Ja, ich weiß eben noch immer was ihr im Sommer vor drei Jahren getan habt! Vermutlich
Obscure
gezockt. Horrorsurvival-Fans fanden dort damals eine willkommene Abwechslung zum vom
Resident Evil
dominierten Genre. Die Fortsetzung ließ aber doch einige Zeit auf sich warten.
Nun aber geht der spielbare Teenie-Film in die zweite Runde und versucht erneut das mittlerweile etwas lichtere Feld des Genres zu füllen und zu erobern – mit neuer Geschichte, neuen Charakteren und garantierter Bösewichtauflösung am Ende. Oder?
Ende gut, alles schlecht
Wenn man sich das im Spiel vorgezeigte Leben eines Studenten in den USA anschaut, könnte man glatt neidisch werden. Ein lässiges Leben in einem coolen Campuswohnheim, in dem ständig und überhaupt immer Party gefeiert wird. Da werden auch mal locker Substanzen geraucht oder geschnüffelt, von denen man keine Ahnung hat, wo sie herkommen. Dumm nur, dass gerade eines der Kräuter, die die Jugendlichen dort anschleppen, von der berüchtigten Highschool aus dem ersten Teil stammen. Die schrecklichen Ereignisse, wo verrückte Botaniker Schüler mit Hilfe von aggressiven sporenartigen Pflanzen in Bestien verwandelten, sind mittlerweile zwei Jahre her und eigentlich fast schon vergessen. Doch die paar Überlebenden von damals erinnern sich natürlich noch genau an ihr Abenteuer und müssen nun mit ansehen, wie es ein paar Sporen geschafft haben zu überleben und irgendwie auf den Uni-Campus gelangt sind. Denn die Partydroge steht hoch im Kurs und wird von so ziemlich jedem inhaliert. Es kommt was kommen muss, die grausigen Vorkommnisse von damals werden erneut Realität.
Dabei fängt doch alles so harmlos mit dem Plan an, auf die abendliche Heimfete zu gehen. Kurz darauf Szenenwechsel: Wir wachen im dunklen Wald auf, getrieben von Wahnvorstellungen und dunklen Fantasien, die zunächst unwirklich scheinen, sich jedoch bald schon bewahrheiten. Die diesmal sechs Protagonisten haben es aber irgendwie geschafft der Droge zu entkommen und sehen sich nun als einzige Verbliebene dazu verdammt, dem Übel auf den Grund zu gehen. Doch auch wenn wir die meiste Zeit bei klarem Verstand sind, holt uns die Wirkung der Droge unregelmäßig ein und lässt die Realität verschwimmen. Diese Momente werden von dem Spiel perfekt inszeniert und lassen uns schon zu Beginn des Spiels etliche Schauer über den Rücken laufen.
Obscure 1 vs. Obsucre 2
Wer Teil 1 spielte, kennt die Mechanik von Obscure. Daran hielten die Entwickler auch dieses Mal fest: Wir laufen stets zu zweit herum und jeder Charakter besitzt eine individuelle Fähigkeit für entsprechende Lagen. Corey z.B. ist ein echter Akrobat und kommt auch an schwer erreichbare Stellen, Anna dagegen ist Spezialistin im Entschlüsseln von Indizien und sieht auf so manchem nichts sagenden Papierfetzen eine Botschaft versteckt. Meist bekommen wir vom Spiel vorgeschrieben, welche Charaktere wir steuern sollen. Gerade zu Beginn sind die Protagonisten noch weit verstreut und finden erst nach und nach zusammen. Dann können wir auch zwischen ihnen wechseln, um ihre Fähigkeiten sinnvoll miteinander zu kombinieren. An einer Stelle muss Kenny, der überdurchschnittliche Kräfte besitzt, erst eine Kiste zurecht schieben, damit Corey auf sie Klettern kann um eine neue Stelle zu erreichen. Die Entwickler gaben sich dabei Mühe, jeden Charakter einzubinden. Dennoch wird es gerade gegen Mitte des Spiels äußerst mühsam, da die anderen Spieler stets am Sammelpunkt warten und wir nur dort auswechseln dürfen. So kommt es öfters vor, dass wir die halbe Strecke zurückrennen müssen und anschließend wieder hin. Die Sammelpunkte im ersten Teil waren da wesentlich geschickter platziert.