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Test: Virtua Fighter 5
Prügeleien auf Sega-Art: Wer wild um sich schlagen will, darf zu Hause bleiben.
Ich bin seit der fünften Klasse jedem Kampf aus dem Weg gegangen, vermeide physische Gewalt vollkommen – und das, obwohl ich sehr lange Judo als Sport betrieben habe. Da es bei mir aber nur bis zum orangen Gurt gereicht hat, bin ich mittlerweile froh, wenn ich mal virtuell richtig hinlangen darf: Mit dem Test von Virtua Fighter 5 hatte ich trotz meines gewaltfreien Daseins viel Spaß, wenngleich es wieder was zum Meckern gab. Ob die Prügel-Referenz auf der PS3 den Spieler jubeln lässt oder ihn bewusstlos schlägt, das erfahrt ihr jetzt im pazifistischen Test-Bericht.Mit der Faust ins GesichtZwei Kämpfer, nur einer bleibt am Ende stehen - Das ist das Prinzip von Virtua Fighter 5, das sich in dieser Hinsicht in keiner Weise von anderen Prügel-Spielen oder „Beat ’em ups“, wie es Neudeutsch heißt, unterscheidet. Die Spielmodi sind leider recht begrenzt und bieten wenig Neues: Der Arcade-Modus, in dem der Kämpfer nacheinander gegen sieben Gegner antritt und schließlich auch noch eine Art „Überkrieger“ vernichten muss, dürfte Fans des Genres schon aus dem Vorgänger oder aus der Dead or Alive -Serie bekannt sein. Im VS-Modus kämpft ihr gegen einen Spieler am zweiten Controller, der Dojo-Modus dient zum Erlernen und Üben der einzelnen Schläge und Combos, und schließlich gibt es noch den Quest-Modus, der durch zahlreiche, freischaltbare Objekte für Langzeit-Motivation sorgen soll. Um gleich den ersten K.O. zu setzen: Es gibt keinen Online-Modus, das Spiel findet komplett im heimischen Wohnzimmer statt. Schade, denn gerade ein Prügel-Spiel bietet sich für Online-Kämpfe und Ranglisten an. Hier hat Sega – wie schon bei Virtua Tennis 3 – geschlafen und es verpasst, in ganz hohe Wertungsregionen vorzustoßen. Das Prinzip des virtuellen Verhauens ist nicht so schwer zu verstehen: Jeder Kämpfer hat einen Gesundheitsbalken, der durch Treffer des Gegners reduziert wird. Wessen Balken zuerst verschwindet, der verliert den Kampf oder zunächst nur eine Runde, denn es ist auch möglich, über bis zu neun Runden zu prügeln, um einen Sieger zu ermitteln. Zack, Zack, Wumm – so einfach ist dasGanz gleich, welchen Modus ihr wählt, zunächst solltet ihr ein wenig üben: Das Dojo ist dafür nicht nur vorgesehen, sondern auch der perfekte Modus, um sich mit der simplen Steuerung vertraut zu machen. Zum einen könnt ihr euch Bewegungen vorgeben lassen, die ihr dann nachstellt, zum anderen könnt ihr auch frei probieren, um selbst herauszufinden, wie sich die Spielfigur bewegt, welche Bewegungen schnell sind und sich für Konterattacken eignen, welche Attacken kompliziert, aber effektiv sind. Dass dabei dann auch der Gegner detailliert in seinem Abwehrverhalten eingestellt werden kann, macht das Üben zum Spaß und wird somit keine trockene Pflichtaufgabe.Die Tastenbelegung ist für alle Kämpfer im Grundsatz gleich: Die Kreis-Taste ist für die Tritte, die Kreuz- und die Dreieck-Taste sind für die Schlagvarianten, die Quadrat-Taste dient zur Abwehr und mit dem Steuerkreuz bewegt ihr den Kampfsportler – und das ist schon alles. Das ganze System ist so übersichtlich und leicht zu erlernen, dass jeder, wirklich jeder in kurzer Zeit Erfolge feiern wird und sich an den teilweise atemberaubenden Animationen berauschen kann. Außerdem sind, ganz einsteigerfreundlich, die L1- und die L2-Taste mit Zwei-Tasten-Kombinationen belegt, so dass auch ein Wurf recht lässig von den Fingern geht, ohne dabei die Gelenke zu verknoten. Aber auch bei der Steuerung habe ich wieder etwas zum Meckern gefunden: Wenn Sega schon ein Spiel für die Next-Gen-Konsole programmiert, warum wird dann die Sixaxis-Funktion vollkommen vernachlässigt? Sicher, die Bewegungssensoren sind nicht jedermanns Sache, aber zumindest die Option auf diese Funktion hätte ich gern in den Einstellungen gefunden. Mann oder Frau – eine Frage des CharaktersWas ihr auch tut, welchen Modus ihr auch wählt: Ihr braucht dafür einen Speicherplatz, auf dem dann jede Statistik zu finden ist, die ihr mit dem betreffenden Charakter erreicht. Mal eben eine andere der 17 Spielfiguren zu benutzen, ist dadurch nicht möglich, was es ein wenig kompliziert macht, sich mit allen vorgegebenen Kriegern und Kriegerinnen anzufreunden oder sie einfach nur zu spielen. Die Frauen sind dabei deutlich in der Unterzahl, denn nur fünf der Figuren sind weiblich. Dafür spielen sich aber alle Charaktere unterschiedlich, haben deutliche Vor- und Nachteile im Kampfsystem. Mir hat es viel Spaß gemacht, die kleinen und großen Unterschiede herauszufinden, für jeden Kämpfer eine neue Taktik zu erarbeiten, um die Prügeleien am Ende auch zu gewinnen. Dank des Kampfsystems artete das auch nicht in wildes Tasten-Gedrücke aus. |
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