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Test: Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots

Spiel oder Film? Das ist hier die Frage ...
 Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots
Neun Jahre nach seinem Einsatz auf der Pazifikinsel Shadow Moses ist Solid Snake ein alter Mann mit grauen Haaren, faltigem Gesicht und zittrigen Händen. Die Gründe dafür sind selbst Snake zunächst ein Rätsel, klar ist nur, dass er gerade mal noch ein halbes Jahr zu leben hat, um seine letzte, große Mission zu erfüllen.
In Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots wird Snake als UN-Inspektor in den mittleren Osten geschickt, um seinen alten Erzfeind und Klonbruder Liquid Ocelot zu finden und unschädlich zu machen. Das ist jedoch leichter gesagt als getan, denn Liquid ist mittlerweile zu einem mächtigen Kriegsherrn aufgestiegen, der eine gewaltige PMC-Streitmacht (PMC = private military company) aus Söldnern und Maschinen befehligt. Doch nicht allein die pure Truppenstärke, sondern auch sein übermächtiges Gedankenkontrollsystem macht Liquid für Snake wieder zu einem gefährlichen Gegenspieler. Das Thema Gedankenkontrolle spielt übrigens eine ähnlich große Rolle, wie dies bei Filmen der Sorte Equilibrium der Fall ist.

Wiedersehen macht Freude

Da in MGS4 viele Charaktere der Vorgängertitel ein Comeback feiern, unter anderem Raiden als Snakes persönlicher Leibwächter und Rosemary als psychologische Beraterin, und auch bekannte Themen wie die Patriots, Foxdie und Metal Gear wieder eine Rolle spielen, sind entsprechende Vorkenntnisse zweifellos vorteilhaft für das Verständnis der komplexen Story. Während die Kampfszenen überwiegend spannend anzuschauen sind, sind einige Dialoge und Einsatzbesprechungen etwas zu langatmig geraten. Die technische Inszenierung ist aber überwiegend super. Die sehr häufigen und langen Zwischensequenzen dauern nicht selten zehn oder sogar zwanzig Minuten; allein die letzte Stunde des Spiels besteht ausschließlich aus Cut Scenes. Zwischendurch können regelmäßig per X-Taste kurze Rückblenden freigeschaltet werden. Auch gelegentliche Perspektivenwechsel sind möglich. Die Cut Scenes können natürlich auch pausiert oder übersprungen werden, die kurzen Ladezeiten vorher sind allerdings nicht zu umgehen. Die enorme Datenmenge beansprucht insgesamt 4,5 GB Festplattenspeicher. Die Erstinstallation dauert acht Minuten, darauf folgen zwischen den einzelnen Akten jeweils bis zu weitere drei Minuten.

Entdecke die Möglichkeiten

Bei offensiver Vorgehensweise ist das Spiel in rund 16 Stunden zu bewältigen. Ohne die Filmsequenzen dürfte allerdings auch die Hälfte der Zeit genügen. Der Rambostil ist zwar der schnellste und einfachste Weg, durchzukommen, alternativ ist aber nach wie vor auch ein rein Stealth-orientiertes Vorgehen möglich. Man hat also die freie Wahl: Möchte man mit stillen Waffen wie Schockmesser, schallgedämpften Pistolen und Betäubungsmunition vorgehen, oder sich lieber mit schweren Kalibern wie Raketenwerfern, MGs, festmontierten Geschützen und Mörsern den Weg frei ballern? Beides ist möglich.
Eine gewisse Freiheit spiegelt sich auch in der Levelstruktur wieder, die zwar linear ist, aber doch immer zumindest zwei verschiedene Möglichkeiten bietet, weiterzukommen. So gibt es neben einem direkten Weg über eine gut bewachte Straße häufig irgendeine alternative Route durch ein schattiges Hinterhaus oder eine verlassene Seitengasse. Auffallend sind auch die gelegentlichen Strassensperren und Sackgassen, in denen häufig nützliche Waffen versteckt sind. Neben der klassischen Methode, Snake als Einzelkämpfer durch das Kampfgebiet zu schicken und alles anzugreifen, was ihm in die Quere kommt, gibt es diesmal auch die Möglichkeit, mit den lokalen Milizen zusammenzuarbeiten. Kämpft Snake an deren Seite, kann er im Anschluß an gewonnene Scharmützel Gegenstände mit den neu gewonnenen Freunden tauschen oder deren Gespräche belauschen. Auch mit einer Spezialeinheit unter der Leitung von Meryl Silverburgh arbeitet Snake diesmal gelegentlich zusammen.

Sinnvoll erweitert: Steuerung

Die ohnehin schon komplexe Steuerung wurde erneut um eine Reihe neuer Elemente bereichert. Wird man zum Beispiel niedergestoßen, kann man nun aus der Rückenlage heraus den Gegner unter Beschuss nehmen. Und auch sonst stellt die Rückenlage eine Bereicherung für die Bewegung am Boden dar. Bei Bedarf kann man sich jetzt auch einfach tot stellen. Bauchlage und Bodenrollen stehen natürlich auch wieder zur Verfügung. Weiterhin verlaufen nun die Übergänge zwischen den Manövern, etwa zwischen Hechtrolle und Bauchlage, flüssiger als bisher.
Während bei der Fortbewegung für gewöhnlich die frei schwenkbare Third-Person-Sicht zum Einsatz kommt, erfolgt beim Anvisieren nun ein Wechsel zur Schulterperspektive. Wer möchte, kann zum präzisen Zielen auch die Egoperspektive verwenden, dabei kann sich Snake allerdings nur langsam fortbewegen. Zudem ist das Sichtfeld hierbei den Waffentypen entsprechend mehr oder weniger beschränkt.
Screen 1
Wo die Gekkos aufkreuzen, wird´s gefährlich
Screen 2
Motorradfahrt bei Nacht
Screen 3
Irgendwann geht alles mal kaputt
Screen 4
Heute schon Blut geschleckt, der Herr?
Screen 5
So einen Anzug hätte ich auch gerne

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Packshot
Stealth-Action
von Konami
USK-Freigabe nicht unter 18 Jahren
PS3Juni 2008

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