Ach, das waren noch Zeiten, als „Beat“ bei Jet Set Radio die Straßen unsicher machte oder „Sonic“ auf dem GameGear mit Sonic the Hedgehog für Furore sorgte. Senken wir alle unser Haupt in den Staub der Erinnerung und rufen uns Space Channel 5 ins Gedächtnis zurück oder graben das Kriegsbeil aus, um es in Golden Axe zu schwingen. Kenner wissen es, dies sind alles Spiele aus dem Hause Sega – aber ich bekomme diese nostalgische Werbung nicht bezahlt, die Helden der genannten Titel tauchen alle im aktuellen Sega Superstar Tennis auf. Nostalgische Arcade-Helden treffen im Sport aufeinander – geht das gut?
Es lebe die Wiedergeburt
Acht Helden stehen zu Beginn des Spiels zur Auswahl, mit acht skurrilen Figuren dürfen die nicht minder schrägen Tennisplätze betreten werden, um sich dort die Filzkugel um die Ohren zu schlagen. Diese Palette der spielbaren Charaktere erweitert sich im Verlauf auf mehr als 15, jeder hat da so seine besonderen Stärken, die in den Partien und Mini-Spielen zum Einsatz kommen. Der Ball wird nach den offiziellen Tennis-Regeln über den Platz hin und her gedroschen, nur dass eben alles etwas bunter aussieht und die Protagonisten keine Ranglisten-Spieler sind. Ulala von Space Channel 5 kontrolliert die Bälle perfekt, Amigo von Samba De Amigo protzt mit immenser Schlagstärke, Beat ist auf seinen Rollschuhen ein Meister der Geschwindigkeit – die Unterschiede sind zwar nicht immer besonders ausgeprägt, erleichtern aber die Charakter-Auswahl bei den Mini-Spielen, weil es dabei auf spezielle Fertigkeiten ankommt. Aber dazu später mehr.
Spiel dich frei – und alles andere auch
Neben Turnieren und Einzelspielen, neben dem Online-Modus, bei dem ebenfalls Turniere und Einzelspiele abgehalten werden können, ist das Herzstück des Titels die Superstar-Challenge. Dort warten auf verschiedenen Plätzen zahlreiche Turniere, Spiele und Mini-Games auf uns, dort ist für Solo-Spieler das Mekka zu finden. Wer nun glaubt, das es vornehmlich darum ginge, Gegner zu besiegen und im 15-30-40-Rhythmus vom Platz zu fegen, der wird sich gehörig umgucken: Das Tennis-Spiel ist in der „Challenge“ nur Mittel zum Zweck. Zwar gibt es auch Partien gegen vom Computer gesteuerte Gegner, aber wichtiger sind die Mini-Spiele, die je nach Platz anders ausfallen. Auf dem Sonic-Court geht es darum, die typischen Ringe einzusammeln ohne dabei von Geschossen des Gegners getroffen, bei der Jet-Set-Radio-Location müssen mit gezielten Schüssen Graffitis komplettiert werden, ohne dabei von der Polizei erwischt zu werden. Schafft ihr es, in der vorgegebenen Zeit die Herausforderung zu meistern, dann werden weitere Missionen, weitere Charaktere oder Musikstücke freigeschaltet.
So hat Sega es doch tatsächlich geschafft, die altbekannten Spiele mit dem Tennis zu verknüpfen – und das Ganze macht Spaß, wenngleich es durchaus Parallelen zwischen den einzelnen Mini-Spielen gibt. Nimmt man als Zielgruppe für den Titel aber eher die jüngere Generation der Spieler, dann passt das wiederum gut zusammen. Insgesamt passt die Mischung aus Tennis und Arcade gut, kann im Solo-Modus zumindest mittelfristig motivieren. Trotz eines manchmal auch fordernden Schwierigkeitsgrades ist das Spiel leicht zugänglich, was sich gerade in der Steuerung bemerkbar macht.