Tages mal Shooter-Eintopf. Man nehme also einfach ein bisschen SciFi, Retro, Krieg und Splatter - alles in einen Topf, umrühren und - bingo - fertig ist TimeSplitters: Future Perfect, der bunte Hund unter den Ego-Shootern! Möglich ist das natürlich nur durch einen Trick: Denn das Geschehen in TimeSplitters findet traditionell nicht nur an unterschiedlichen Orten, sondern auch zu ganz unterschiedlichen Zeiten statt.Cortez is backDer Held des Spiels ist mal wieder kein geringerer als Cortez, der Spacetime Marine. Mit ihm reisen wir gemeinsam durch die Zeit, kämpfen in futuristischen Hightech-Schlachten, auf einer schottischen Burg des Jahres 1924 und Ende der 70er Jahre in Vietnam. Dabei ändern sich im Laufe der Zeit nicht nur die Schauplätze, sondern auch die Gegner und Begleiter, mit denen man es zu tun bekommt. Kämpfte man eben noch an der Seite eines betagten Burgführers mit Pfeifchen, so hat man schon wenig später einen freundlichen Hippie als Gefährten. Waren gerade noch behelmte Gardisten die Feinde, sind es kurz darauf Stormtrooper, Cyborgs und Roboter. Auch wenn die meisten Gegner des Spiels Zweibeiner sind – und davon gibt es viele verschiedene –, erwarten euch hin und wieder auch Endbosse, zum Beispiel ein Panzer oder eine Kreatur, die wie ein halbverfaulter Dinosaurier aussieht.Auch die Waffen sind den Zeiten entsprechend immer wieder anders. Die Palette reicht von Retro-Schießprügeln bis hin zu futuristischen Hightech-Ballermännern aller Art. Auch exotische Modelle wie die Ghost Gun (eine Anti-Geist-Waffe) und die Zeitgranate (extreme Verlangsamung durch Zeitlupeneffekt) stehen euch zur Verfügung. Geschlachtete Rinderhälften und ausgestopfte KätzchenDass TS3 übrigens ab 18 Jahren frei gegeben ist, hängt vermutlich in erster Linie mit dem Geisterhaus zusammen – einem Level, das erwartungsgemäß einen Tick blutiger ist als der Rest. Hinke-Zombies werden hier gnadenlos mit Baseballschlägern gehauen und greift man stattdessen zu einem Flammenwerfer, laufen die gepeinigten Seelen schon bald als halbtote Fackeln durch die Gegend – Qualengeschrei inklusive. Manchmal geht es auch nicht mit rechten Dingen zu, zum Beispiel in der Metzgerei. Man glaubt seinen Augen nicht zu trauen, wenn Cortez hier plötzlich von geschlachteten Rinderhälften angegriffen wird – die zudem auch noch wütend muhen, als ob ER die armen Viecher umgebracht hätte ...Und doch ist TS3 insgesamt kein ausgesprochen grausames Spiel, sondern überwiegend ein Fun-Shooter. Ein verrückter Fun-Shooter vielleicht, aber doch witzig. Das gilt insbesondere für die zwar kurzen, aber lustigen Zwischensequenzen. Dabei fallen auch gewisse Parallelen und Anspielungen ins Auge. Einer der Bösewichte zum Beispiel trägt eine Augenklappe und ein ausgestopftes Kätzchen mit sich herum – wenn ich mich recht entsinne, gab es einen ähnlichen Typen auch schon mal in einem gewissen Bondfilm ... Waschlappen und TNTIn spieltechnischer Hinsicht ist TimeSplitters 3 eigentlich ein Ego-Shooter wie viele andere auch. Auffallend ist vor allem, dass Cortez nicht springen kann. Dadurch fällt jegliches Rumgehopse vollkommen flach, während Action und Bewegung den Schwerpunkt des Spiels bilden. Bezeichnend für die Steuerung ist die praktische und bewährte Dreiteilung des Angriffs in Schießen, Granatenwurf und Nahkampf. Hat man keine Muni, Lebensenergie oder Rüstung mehr, findet man gelegentlich entsprechende Päckchen, die für Auffrischung sorgen. Die Ausrüstung, die sich Cortez in jedem Level immer wieder von neuem aneignen muss, umfasst dabei vor allem verschiedene Ballermänner und Granaten, aber keinen Schnickschnack, wie ihn Schleichagenten und Waschlappen mit sich herumzutragen pflegen. Cortez ist also ein typischer Draufgänger. Und wenn doch mal ein Problem nicht mit der Bleispritze zu lösen ist, nimmt er stattdessen halt TNT – bumm! Ganz einfach.Übrigens sind die satten Waffen- und Explosionseffekte neben den coolen Charaktermodellen eine der grafischen Stärken des Spiels. Die Szenarien hätten von den Details her noch ein wenig mehr Feinschliff vertragen können, aber auch so ist das Gesamtbild sehr ordentlich. Sowohl die Optik als auch der Sound glänzen durch Vielseitigkeit. So ein Zombie gibt nun mal ganz andere Laute - Gähnen und wahnsinniges Lachen - von sich als ein Kampfroboter mit Elektrosprachchip. Auch die Musik ist den Umständen entsprechend vielseitig – von Techno im Cyberspace bis zu Gruselsound im Geisterhaus bekommt man also einiges zu hören. |
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