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Test: NHL 2K9
Stillstand auf allen eisigen EbenenFür mich waren die 2K-Sportspiele sehr lange Zeit erste Wahl, weil sie die Atmosphäre der Sportarten wunderbar eingefangen haben, weil Realismus und Arcade sich die Waage hielten und weil die Aufmachung einfach stimmte. Spätestens im vergangenen Jahr gab es da kleine Risse in meiner Beziehung zu den 2K-Titeln, weil NHL 2k8 an vielen Dingen krankte. Das Gute an NHL 2k9: Es ist in diesem Jahr nicht schlimmer geworden. Das Schlechte: Es ist auch nicht besser geworden.Einiges bleibt gleich…Der Umfang hat sich nicht verändert – und das ist durchaus positiv zu verstehen, denn damit konnte der Titel schon im vergangenen Jahr protzen. Neben einigen Mini-Spielen wie dem „Pond-Hockey“ gibt es auch wieder die einzelnen Spiele oder die Reduktion auf das Penalty-Schießen. Die Saison und der Dynasty-Modus sind freilich auch wieder auf dem Eis, wobei diese beiden Modi eben auch Geduld erfordern, wenn man alle Spiele einer Saison wirklich bestreiten will. Aber das trifft letztlich auf alle NHL-Spiele zu, denn diese sind nun mal an den Spielplan der Hockey-Liga gebunden. Demnach sind diese beiden Modi auch mit entsprechender Spieltiefe ausgestattet – allerdings ausschließlich auf die NHL beschränkt. Bei der Konkurrenz von NHL 09 gibt es neben der AHL dann ja auch noch diverse europäische Ligen, hier schwächelt der 2K-Sports-Titel.…und einiges ändert sichNach dem Steuerungsfiasko des vergangenen Jahres haben die Jungs von Take 2 in diesem Jahr wieder den Spielspaß in den Vordergrund gestellt. Drei Möglichkeiten gibt es, den Controller zu nutzen: die Basis-Variante, die Pro-Stick- und die Hybrid-Version, die eine Mischung aus den beiden ersten darstellt. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr ist das ein deutlicher Fortschritt, denn endlich muss sich der Zocker keine Gedanken mehr machen, welche Sticks, Buttons und Tasten er drücken muss, er kann einfach spielen. So schön kann Eishockey sein, wenn man uns lässt. Gerade die Hybrid-Steuerung macht da viel Sinn, weil es Momente gibt, in denen schnell gehandelt werden muss – wie bei den Direktabnahmen – und dann kommt wieder der Stick zum Einsatz, weil die Deke damit einfach besser gelingen.Mag das Eis nach so einer Aktion oder auch zu Beginn des Spiels blitzeblank sein, so ist die Action darauf altbacken. Spielerisch hat das mit einem Eishockey-Match nicht mehr viel zu tun, das ist Glück und Zufall, das ist Gameplay aus den späten 90er Jahren. Sicher, es gibt die eingangs erwähnten Casual-Gamer, aber wer sich mit dem Dynasty-Modus langfristig an das Spiel bindet, der will auch Taktik und Spieltiefe auf dem Eis, der will Spielzüge, der will das, was in einer richtige Eishockey-Partie eben so auf dem Eis passiert. Davon ist NHL 2k9 weit entfernt – für die Gelegenheitsspieler ganz praktisch, für die Fans des Sports eher ein Grauen. …und dann noch die GrafikEinige werden das kennen: Da legt man einen Titel ins Laufwerk, der zwar schon ein oder zwei Jahre auf dem Buckel hat, den man aber immer gern gespielt hat. Oft holt man die Scheibe schnell wieder aus der Konsole, weil die Grafik einfach nicht mehr auf dem neuesten Stand ist und es mittlerweile eben bessere Vertreter gibt. So ähnlich ist das bei NHL 2k9 – nur, dass dieses Spiel eben nicht ein oder zwei Jahre alt ist. Die Grafik hat sich in den vergangenen Jahren kaum bis gar nicht geändert, die PS3-Version hat zudem ein Kantenflimmern, das einem die Augen schmerzen. Selbst wenn das Gameplay überirdisch wäre, muss es für diese Präsentation deutliche Abzüge geben. Gleiches gilt für die Kommentatoren, die lieblos und nervtötend agieren. Die Musikauswahl ist sicher Geschmackssache, dass aber bei jedem Kampf auf dem Eis „Bad Boys“ (aus dem gleichnamigen Film) gespielt wird, grenzt schon an Folter.Ach ja, der Multiplayer-Modus…Beim NHL 2k8-Test habe ich mir des Schlimmste zum Schluss aufgehoben – diesmal ist es andersherum: Der Multiplayer-Modus ist der Höhepunkt des Titels, bei dem – wie auch bei der EA-Konkurrenz – ein wahres Sechs-gegen-Sechs gespielt werden kann, Ligen und Turniere sind natürlich auch darin enthalten. Das macht nicht nur deswegen so viel Spaß, weil es keine Aussetzer gibt, weil das Ganze sauber und flüssig programmiert wurde. Es macht Spaß, weil Sportspiele eben genau so funktionieren und wenn sechs menschliche Spieler antreten, dann ist der Arcade-Aspekt auch nicht tragisch. |
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