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Seit 40 Jahren machen die Amerikaner die unendlichen Weiten des Weltraums unsicher: 1966 startete die Serie „Star Trek“ in Amerika, die schon bald Kultstatus erreichte. Mittlerweile wurden mit den Episoden „The Next Generation“, „Deep Space Nine“, „Voyager“ und „ENT“ vier Nachfolger für das Fernsehen produziert, in diesem Jahr dürfen sich die zahlreichen Fans dann auch wieder auf ein Konsolenspiel freuen: Mit Star Trek: Encounters hat die Weltraumgemeinde einen Grund, die Erde zu verlassen und dorthin aufzubrechen, wo noch kein Mensch jemals war. Das Gute vorweg:In diesem Spiel dürfen alle bekannten Varianten der Enterprise geflogen werden, die Lizenzen dafür haben sicher ein Vermögen gekostet – womit dann deutlich am Spielspaß gespart wurde. Dabei ist das Spielprinzip gar nicht so neu und hätte genug Möglichkeiten geliefert, um Star Trek: Encounters zu einem halbwegs passablen Arcade-Weltraum-Shooter zu machen. Mit der Enterprise rauscht ihr auf der Jagd nach Feinden durch die Galaxien, habt Zwischenmissionen zu erledigen und schaltet mit jedem gelungenen Einsatz im All weitere Missionen frei. Linear kämpft ihr euch Level für Level durch die 20 Missionen der insgesamt fünf Episoden.Zu Beginn steht euch zunächst nur die Ursprungsversion der Enterprise zur Verfügung – im Laufe des Spiels dürft ihr dann aber irgendwann alle Varianten des galaktischen Schlachtschiffes steuern. Es geht dabei immer um den Kampf zwischen Gut und Böse, was niemanden überraschen dürfte; um die Jagd von feindlichen Raumschiffen, die irgendetwas Übles im Schilde führen. Diese Außerirdischen sind ja bekanntlich zu allem fähig. Letztlich ist das auch der Inhalt, der aus den Star-Trek-Folgen jedem geläufig sein dürfte, nur dass niemand vor dem Bildschirm seine Finger verknoten muss, um sich Captain Kirk anzusehen. Gummifinger für Controller-AkrobatenAuf den Punkt gebracht: Die Steuerung ist nicht nur hakelig, sie ist katastrophal. Mit L1 steigt die Enterprise auf, mit L2 sinkt sie – so weit, so gut. Um aber ein Flug-Niveau zu halten, müsst ihr auch eine der L-Tasten gedrückt halten. Gut, lasst einen Finger dort, benutzt den linken Daumen, um das Schiff mit dem linken Ministick in eine bestimmte Richtung zu bewegen, mit dem rechten Ministick variiert ihr die Schussrichtung eurer Waffe um 360-Grad, und um Ziele anzuvisieren, haltet ihr die R2-Taste - zum Schießen müsst ihr dann im richtigen Moment die R1-Taste drücken, um den Gegner auch dort zu treffen, wo es weh tut. Noch Finger frei? Das Steuerkreuz ist wichtig, um die Energieverteilung zu regeln, die ihr in hitzigen Gefechten immer wieder anpassen müsst. Außerdem gilt es, schnell durch die Waffensysteme zu schalten: Die Primärwaffen Phaser und Torpedos wählt ihr mit dem Kreuz-Button, die Sekundär-Systeme wie Minen oder der Teletransporter kommen mit der Kreis-Taste zum Einsatz.Wenn es nur darum ginge, alles der Reihe nach zu benutzen, dann bliebe das im Rahmen der eigenen Fingerfertigkeit, aber allein die Tatsache, dass ein Höhenflug bei gleichzeitigem Erfassen eines Ziels schon vier Finger voll in Beschlag nimmt, sollte jedem zu denken geben. Wer dann noch schnell die Energie auf die Waffen verlagern will und sofort feuern möchte, sucht bitte den Arzt seines Vertrauens auf und lässt sich beim Entknoten der Finger helfen. William Shattner kann auch niemanden rettenWas grafisch über den Bildschirm flimmert, ist allenfalls PS2-Durchschnitt, zumal die Enterprise als winziges Objekt dargestellt wird, das im Vergleich zu Planeten oder Asteroiden wiederum gigantisch groß wirkt. Die Animationen des Raumschiffs, das während des Fluges so etwas wie Kondensstreifen hinterlässt, empfand ich als ansprechend, wenn auch als unrealistisch. Die gegnerischen Schiffe sind ebenfalls klein, viel zu klein, was nicht nur das Zielen erschwert, sondern auch die Augen über Gebühr beansprucht.Überzeugt hat mich die Hintergrundmusik, die orchestral umgesetzt tatsächlich etwas Star-Trek-Flair aufkommen lässt. Aber das war es dann auch schon mit dem akustischen Höhepunkt, denn der unmotivierte Sprecher – und das ist immerhin William Shattner, der Captain Kirk der Ur-Serie Star Trek –, der die Missionen in englischer Sprache erklärt, ist vermutlich eine gute Einschlafhilfe. Einen Spannungsbogen kann der Mann ganz sicher nicht für uns Spieler aufbauen. Immerhin werden die Missionsbeschreibungen untertitelt, so dass auch die Spieler ohne Englischkenntnisse erfahren, was da auf sie zukommen wird. Leider können diese Erklärungen nicht übersprungen werden, was bei einem Neustart einer Mission irgendwann mehr als nervig ist. Wenn das Spiel schon nicht im Solo-Modus überzeugen kann, sollte dann nicht auch im Multiplayer konsequenterweise Langeweile herrschen? Ja, so ist es: Selbst in den Gefechtsmissionen, in denen ihr euch mit einem Konsolen-Bruder messen könnt, bleibt die Steuerung katastrophal, der Spielspaß verschwindet in den unendlichen Weiten des Alls. | ||||||||||||||||||
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