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Test: Band Hero
Popstars rocken in Band Hero. Ein Widerspruch?
Eine Frage vorweg: Wer braucht eigentlich Band Hero, wenn es doch mit Guitar Hero 5 das nahezu perfekte Musik- und Partyspiel gibt? Activision scheint eine Antwort parat zu haben, nämlich für allen denen Guitar Hero 5 zu rockig ist. Warum man stattdessen keine poppigen Inhalte zum Runterladen anbietet, liegt auf der Hand: Die Cashcow muss gemolken werden und das ohne Gnade und Rücksicht auf Verluste.Hey, das kenn ich doch!Zocker und Rocker die GH 5 gespielt haben, werden mit Band Hero schon gleich zu Beginn ein Déjà-vu-Erlebnis haben. Im Hintergrund tobt nämlich direkt nach dem Ladenbildschirm ein Zufallskonzert, bei dem man direkt einsteigen darf. Wer gerade einige Kampagneros in seiner Nähe und zufällig mehrere Plastikinstrumente griffbereit hat, kann diese direkt mitspielen lassen. Dabei ist es vollkommen egal, welche Instrumente die Kollegen bevorzugen. Jeder spielt das, was er am liebsten mag oder am besten kann. Soll heißen, eine Band z.B. bestehend aus vier Gitarristen ist kein Problem. Gleichermaßen wäre ein Quartett aus vier Sängerknappen möglich, was wohl in der Realität kaum vorkommen wird. Nicht nur das hat man 1:1 aus GH 5 übernommen, sondern gleich das komplette Grundgerüst. Das Menü, die Auswahl der Charaktere, den Partymodus etc. Es ist wirklich kaum Unterschied zu erkennen, was ich reichlich frech finde.Die Unterschiede sind marginal. Der Protagonist Axel Steel, Veteran aus allen Teilen, trägt zum Beispiel jetzt andere Klamotten und ist nicht mehr ganz so heavy drauf, was übrigens für die ganze Horde an Überlebenden aus den Vorgängern gilt. Im Karriere-Modus wird jetzt wieder eine kleine Story von gesichtslosen (das sollte man wörtlich nehmen) Musikern erzählt und das in schicken Comic-Sequenzen wie einst in Guitar Hero 3 . Wirklich neu sind nur die Bühnen auf denen die Popschlachten geschlagen werden. Die sehen wirklich klasse aus und bieten viel fürs Auge, wenn man beispielsweise im Weltraum (!!!) das Playback laufen lässt.Aber rechtfertigen diese Änderungen die Gründung einer neuen Marke und das Angebot eines Vollpreistitels? Ich denke nicht und zudem kommt die Songliste nicht gerade gigantisch daher. Die Gitarre als Allzweckwaffe???Gerade mal 65 Lieder tummeln sich auf dem Silberling, GH 5 hatte 85 Songs. Zwar können mal wieder einige Titel aus den anderen Teilen importiert werden, das jedoch wieder nur gegen Kohle und mal wieder nicht alle Lieder.Die Auswahl geht dabei quer durch den Garten und ist sehr von den Staaten geprägt, deutsche Titel sind nämlich nicht vertreten. Mit dabei sind u.a. David Bowie (Let’s Dance), Spice Girls (Wannabe), Hilary Duff (So Yesterday) und Culture Club (Do You Really Want to Hurt Me?). Wie man sieht, sind viele Songs nicht besonders gut für eine Gitarre geeignet, aber das schien den Entwicklern egal zu sein. So drückt man mehr oder wenig fröhlich die Plastiknöpfe zu einem Saxophon-Solo oder zu Synthieklängen. Das fühlt sich nicht nur unwirklich an, sondern auch ziemlich dämlich. Konsequent ist man in Band Hero übrigens nicht geblieben. So tummeln sich einige Lichtblicke unter den Titeln. Mit Evanescene (Bring me to Life), Fall Out Boy (Sugar, We’re Going Down), Papa Roach (Lifeline) und 3 Doors Down (When I’m Gone) sind Interpreten mit an Bord, die sich in jedem anderen Guitar Hero sehr wohlgefühlt hätten. Hey, neue Instrumente!Dem großen Paket von Band Hero liegt ein neues Schlagzeug dabei. Das Fußpedal kann jetzt direkt am Gestänge der Drums fixiert werden und rutscht nicht mehr umher, wenn man mal so richtig loslegt. Desweiteren sind die Becken nun rund und das Bedienteil wurde besser positioniert. Die überarbeitete Gitarre bietet eine gummierte Anschlagwippe und quietscht nicht mehr wie es dem Vorgängermodell meist nach kurzer Spielzeit erging. Zudem ist das allseits unbeliebte Klicken deutlich gedämpfter. Außerdem hat man das Touchfeld überarbeitet, so dass keine Fehlanschläge mehr produziert werden und es allgemein etwas genauer ist.Klingt super, nur kann man aktuell diese verbesserten Modelle ausschließlich im Bundle mit Band Hero kaufen. In GH 5 lag nur die alte Gitarre dabei, obwohl in den Staaten schon die neue Version im Paket zu finden war. Der Grund war eine Überproduktion der Klampfen, die unbedingt weg mussten und auf den europäischen Markt geworfen wurden. Wer also in den Genuss der besseren Instrumente kommen will, muss wohl oder übel in den poppigsauren Apfel beißen und das der echten Gitarrenhelden nicht besonders schmeckt, versteht sich, wenn man sich die Liederauswahl nochmal anschaut. |
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