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Test: Saboteur
Nachdem das Spiel gleich noch unseren Test sabotiert hat, nun unser verspäterer Eindruck.
Max Schautzer hätte es seinerzeit in Pleiten, Pech und Pannen nicht besser inszenieren können: Da gibt der übermächtige Big Player EA bereits zum Release von Saboteur kurzerhand bekannt, dass dessen Entwicklerstudio Pandemic aus Kostengründen mit sofortiger Wirkung geschlossen wird. Und was passiert? Das Spiel funktioniert nicht – wir wir am eigenem Leib, bzw. am eigenen PC erfahren durften – mit Mehrkernprozessoren in Kombination mit Vista/Windows 7 und neueren ATI-Grafikkarten. Und das wo doch ausgerechnet ATI, und diesmal eben nicht Nvidia, als Sponsor für das Spiel auftritt? Als Ausweichvariante konnte uns EA immerhin ganz unbürokratisch die PS3-Fassung zum Test bereitstellen. Kaum hatte aber Sonys Konsole die BluRay in den Laufwerksschacht gezogen, durften wir gleichzeitig die PC-Variante mit einem „offiziellen BETA-Patch“ zum laufen bringen. Wenn sich jetzt noch Tuppfuhler in den Test einschleichen, dürfte das kein Wunder sein. :-)Saufen, rauchen und nackte MädelsSaboteur versetzt uns in das von Nazis besetzte Paris samt Umland von 1940. Im Stile eines GTA lässt sich dabei alles frei befahren, erlaufen, erklettern - eben erkunden. Das klapprige Grundgerüst der Story basiert allerdings starr auf niederen Rachegelüsten. Dabei scheint das Gehirn von unserem Alter Ego, dem irischen Rennfahrer und Draufgänger Sean Devlin, derart von Unmengen Whiskey, Nikotin und den nackten Brüsten der Mädels im Nachtclub Belle vernebelt zu sein, das er nur noch an Rache denkt. Rache für den sinnlosen Tod seines besten Freundes, bei dem der deutsche Rennfahrer Kurt Dierker die Hand, bzw. eine Waffe in selbiger im Spiel hatte.Ohne groß zu Spoilern: Devlin schließt sich mehr oder weniger freiwillig der Untergrundbewegung Résistance und dessen Pariser Anführer Luc Gaudin an. Fortan sabotiert er die Nazis wo er kann. Da schießt er einen Nazi-Offizier nieder, hier sprengt er ein Treibstoffdepot und dort lässt er einen Panzerwagen in die Luft fliegen. Hunderte solcher Sabotageakte warten als sogenannte Freeplays auf den Spieler. Mit diesen kann er sich, fernab von der eigentlichen Story, zusätzlich Geld verdienen. Denn ohne Geld, zu dem er sein Beutegut auf dem Schwarzmarkt macht, gibt es keine neuen Waffen, keinen neuen Sprengstoff und auch keine neue Munition. Natürlich kann er nach Abschuss auch jede Leiche fleddern, oder herumliegende Kisten durchstöbern. Die richtig guten Waffen gibt es aber eben nur beim Waffenhändler um die Ecke. Nazis sind so doofWer keinen Bock auf die schnell eintönig werdenden Freeplay-Missiönchen hat, folgt ganz einfach und relativ geradlinig der Hauptstory und ist dadurch auch leider ziemlich schnell am Ende des Spiels. Dafür ist hier die Abwechslung etwas größer. So fährt man u.a. Autorennen, befreit Gefangene, beschafft und transportiert mysteriöse Artefakte für den britischen Geheimdienst, kämpft in einem abstürzenden Zeppelin und mischt dabei immer wieder unzählige Nazis auf.Dies geht einmal mit purer Waffengewalt aber auch mit schleichen und tarnen. Je nach Spielertyp kann man offensiv mit der Tür ins Haus fallen oder sich zum Beispiel mit erbeuteten Naziuniformen tarnen und so auf die seichte Tour per Stealth-Angriff zum Ziel kommen. Letzteres ist nicht unbedingt nötig, da sich alle Aufgaben mit der irischen Brechstange lösen lassen. Das liegt nicht zuletzt an der strunzdoofen KI der Gegner. Keine Ahnung ob die Entwickler die Nazis hier als Stilmittel besonders dumm aussehen lassen wollten? Die meiste Gegner kennen weder das Wort Deckung, noch nutzen sie diese. Die Treffsicherheit der KI-Nazis nimmt immerhin mit höheren Schwierigkeitsgraden etwas zu, gleichfalls die Trefferresistenz von Devlin ab. Dennoch ist das Ganze viel zu einfach. Peinlich: Immer wieder fährt der Nachschub im Nazi-Laster die eigenen Leute als Endlosschleife um oder stürzen verfolgende Nazis einfach mal vom Motorrad. Außerdem konnten wir Panzer beobachten, deren Geschütztürme sich von allein drehten, dabei die Insassen heraus wirbelten und schließlich das ganze Gefährt zum explodieren brachten. Genauso mussten wir nicht nur einmal über fliegende Autos der Nazis den Kopf schütteln. |
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