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Test: Let's Make A Soccer Team!

Mit diesem Spiel versucht SEGA im Bereich der Fußballmanager eine interessante Alternative zu bekannten Namen zu bieten. Ob das klappt?...
 
Die Playoffs zum Aufstieg aus der Amateur- in die 2. Liga stehen an. Nur noch drei Spiele und der Sensationsaufstieg wäre gelungen. Ausgerechnet jetzt kreuzt ein reicher Geschäftsmann auf, der euren gerade neu gegründeten Club übernehmen will und damit nicht nur in den Medien für einigen Rummel sorgt. Die Mannschaft ist verwirrt, die Öffentlichkeit irritiert und die Zeitungen sind voll von Übernahme-Schlagzeilen. Genau in diese verzwickte Situation wird der Spieler bei SEGA's Let’s Make a Soccer Team eiskalt zu Spielbeginn hineingeworfen. Einen solch dramatischen Eintritt in ein Fußballmanager-Spiel gab es wohl noch nie. Was bietet der Rest des Spiels?

Dramatische Ernüchterung

Diese ersten drei wichtigen Spiele werden gleich als eine Art Tutorial genutzt. Dennoch steht man dabei sofort unter Erfolgsdruck, da man aufsteigen muss, um nicht ein schnelles Game Over am Bildschirm zu sehen. Obwohl, viel verpasst hätte man ja eigentlich nicht. Dem dramatischen Einstieg folgt nämlich sofort eine dramatische Ernüchterung. Die Bedienung mit dem Pad ist total umständlich, die Menüs sind zum Teil unlogisch gegliedert und der Umfang und vor allem die Spieltiefe lässt zu wünschen übrig.
Immerhin hat man die üblichen Aufgaben als Manager zu erfüllen. So kauft man Spieler ein, buhlt um Sponsoren, übernimmt das Training, legt Ticketpreise fest, gibt Interviews oder scheffelt Kohle mit dem Merchandising. All diese Dinge kann man aber auch von Angestellten wie Finanzchef, Sekretärin oder vom Marketingfachmann erledigen lassen.
Dann gibt man sich eben voll und ganz der Mannschaft hin. Doch auch hier sind die Möglichkeiten im Vergleich zu Konkurrenztiteln eher mau. Wenigstens kann man seine Mannen u.a. im deutschen oder brasilianischen Stil, als Abwehrriegel oder Angrifsmannschaft oder in verschiedenen Systemen auflaufen lassen. Im großen und ganzen aber nicht mehr als ein bissel Training hier, ein bissel Taktik da – richtige Trainerstimmung kommt dabei leider nie auf.

Rapper am Mikro

Das liegt nicht zuletzt auch an der hölzern und pixlig wirkenden Darstellung der Spiele in 3D. Selbst das Gekicke eines Kreisligisten sieht da vom Spielablauf harmonischer und eleganter aus. Eigenartige Fangesänge und ein gewisser Herr Jürgen Bergener, der im Deutschen als Moderator fungiert, schießen den Bock ab. Die Kommentation ist dermaßen schlecht zusammengemischt, dass es schon richtig peinlich wird. Um den ewigen verbalen Wiederholungen und dem abgehackten Sprechfluss zu entgehen, kann man immer noch auf andere Sprachen umstellen, wobei die ausländischen Kommentatoren dann wenigstens etwas leidenschaftlicher klingen.
Zweidimensional und damit noch leidenschaftsloser präsentieren sich die Spiele dann in der einzigen Alternative, der 2D-Ansicht. Ein paar Punkte jagen hier einem übergroßen Ball hinterher, ins Spiel eingreifen kann man im 2D-Modus übrigens nicht mehr. Die Umsetzung der eingeübten Taktik kann man hier als Trainer von oben dafür noch am besten beobachten. Doch leider machen die elf Freunde auf dem Rasen nicht immer das, was sie eigentlich sollen, und folgen nur selten den Taktik- oder Trainingsvorgaben. Meist muss man als Trainer Geduld haben, da Tore bei unseren Testspielen fast immer erst am Ende der zweiten Halbzeit gefallen sind.

Let’s Make a No-Name-Team

Seinen neuen Club kann man übrigens in England, Frankreich, Holland, Italien, Spanien oder Deutschland gründen. Dafür stehen verschiedene Städte des jeweiligen Landes zur Auswahl. Vereinslogo, Fahne, Trikots und Vereinsnamen darf man nach seinen Vorlieben anpassen. Mit diesem No-Name-Team startet man dann natürlich auch lediglich mit No-Name-Spielern. Mangels Lizenzen trifft man nur auf fiktive Vereine und fiktive Spieler in den Ligen. Ab und an findet man beim Scouten auch mal Namen wie Backham oder Deisler.
Gesucht, aber nicht gefunden haben wir diverse tiefgehende Statistiken zur Analyse und Auswertung, die zu einem guten Manger-Spiel gehören wie der Ball zum Spiel. Auch im Finanzsektor gibt es da kaum Brauchbares. Nicht gut, da man als Hauptaufgabe immer die finanzielle Seite des Clubs im Griff haben muss. Während das Spiel sportliche Tiefschläge, außer den direkten Abstieg, durchaus verzeiht, sollte man eine Saison nie mit roten Zahlen abschließen. Ansonsten ist der Karriere-Modus ganz schnell zu Ende.
Wer dann noch Lust hat, kann im Versus-Modus Freundschaftsspiele, Ligen oder Turniere spielen. Eigentlich ideal für einen Mehrspieler-Part, den man aber im Spiel vergebens sucht.
Screen 1
Die Aufstellung
Screen 2
Wir suchen neues Personal
Screen 3
Steifes Gekicke in der 3D-Darstelung
Screen 4
Der schmierige Typ will euch den Club abkaufen

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Let's Make A Soccer Team!

Packshot
Fußballmanager
von Sega
USK-Freigabe ohne Altersbeschränkung
PS2August 2006

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