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Test: Ghost Recon Advanced Warfighter 2
Taktik und Action haben endlich auch ihren Weg auf die PS3 gefunden
Die PS3-Fans müssen immer etwas länger warten, ehe die Spiele auf ihrer Konsole erscheinen. Knapp ein halbes Jahr nachdem Ghost Recon: Advanced Warfighter 2 auf der Xbox 360 seine Fortsetzung feierte und die PC-Fassung im August folgte, dürfen nun auch die Sony-Jünger mit Ghost-Leader Scott Mitchell in den Krieg ziehen. Die große, bange Frage, die sich die PS3-Besitzer nun stellen, ist nach den Umsetzungsdesastern der vergangenen Monaten nicht ganz unberechtigt: Gibt es wieder nur ein aufgewärmtes, schlappes Spiel mit diversen Fehlern? Nein, ich nehme es vorweg: Ubisoft zeigt, dass es auch anders und vor allem besser geht, wenn ein Titel als Nachzügler für die PS3 veröffentlicht wird.Krisenherd Juarez: Ghosts, übernehmen sie!In Mexiko brennt nicht nur die Luft: Rebellen haben etwas gegen die Vertragsverhandlungen zwischen den USA und der Regierung und zetteln einen Aufstand an. Damit wieder Ruhe herrscht und alles so funktioniert, wie sich das die Supermacht vorstellt, müssen die Ghosts, die Elite-Einsatztruppe der Amerikaner, in das Krisengebiet und dort aufräumen. Ein extrem patriotisches Szenario, das vermutlich nur dann wirklich nachvollziehbar ist, wenn der Spieler Amerikaner ist. Aber wer fragt nach der Geschichte, wenn es kracht und knallt und zischt? Als Gruppenführer Scott Mitchell übernimmt der Spieler die Leitung des Ghost-Teams, das er sich aus einer Reihe von Spezialisten selbst zusammenstellen kann – so läuft das ganze im Kampagnen-Modus ab, der zwölf Missionen umfasst. Für die Solo-Spieler, vor allem für die, die keinen Internetanschluss mit der Konsole nutzen, ist dieser Modus das Kernstück des Titels. Wer sich anstrengt, kann alle Missionen auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad in acht bis zehn Stunden durchspielen – aber dafür warten noch weitere drei Schwierigkeitsgrade, die es wirklich in sich haben. Wer den Titel im Original-Ghost-Recon-Schwierigkeitsgrad durchspielt, der hat meinen lebenslangen Respekt verdient, denn auf diesem Niveau gibt es keine Aussetzer der KI, die Gegner zielen direkt auf den Kopf und in der Regel bedeutet ein Treffer schon das Aus. Das ist Nervenkitzel pur, kann für Ungeübte aber auch Frust bedeuteten, doch für Einsteiger gibt es ja den Schwierigkeitsgrad „Niedriges Risiko“ .Neben dem Kampagnen-Modus stehen für die Solo-Spieler noch die Schnellmissionen zur Verfügung: Dabei kann jede Mission der Kampagne einzeln gespielt werden – wenn sie dort schon freigeschaltet wurde. Außerdem werden umfangreiche Statistiken geführt, die im Hauptmenü abgerufen werden können und über die Erfolge im Spielverlauf werden eine ganze Reihe von Boni freigeschaltet, die unter dem betreffenden Menü-Punkt angesehen oder angehört werden dürfen. Dort gibt es auch umfangreiche Informationen über die Waffen und die Team-Mitglieder, die in den Solo-Spieler-Missionen ausgewählt werden können. Die volle Packung: Multiplayer überallSchließlich ist da auch noch der Multiplayer-Modus – und der hat es tatsächlich in sich und bietet umfangreichen und flüssigen Spielspaß auf zahlreichen Karten und in ebenso zahlreichen Modi. Ob im Team oder als Solist, hier findet Ghost Recon: Advanced Warfighter 2 seine wahre Berechtigung und spielt die Trümpfe gegenüber der Konkurrenz aus. Wer seine PS3 an das Internet angeschlossen hat, der wird den Kauf dieses Action-Taktik-Shooters so schnell nicht bereuen und wochenlang Spielspaß haben. Machte mir der Solo-Modus schon Freude, so hatte ich ernsthaft Probleme, mich aus den Online-Multiplayer-Gefechten zurückzuziehen, um endlich diese Kritik zu schreiben. Dabei geht es auch offline: Entweder an einer Konsole, wo vier Spieler mit je einem Viertel des Bildschirms zurecht kommen müssen oder im LAN-Netzwerke. Im Splitscreen-Modus geht die Bildwiederholungsrate allerding mitunter deutlich in die Knie, was den Spielspaß hier ein wenig trübt.Insgesamt stecken in diesem Teil des Spiels auch die wichtigsten Unterschiede zu den anderen Versionen: Zwei neue Koop-Modi und 14 neue Multiplayer-Karten warten auf den Spieler. Kurz, knackig, kompromisslos: die KampagneGradlinige Action gepaart mit etwas Taktik: das ist die Kampagne von Ghost Recon: Advanced Warfighter 2. Insgesamt erweist sich die Steuerung nach einer kurzen Eingewöhnungszeit als sehr gelungen, so dass alle Manöver wie Schießen, in Deckung gehen oder auf den Boden werfen schnell von der Hand gehen und auch die Befehle an das Team schnörkellos umgesetzt werden können. Wobei es bei der taktischen Komponente wieder einmal konsolentypische Abstriche zu machen gilt: Durfte beim PC noch jedes einzelne Team-Mitglied angewählt und losgeschickt werden, so sind bei der PS3-Version die Ghosts wieder im Dreier-Pack unterwegs. Das stört nur bedingt, denn in der Regel verhalten sich die drei Team-Mitglieder äußerst clever und wenn sie den Angriffsbefehl bekommen, dann gehen sie selbstständig in Deckung und rücken nicht kopflos vor. Da macht die Gruppenarbeit Spaß und sollte es tatsächlich mal ein Team-Mitglied erwischen, dann gibt es immer noch die Möglichkeit, den Verwundeten zu heilen. Mit dem Sanitäter im Team sind Verletzungen keine große Sache, selbst Scott Mitchell kann auf diese Hilfe zurückgreifen – aber der Vorrat an Verbandszeug ist begrenzt. |
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