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Test: Stuntman

Stuntman ist zwar nicht mehr ganz neu, aber erfrischend anders. Aber ist das Spiel nur anders oder macht es auch Spass?
 
Wer kennt sie nicht, die TV-Serie "Ein Colt für alle Fälle", die sich um den Stuntman Colt Seavers dreht und die in den 80er Jahren Kult war. Coole Autos, waghalsige Stunts und natürlich schöne Frauen machten das Flair dieser Serie aus. OK, ich geb's zu: Ich bin schon über 30. ;). Heute guckt man wahrscheinlich "Alarm für Cobra 11". Aber das Prinzip ist das gleiche. Wer sich die Stunts nicht einfach nur im Fernsehen ansehen, sondern selbst einmal Hand anlegen will, kann das bei Stuntman tun, dass unter dem Atari-Label erschienen ist. Und das ohne die Gefahr, sich die Knochen zu brechen.

Film-Enzyklopädie

Kernstück von Stuntman sind die sechs Filme, an denen man als Stuntman mitwirkt. Dabei sind so ziemlich alle Arten von Film vertreten, in denen reichlich Action-Szenen vorkommen: Ein englischer Krimi, ein amerikanisches Road-Movie, ein Thriller in Asien (ein bisschen wie James Bond "Der Morgen stirbt nie"), in den Alpen kann man mit Schneemobilen herumfahren, ein Indiana Jones-Verschnitt und zu guter Letzt noch ein paar Verfolgungsjagden auf den kurvenreichen Strassen Monacos. Es wird also reichlich Stoff geboten. Jeder Film setzt sich aus drei bis sechs Szenen zusammen, die nacheinander absolviert werden müssen. Verfolgungsjagden, Sprünge, U-Turns; Alles dabei was das Stuntman-Herz begehrt. Am Ende winkt als Belohnung dann der Film-Trailer, in den die eigenen Fahrszenen hineingeschnitten wurden. Na, dass ist doch mal was: Ich bin im Kino!

Wo bitte geht's nach Hollywood

Die einzelnen Szenen müssen am Stück bewältigt werden. Mittendrin Speichern ist nicht möglich. Zur Einstimmung auf die Szene bekommt man leider nur etwas Smalltalk von unserem Alter-Ego. Eine Kamera-Fahrt durch die Szene wäre hier hilfreicher gewesen. Während des Stunts bekommt man zwar ein paar Hinweise von der Regie, aber diese kommen manchmal etwas spät. Auch ist es mir des öfteren passiert, dass ich schlicht und einfach nicht wusste, wo der Weg lang geht. Gerade bei Szenen auf offenem Gelände (z.B. Alpen oder Ägypten) habe ich mehrere Versuche gebraucht, um herauszufinden, wo ich lang fahren muss. Da das Spiel die Szene beendet, sobald man seiner Meinung nach vom Weg abkommt oder zuviel Zeit benötigt, kann man auch nicht in Ruhe herum fahren, um herauszufinden, wo es denn nun weitergeht. Und das Zeitlimit ist extrem knapp!

Stunt-Baukasten

Zum Glück muss man nicht alle Stunts perfekt ausführen. Zu Beginn des Spiels reichen 70% Erfolgsquote, um die Szene nicht zu schmeißen. Später wird das natürlich mehr und im letzten Film darf man sich teilweise keinen Fehler mehr erlauben. Aber es winkt ja immerhin der Trailer als Belohnung. Zwischen den Filmen muss man sich noch mit Stunts im Rahmen einer Stunt-Show herumschlagen, die (leider) nicht optional sind. Auch hier geht es erst dann weiter, wenn der Stunt geschafft ist. Wer daran allerdings gefallen findet, kann sich in einer Stunt-Arena eigene Stunts zusammen stellen. Die dazu notwendigen Requisiten und Fahrzeuge schaltet man sich im Laufe seiner Karriere frei.

Nix für Weicheier

Das Spiel verwendet die gleiche Grafik-Engine wie Driver; Beide Spiele wurden vom Entwicklerstudio Reflection programmiert. Die Grafik ist zwar nicht Spitzenklasse, aber immer noch nett anzusehen. Die Trailer sind gerendert und die eigenen Fahrszenen passen gut darein. Auch beim Ton gibt's nichts zu meckern. Die Steuerung über das Gamepad ist gut gelungen und eingängig.
So motivierend die Film-Trailer auch sind, so frustrierend ist das Gameplay. 50 Wiederholungen für eine Szene sind keine Seltenheit. Selbst wenn die erste Hälfte der Szene locker von der Hand geht, kann man gegen Ende immer noch hängen bleiben, weil man den Weg nicht findet oder einen Sprung über einen Fluss auf ein fahrendes U-Boot nicht punktgenau hinbekommt. Und jedes mal muss man die Szene wieder von Anfang an durchfahren. Stuntman ist sicher nichts für Spieler, die sich leicht frustrieren lassen. Wer sich aber Herausforderungen stellt und nicht so leicht aufgibt, findet ein interessantes Spiel, das sich aus dem Rennspiel-Einerlei hervorhebt.
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Stuntman

Packshot
Funracer
von Infogrames
USK-Freigabe ab 6 Jahren
PS2September 2002

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